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Einführung in das Wissensmanagement

für Führungskräfte, Personalverantwortliche und

Betriebsräte

Produkt 1 der Phase 1 des Projekts WIPER

Prof. Dr. Hans-Jürgen Weißbach

Petra Manahl

Astrid Pille

an der Fachhochschule Frankfurt am Main

image13.gif (11115 Byte)

September 1998

 

Inhalt

 

Vorwort

1. Wozu Wissensmanagement?

2. Der Unterschied zwischen Information und Wissen

3. Anforderungen an Mitarbeiter, Teams und Führungskräfte

4. Mögliche Wissensbarrieren

5. Das individuelle und das organisationale Lernen

6. Vom Umgang mit dem eigenen Organisationswissen

7. Vom Umgang mit Beraterwissen

8. Abschließende Bemerkungen

Anhang: Vorlagen für eine Folienpräsentation

Weiterführende Literatur

 

Wir möchten uns an dieser Stelle für die großzügige Förderung durch

das Hessische Wirtschaftsministerium, den EU-Sozialfonds und das Hochschulsonderprogramm III bedanken.

 

 

Vorwort

Noch immer läßt sich nicht präzise formulieren, was Wissen ist. Wir begreifen nur annähernd, wie der "mentale Sprung", der vom Reiz zum Handeln führt, zustande kommt und wie sich das Wissen konstituiert, das sich hinter der Fähigkeit des Menschen zum Handeln verbirgt.
Wie aber können wir dann davon sprechen, es managen zu wollen, wenn wir so wenig über das Wissen wissen? Zunächst einmal müssen wir lernen, es in seinem Wert zu schätzen und auch in unserem (beruflichen) Alltag bewußter damit umzugehen, bevor wir es im Organisationskontext strategisch bewirtschaften können.

Mit der vorliegenden Broschüre soll Ihnen ein erstes Arbeitsinstrument an die Hand gegeben werden, das Ihnen eine knappe Einführung in die für Sie wesentlichen Aspekte der Thematik "Strategisches Personal- und Wissensmanage- ment" liefern soll. Darüber hinaus soll Ihnen auch Material zur Verfügung gestellt werden, um das geplante Projekt Ihren Mitarbeitern*, anderen Abteilungen usw. vorzustellen.

Daher weisen alle Kapitel der Broschüre die folgende Vierteilung auf:

  • ein Fließtext, der die für Sie wichtigen Informationen zu dem Aspekt zusammenfaßt;
  • parallel hierzu finden Sie am rechten Seitenrand Schlüsselbegriffe, die Schlagworte (aus dem Fließtext) aufgreifen bzw. anschauliche Beispiele liefern und Ihnen somit die Suche nach bestimmten Textteilen oder Stichwörtern erleichtern sollen;
  • am Ende jedes Kapitels finden Sie ein Fazit, das die wichtigsten Fragestellungen für die konkrete Umsetzung des Gelesenen in Ihrem Unternehmen formuliert und als eine Art Checkliste fungieren kann;
  • vervollständigt wird jedes Kapitel durch eine Kopiervorlage für eine Folie, die Sie bei einer Präsentation verwenden und/oder als sehr kurze, anschauliche Zusammenfassung an Mitarbeiter, andere Abteilungen usw. weitergeben können. Diese finden Sie im Anhang der Broschüre.

*Die Termini "der Mitarbeiter" bzw. "er" sollen im folgenden aus Gründen der besseren Lesbarkeit sowohl weibliche Mitarbeiterinnen wie auch männliche Mitarbeiter bezeichnen.

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1. Wozu Wissensmanagement?

Die Einführung effizienz- und qualitätssteigernder Managementkonzepte - wie Lean-Management, Total Quality Management (TQM), Kontinuierlicher Verbesserungsprozess (KVP) oder Fraktale Unternehmen – gehört mittlerweile beinahe zu den selbstverständlichen Bestandteilen einer erfolgreichen Unternehmung. Um in einer Informations- und Wissensgesellschaft signifikante Vorsprünge dem Konkurrenten gegenüber zu erlangen, reicht dies jedoch nicht mehr aus. Zudem erwies es sich meist, daß nicht die Funktionsweise der einzelnen Bereiche der kritische Faktor ist, sondern das gebündelte Zusammenspiel der Gesamtheit der verschiedenen Aufgaben und Aktivitäten – insbesondere im Hinblick auf den Kundennutzen.
Die damit korrespondierenden informations- und kommunikationsintensiven Fertigkeiten stellen höhere Anforderungen an den Einzelnen sowie die Organisation.

Wissen und Innovation spielen eine immer wichtigere Rolle für den Wettbewerbserfolg eines Unternehmens, doch die traditionellen Organisationsstrukturen gewähren diesen beiden Faktoren kaum Raum.
Auch wenn sich immer mehr Unternehmen der Bedeutung der Wissensressourcen bewußt werden, kommt es daher in der Praxis oft nur zu einer eindimensionalen Betrachtungsweise. Sie haben möglicherweise bereits interne Maßnahmen zur Entwicklung der organisatorischen Wissensbasis getroffen (z.B. im Bereich Personalentwicklung), aber extern vorhandene Möglichkeiten zur Wissensbeschaffung (z.B. strategische Allianzen) vernachlässigt. Oder es wurden bis jetzt nur die technischen Möglichkeiten berücksichtigt und die personellen Potentiale übersehen.

Unter dem Begriff des ganzheitlichen Wissensmanagements versteht man eine komplexe Organisationsstrategie, die eine langfristige planvolle Nutzung und (Weiter-)Entwicklung der Ressource Wissen in Unternehmen intendiert. Das im Unternehmen vorhandene Potential an Wissen soll so aufeinander abgestimmt werden, daß ein integriertes unternehmensweites Wissenssystem entsteht, welches eine effiziente gesamtunternehmerische Wissensverarbeitung im Sinne der Unternehmensziele gewährleistet. Ein derartiges, ganzheitlich ausgerichtetes Konzept ermöglicht der Organisation

  • die Sicherung und Verankerung von Wissenspotentialen in Abstimmung mit den Unternehmenszielen und
    –inhalten;
  • die Transformation von implizitem (individuellem) in explizites (kollektives), für das Unternehmen nutzbares Wissen;
  • die Integration der Wissensorientierung in Grundsätzen und Leitbildern.

Seine Aufgaben bestehen im wesentlichen in der Beschaffung, der Analyse, der direkten und indirekten Verwertung und Vermarktung sowie der Dokumentation von Wissen.
Zunächst ist ein Wissensmodell (Soll-Konzept) zu erstellen, das die Wissensstruktur im Unternehmen und die wesentlichen Konzepte bzw. Objekte des Wissensgebietes abbildet sowie deren Beziehung zueinander verdeutlicht. Dabei geht es jedoch nicht nur um Fakten, sondern auch um einen gewissen Konsens hinsichtlich der für die Organisation bedeutsamen Interpretationsmuster: Was sind z.B. die entscheidenden Leistungsprozesse, die kundenorientierten Erfolgsfaktoren, wie kann man durch Schnelligkeit und Durchgängigkeit von Anpassungsprozessen Innovationen fördern?

Bei einer erfolgreichen Implementation in die wissensbasierte Organisation werden immer auch Hierarchien abgebaut, Abteilungen und Funktionsbereiche vernetzt (d.h. in kleine Einheiten mit hoher Selbstverantwortung umgewandelt), Informations- und Wissenstechniken eingeführt und Human Resources und Strategien wie z. B. Aktives Ideenmanagement (AIM) genutzt.

Notwendige Voraussetzungen für strategisches Wissensmanagement sind vor allem:

- Minimum an gemeinsamen Visionen, Zielen und Werten;

- Schaffung einer wissensorientierten Unternehmenskultur;

- Entwicklung einer unternehmensweiten Wissensstrategie;

- Strategisches Management der Humanressourcen,

- Strategisches Management der Informations- und Wissenstechniken,

- Bereitschaft zu Partizipation und Kreativität.

Zusammenfassend lassen sich die nachstehenden Fragen formulieren:

Wie ist Ihre Organisation bis jetzt mit der Ressource Wissen umgegangen? Welche Managementkonzepte setzen Sie ein?

Wer im Unternehmen braucht wann und wozu welches Wissen?

Wie und woher ist dieses Wissen zu erzeugen bzw. zu beschaffen?

Wo ist welches Wissen wie gespeichert?

Wer darf wann und auf welches Wissen zugreifen?

Wann und wie wird welches Wissen verarbeitet?

Welche Interessenkonflikte bestehen, insbesondere im Hinblick auf die Kundenanforderungen?

Wo gelingt das Zusammenspiel der verschiedenen Organisationseinheiten nicht optimal?

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2. Der Unterschied zwischen Information und Wissen

Bevor man Instrumente des Wissensmanagements entwickeln kann, sollte man sich damit auseinandersetzen, was als Wissen und was als Information zu behandeln ist. Aus dieser Betrachtungsweise ergibt sich, ob beispielsweise die Technologie, die Weiterbildung oder die Verbesserung der Kommunikation in den Mittelpunkt der Anstrengungen gestellt wird.

In der aktuellen Diskussion um das Thema Wissensmanagement wird vielfach die Bedeutung des Begriffs Wissen mit dem der Informationen gleichgesetzt. Versuchen Sie doch einmal, in wenigen Worten Wissen und Information voneinander abzugrenzen. Wahrscheinlich haben Sie genauso wie die Verfasser der Fachliteratur Schwierigkeiten damit, eine griffige Definition in wenigen Worten zu finden. Meistens werden Definitionsversuche aus der Soziologie (Wissen) und der Informatik (Information) zu Hilfe gezogen. Im folgenden soll versucht werden, relativ kurz einige wichtige Unterschiede wiederzugeben.
Daniel Bell war einer der ersten Autoren in den 60er Jahren, der seine Gedanken zum Thema Informationsgesellschaft veröffentlichte. Von ihm stammt auch das folgende Zitat. Danach handelt es sich bei Wissen um eine

"Sammlung in sich geordneter Aussagen über Fakten oder Ideen, die ein vernünftiges Urteil oder ein experimentelles Ergebnis zum Ausdruck bringen und dies anderen über irgendein Kommunikationsmedium in systematisierter Form übermitteln" (zitiert nach Bell in: Schüppel 1997).

In dieser Definition stecken die folgenden Annahmen:

  • Wissen ist strukturiert, d.h. aber nicht, daß es notwendigerweise schon immer in strukturierter Form, wie z.B. in Methoden oder Konzepten, vorliegt;
  • Wissen ist kommunizierbar, d.h. aber nicht, daß es auch immer kommuniziert wird (Wissenszurückhaltung durch die Wissensträger);
  • Wissen ist mit rationalen Argumenten zu verteidigen, d.h. aber nicht, daß Wissen immer rational begründet wird. In vielen Fällen wird Wissen nur geglaubt, ohne es begründen zu können.

Durch neue Informationstechnologien stehen immer mehr Informationen immer mehr Menschen zur Verfügung. Diese Komplexität der Informationen führt bei den Entscheidungsträgern zu Selektionszwängen. Vielleicht kommen Ihnen auch Situationen in den Sinn, in denen Ihnen die Entscheidung zunehmend schwerer fiel, je mehr Informationen Sie hatten. Bei dem Kauf eines neuen Computers oder ähnlichem werden immer mehr Vor- und Nachteile der einzelnen Alternativen evident, die zu beurteilen und miteinander abzuwägen sind. Somit führt ein Mehr an Information nicht unbedingt zu einer schnelleren Entscheidung. Nach Hayek produzieren auf dezentraler, halbinformierter Basis getroffene Entscheidungen oft bessere Ergebnisse als solche, die von zentraler Position aus und auf breiterer Informationsgrundlage gefällt werden (nach Hayek in: Schneider 1996).

Früher wurde betont, wie wichtig vollständige Informationen für Entscheidungen seien: Ein Unternehmen benötige die Kenntnis aller Informationen, die nur noch eine Interpretation und Analyse erforderten und zur richtigen Entscheidung führten. Eine neue Situation entsteht in der Informationsgesellschaft - es dominiert jetzt das Methodenwissen über das konkrete Fachwissen. Schon die Methoden der Auswahl relevanter Informationen und deren Bewertung können zu unterschiedlichen Entscheidungsansätzen führen.

Informationen, die nicht in einen systemischen Kontext eingebunden sind und deren Herkunft wir nicht kennen, werden für Entscheidungen wertlos. Darüber hinaus können Informationen aber auch einen negativen Wert aufweisen. Eine Maximierung der Informationsbestände im Unternehmen kann beispielsweise zu einer Überinformation führen und sich dadurch paralysierend auf den Entscheidungsfindungsprozess auswirken. Es kann also nicht "mehr = besser" heißen.

Ein zentrales Merkmal von Information ist also die Möglichkeit der unterschiedlichen Nutzung und Interpretation der gleichen Daten in verschiedenen Kontexten und zu unterschiedlichen Zeitpunkten. Die Absatzdaten eines Produkts werden z.B. von Marketing und Produktionsabteilung unterschiedlich bewertet und ziehen dort jeweils unterschiedliche Handlungskonsequenzen nach sich. Genauso verhält es sich bei der Betrachtung einer spezifischen Produkteigenschaft zu unterschiedlichen Zeitpunkten: Zu einem frühen Zeitpunkt erscheint eine Produktfunktion möglicherweise als innovativ, zu einem späteren als Standard oder sogar als überholt.

Auch die Destruktion traditioneller Anwendungskontexte (z.B. "aussterbende" Qualifikationen) verursacht eine rasche Entwertung von Information.

Die Unterschiede zwischen Wissen und Information sollen anhand einer knappen Charakterisierung und konkreter Beispiele hier noch einmal verdeutlicht werden:

Information ist:

  • leicht dokumentierbar, speicherbar und zentralisierbar

Produktabsatzzahlen können leicht im System erfaßt werden,

  • kommunizierbar

und kann Organisationsmitgliedern mitgeteilt werden,

  • neutral

Die Absatzzahlen sind anfangs uninterpretiert,

  • leicht monopolisierbar

und können von verschiedenen Personen aus verschiedenen Gründen gehortet werden,

  • unabhängig von Einzelperson,

da die Information leicht dokumentiert werden kann,

  • Bestandteil des Wissens

Diese Daten bilden erst die Basis für die nachfolgende Interpretation und deren Handlungskonsequenzen,

  • nicht gebunden an individuelle Aufnahmefähigkeit

Das System kann fast unbegrenzt Informationen aufnehmen,

  • technisch übermittelbar.

 

Wissen ist

  • akkumulierte, generalisierte, vernetzte Information

in personengebundener Form,

abhängig von der Einzelperson und ihrer Bereitschaft, das Wissen zur Verfügung zu stellen,

  • systematisiert,

da es Verknüpfungen von Informationen herstellt,

  • schwer kommunizierbar

Kontextwissen, das für das Ausführen einer bestimmten z.B. manuellen Tätigkeit relevant ist, kann nur selten umfassend verbalisiert werden,

  • dynamisch

Basiswissen ist ausbaufähig und wächst so mit den Anforderungen,

  • schwer zu schützen.

Da das Wissen personengebunden ist, wird es entweder – z.B. durch die Eröffnung von Zugriffs- und Nutzungsmöglichkeiten für andere – verbreitet, oder es bleibt beim Wissensträger und wird aus der Organisation gezogen, wenn dieser das Unternehmen verläßt.

Die Schwerpunkte des benötigten Wissens haben sich heute verschoben. Das aktuell erforderliche Wissen stammt nicht mehr nur aus den Bereichen der traditionellen Produktionstechnik, Schreiben, Lesen und Mathematik, sondern auch aus der Psychologie, dem Rechts- und Umweltbereich.

Betrachtet man Wissen als vierten Produktionsfaktor, so werden im Vergleich zu den anderen Faktoren der immaterielle Charakter und die damit verbundenen Besonderheiten evident. Wissen ist schwieriger zu ermitteln, zu steuern und zu kontrollieren als physische Produktionsfaktoren. Unter diesem Gesichtspunkt gewinnt eine strategische Bewirtschaftung der Ressource Wissen und damit eine bewußte Integration in die Organisation an Bedeutung.

Organisationswissen, das in physischer Form gespeichert ist, findet man als explizites Wissen in Büchern, Konstruktionen, Human Resources, Patenten und Datenbanken. Plant ein Unternehmen, das Wissen der Mitarbeiter in dieser Form zu nutzen und zu sichern, ist es erforderlich, implizites Wissen in explizites umwandeln:

Implizites Wissen

  • ist subjektives Können,
  • sind Fähigkeiten und
  • Kompetenzen, die jemand in seiner Handhabung von Aufgaben ausübt, ohne daß sie vollständig beschrieben sind, und jene mentalen Modelle, Glaubens- und Rechtfertigungssysteme, die unser Bild der Realität bestimmen wie auch unser Potential an Vorstellungen von der Zukunft.
  • Subjektive Wissensbestände sind nur schwer formalisierbar. Besitzer können Personen, Gruppen, Organisationsbereiche und Organisationen sein.

Explizites Wissen

  • ist beschreibbar, standardisierbar (Prozessabläufe) undsystematisch in Systemen, Strukturen, Prozessen darlegbar,
  • allgemein verfügbar,
  • gut vermittelbar,
  • zeitlich stabil,
  • dokumentierbar und stellt einen
  • Beitrag zur Lösung scharf strukturierter Probleme dar.

Auf den ersten Blick scheint allen Organisationsmitgliedern der Zugang zu explizitem Wissen offenzustehen. Während jedoch der Zugriff auf Informationen reglementiert ist durch

  • technische (Zugriff auf das System)
  • organisatorische (Zugang nur zu abteilungsrelevanten Daten) und
  • hierarchische (Zugriff nur für die Vorgesetzten) Beschränkungen,

ist der Zugriff auf Wissen vor allem abhängig von der Motivation der Wissensträger, dieses preiszugeben.

Ein Problem stellt der Umgang mit spezialisiertem und verteiltem Wissen dar, das zum Zweck der Aufgabenerfüllung integriert werden muß. Mitarbeiter mit speziellem Wissen transaktionskostengünstig im Unternehmen zu integrieren, bedeutet den Transfer impliziten Wissens zu erleichtern, da andere Mitarbeiter von deren know-how durch Beobachtung lernen können. Auf diese Vorteile räumlicher Zusammenlegung muß bei Telearbeit und virtuellen Unternehmenskooperationen verzichtet werden. Dafür besteht aber hierbei nicht die Gefahr der Unterauslastung interner Ressourcen, wenn die Auftragslage sich verschlechtert.

Eine weitere Unterscheidung muß zwischen individuellem und kollektivem Wissen vorgenommen werden. Da Organisationen koordinierte Handlungszusammenhänge darstellen, ist kollektives Wissen für den Erfolg ausschlaggebend, einzelne Genies genügen in den meisten Fällen nicht. Ausnahme könnte ein genialer Softwareentwickler sein, der durch hundert mittelmäßige nicht zu ersetzen ist. Bei kollektivem Wissen handelt es sich hauptsächlich um eine Mischung aus expliziten und verborgenen Bestandteilen. Es ist in ein Netz von Beziehungen so eingebettet, daß man es nicht in Einzelkomponenten zerlegen und als solche initiieren oder erwerben kann.
Doch bleibt das individuelle Wissen der Mitarbeiter als Basis von entscheidender Bedeutung für den Erfolg eines Unternehmens. Die Herausforderung liegt darin, es von individuellem Wissen in kollektives zu transferieren.

Welches explizite Wissen sollen Mitarbeiter nun aber erwerben? Ist es wichtiger, ihnen Orientierungswissen (know-why und what-for) oder Verfügungswissen (know-how) zu vermitteln? Letzteres baut auf erstgenanntem auf.

Zwischen den Polen vollständiger Ignoranz und vollständigem Wissen gibt es nach Bohn verschiedene Stufen von Zusammenhangswissen: Am Anfang steht das Bewußtsein, die Ahnung, daß bestimmte Variablen für ein gewünschtes oder zu vermeidendes Ereignis relevant sind und am Ende steht ein Erklärungsmodell, welches Simulationen ermöglicht, die zu einer Verbesserung des Prozesses führen können (nach Bohn in: Schneider 1994).

Wegen des Tempos und der Vielfalt an Entwicklungen, auf die zu reagieren ist, fehlt in vielen Fällen aber die notwendige Zeit, um Orientierungswissen zu vermitteln. Dies kann negative Auswirkungen auf die Motivation der nur mit der Ausführung von Anweisungen beschäftigten Mitarbeiter haben. Die tayloristische Arbeitsteilung war stets auch ein Prozess der Wissensteilung. Dabei wurden Produkte produziert, deren Nutzer das zur Herstellung benötigte Wissen nicht mehr kennen mußte. Im Unternehmen vollzog sich die Trennung von Denken (Planen) und Tun (Ausführen). Das führte zwar zu einer raschen Effizienzsteigerung, brachte jedoch gleichzeitig eine Herabsenkung der Reaktionsfähigkeit auf Veränderungen mit sich. Diese Fähigkeit wird im Wettbewerb aber immer entscheidender.

Zusammenfassend lassen sich die nachstehenden Fragen formulieren:

Was sind für Ihr Unternehmen wichtige Informationen und was ist wichtiges Wissen ?

Welchen Unterschied macht diese Differenzierung in Ihrem Unternehmen/Ihrer Abteilung?

Wird Wissen in Ihrem Unternehmen schon strategisch bewirtschaftet?

Wird mehr Intelligenz von den Prozessen oder dem Personal verlangt?

Erfordern Ihre Kundenaufträge eine stark standardisierte oder eher eine individuelle Bearbeitung?

Über welches (kollektive) Wissen kann verfügt werden? Wie und von wem wird es genutzt?

Welches Wissen wird wie dokumentiert und welches wäre dokumentierbar?

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3. Anforderungen an Mitarbeiter, Teams und Führungskräfte

Die Konzentration auf die strategische Bewirtschaftung der Wissensressourcen stellt nicht nur neue Anforderungen an die allgemeine Organisation, sondern auch an die einzelnen Organisationsmitglieder. Dabei muß zwischen Anforderungen an die Mitarbeiter und an die Führungskräfte unterschieden werden. In der Praxis bedeutet das vor allem für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU), daß sie sich im Bereich der Personalarbeit weg von der reinen Personalverwaltung hin zur individuellen Personalentwicklung orientieren müssen.

Die veränderten Wettbewerbsbedingungen für KMUs bringen laut verschiedener Untersuchungen (nach Hofmann/Regnet 1994) einige Implikationen für Führungskräfte mit sich:

  • hohe verbale Kommunikationsanteile von 60-80%,
  • verschiedenartige und sehr kurze Arbeitszyklen (ca. 50-60% der Tätigkeiten dauern weniger als 10 Minuten),
  • Arbeitsverdichtung,
  • starke Handlungsorientierung und Ablehnung von rein reflexiven Tätigkeiten,
  • häufige Unterbrechung und deshalb oft ungeplanter Tagesablauf,
  • häufige Übernahme von operativen Tätigkeiten, die nicht im Zuständigkeitsbereich liegen (mangelndes Delegieren von Aufgaben).

Wenn Führungskräfte berücksichtigen, daß Unternehmen umweltoffene Systeme sind, daß Wandel und Veränderungen den Normalzustand darstellen und die Steuerung von Organisationen künftig immer weniger über hierarchische Befehlswege und eine rationale Administration erfolgen kann, werden sie den folgenden Anforderungen an zukunftsorientierte Unternehmen positiv gegenüberstehen:

  • Entwicklung und Vermittlung von Visionen und Leitbildern zur Gestaltung der Bereichs- und Unternehmenskultur;
  • Etablierung unternehmerischen Denkens im Rahmen von Profit Centern usw.;
  • Initiieren und Ausgestalten von Entwicklungsprozessen. Die Rolle als Moderator und Prozessbegleiter wahrzunehmen, bedeutet ein Stück kritischer Distanz zur eigenen Positionsmacht einzunehmen und die Fähigkeit, Feedback annehmen zu können;
  • Praktizierung strategischen Denkens. Trends erkennen, erahnen, und daraus die wegweisenden Schlüsse ziehen für zukunftsorientierte Alternativen; sich Optionen offen halten, um Flexibilität und Spielraum zum (Um)Steuern zu erhalten und die Fähigkeit, in Mustern und Strukturen zu denken, und diese auch in komplexen Strukturen zu erkennen und auf überschaubare Dimensionen zu reduzieren.

Führungskräfte müssen ihr Wissen also vielfältig weiterentwickeln. Gefragt sind nicht nur Fach- und Leitungswissen sondern auch die Fähigkeit zur Vermittlung von Kontextwissen. Das Leitungswissen impliziert auch Personalführungs- und Projektsteuerungswissen. Die Kompetenz der Führungskräfte in diesen Wissensbereichen wird für KMUs immer bedeutender, je ausgeprägter die Wettbewerbssituation und damit der Zwang zur Innovation und Kundenorientierung ist. Die genannten Fähigkeiten der Führungskräfte unterstützen die Unternehmen dabei, flexibel auf Markterfordernisse zu reagieren.

Die auch in KMUs immer weiter verbreitete Praxis, für die Bewältigung verschiedener Aufgaben temporäre Projektgruppen ins Leben zu rufen, bringt für Mitarbeiter und Führungskräfte unterschiedliche Probleme mit sich. In der Regel ist es so, daß Projektleiterposten mit Mitarbeitern besetzt werden, die sich z.B. in Linienfunktionen oder Stabsabteilungen wie etwa in der Entwicklung bewährt haben. In vielen Fällen verfügen diese aber nicht über Projektmanagement- und Leitungswissen und können zudem ihr fachliches Wissen aus Zeitmangel nicht mehr in gewohntem Umfang in der Entwicklung einsetzen.
Wie sieht eine Lösung in diesem Fall aus? Soll den Defiziten von Personen in dieser Position durch Schulungen entgegengewirkt werden? Lassen sich so die beiden Wissensdimensionen miteinander verbinden? Oder soll ein zweigleisiges Karrieremodell konzipiert werden, das sich in eine fachliche und in eine leitende Laufbahn aufgliedert?

Eine weitere Herausforderung für (Linien-) Führungskräfte liegt darin, die Versetzung in Projektgruppen nicht als Karriereknick oder als Informations- und Machtverlust anzusehen. Eine Untersuchung von Lullies (1993) zeigt, daß (Linien-)Manager vielfach versuchen, an Informationen aus Projektteams zu gelangen und so auf indirektem Wege Einfluß zu nehmen. Dieses Verhalten vermittelt den Projektleitern, daß sie der Aufgabe der Koordination und Steuerung von Projekten nicht gewachsen sind. Die Herausbildung einer Vertrauensbasis in der Organisation wird durch dieses Verhalten verhindert.

Projektarbeit bedeutet auch Teamarbeit. Diese Organisationsform fordert von den Mitgliedern, spezielles Wissen für ein erfolgreiches abteilungsübergreifendes Arbeiten zu erwerben. Die Aufgabe der Personalentwicklung besteht hierbei in der entsprechenden (Weiter-)Qualifizierung der Teammitglieder.
Die Ziele der Teamentwicklung können (nach Hofmann/Regnet 1994) wie folgt formuliert werden:

  • Verbesserung der Kommunikation untereinander,Erlernen und Erwerb von Arbeitstechniken,
  • Erlernen von Systematiken und Vorgehensweisen,
  • Klärung der Gesamtzielsetzung,
  • Klärung der einzelnen Rollen,
  • Vertiefendes Verständnis für ablaufende Gruppenprozesse,
  • Aufbau von Vertrauen zwischen den handelnden Personen und Stärkung der Bereitschaft, sich gegenseitig zuzuarbeiten,
  • Entwicklung der Fähigkeit Konflikte positiv zu nutzen,
  • Verbesserung der Fähigkeit mit anderen Arbeitsgruppen innerhalb der Organisation zusammenzuarbeiten.

Förderliche Rahmenbedingungen sind in diesem Kontext eine kommunikative Grundfähigkeit, eine Kontinuität der Zusammensetzung und angemessene Belohnungs- und Anreizsysteme. Sowohl die Vorgesetzten/Teamleiter als auch die Teammitglieder müssen die Bereitschaft zu Veränderungen zeigen.
Greifen die eingesetzten Weiterbildungsmaßnahmen, so können die Teams ihre Arbeit selbst organisieren und fühlen sich der Arbeit und den Zielen verantwortlich. Auch unter erschwerten Bedingungen erbringen sie außerordentliche Leistungen. Entstehende Probleme werden offen diskutiert und bewältigt.
Die Fähigkeiten der einzelnen werden geschickt zu einer Gesamtleistung verbunden und resultieren in optimierten Prozessen und innovativen Produkten.

Wenig verwertet werden oft auch die Erfahrungen, die die Projektmitglieder im Projektverlauf gewonnen haben. Falls eine Befragung doch stattfindet, ist das Vorgehen vielfach unsystematisch und Ergebnisse werden nicht dokumentiert. Dieses Vorgehen ist aber einer Weiterentwicklung der Wissensbasis des Unternehmens nicht zuträglich.

Oft sind sich Führungskräfte nicht der Relevanz des Kontextwissens bewußt und nehmen an, mit der Praxis des Zurückhaltens die Mitarbeiter zu entlasten. Fehlendes Kontextwissen über die Einordnung eines Projekts in den strategischen Gesamtrahmen jedoch erschwert den Mitarbeitern, die Bedeutung von Anweisungen zu verstehen. Dies kann zu einer Konzentration auf die Bearbeitung von Aufgaben führen, die strategisch betrachtet eine eher untergeordnete Rolle spielen.

Die geschilderten Schwierigkeiten können nicht eingleisig betrachtet werden, sondern entstehen aus einem Wechselspiel der Verhaltensweisen des Managements und der Mitarbeiter an der "Basis". Eine Verbesserung des Kommunikationsflusses kann daher auch nur in Zusammenarbeit herbeigeführt werden.

Vor allem die Bereitschaft zu offenem Wissenstransfer, ebenso wie die Delegation von Zuständigkeiten und Kompetenzen sind auch heute noch eine Herausforderung für das Management. Auf der einen Seite steht das Wissen über die Vorteile eines solchen Verhaltens und auf der anderen das der Einsicht zuwider laufende tatsächliche Handeln – vermutlich bedingt durch Angst vor Kontrollverlust. Das Eingreifen in vormals delegierte Arbeiten wird mit der angeblichen Inkompetenz der Mitarbeiter legitimiert. Doch sollen darüber nicht die Augen verschlossen werden vor den tatsächlich steigenden Anforderungen an die Mitarbeiter, die diese zu meistern haben.

Von den Mitarbeitern in wissensorientierten Unternehmen wird laut Karner folgendes erwartet (in: Schneider 1996):

  • Wissensaneignung mittels moderner Methoden (Multimedia). Eine neuzeitliche Methode der Wissensaneignung, die sich der heute verfügbaren Multimedia-Techniken bedient, ist herkömmlichen Lernmethoden um ein vielfaches überlegen, so vor allem wenn es um Simulation komplexer Situationen, um Störfälle usw. geht;
  • Kompetenzerwerb hinsichtlich einer erweiterten Team- und Kommunikationsfähigkeit – auch über Kulturgrenzen hinweg - und vernetztes Denken;
  • Fähigkeit zum Einbringen von neuen Erfahrungen durch Weiterbildung, Neugierde, Beobachtungsfähigkeit und Offenheit;
  • positive Grundeinstellung zum Lernen und die Bereitschaft, die eigenen Kompetenzen erweitern zu wollen.

Ein strategisches Human Resources Management unterstützt die Entwicklung dieser Fähigkeiten. Dies kann jedoch nur greifen, wenn verschiedene Grundlagen dafür geschaffen werden: Für die Mitarbeiter ist es wichtig, daß in einem durch "trial-and-error" gekennzeichneten Organisationsklima die bereits früher verlangte Verantwortungsbereitschaft auch durch Fähigkeit und Mut zu Entscheidungen ergänzt werden. Dezentralisierungs- und Autonomisierungsstrategien erfordern, daß die fachliche Qualifikation der Mitarbeiter um unternehmerische Kompetenzen erweitert werden. Dabei ist zu beachten, daß nicht jeder Mitarbeiter mit hoher fachlicher Qualifikation Führungsverantwortlichkeit auch erhalten will. Die Attitüde des Einzelnen ist stets zu berücksichtigen.

Als Führungskraft haben Sie die Möglichkeit, viele Dinge zu delegieren, Personalentwicklungsaufgaben aber sollten nach Möglichkeit nicht vollständig an eine Bildungsabteilung oder externe Berater abgegeben, sondern in Zusammenarbeit mit diesen konzipiert und durchgeführt werden. Gerade für KMUs kann es aber auch sinnvoll sein, sich durch qualifizierte und professionelle Personalentwicklungs- experten beraten zu lassen.

Die in diesem Kapitel genannten Anforderungen an die Mitarbeiter zunehmend wissensorientierter KMUs werden wahrscheinlich weniger Spezialisten als Generalisten erfüllen können. Dabei sollte aber keine Entweder/Oder-Entscheidung getroffen werden, sondern das und betont werden. "Vergessen wir die Tyrannei des Oder und ersetzen wir sie durch den Genius des Und" (zitiert nach Collins/Porras in: Schneider 1996).

Zusammenfassend lassen sich die nachstehenden Fragen formulieren:

Wie sieht der Arbeitsalltag der Mitarbeiter und der Führungskräfte aus? Ist er lernförderlich? In welchem Umfang werden Aufgaben delegiert?

Begreifen die Mitarbeiter und Führungskräfte Veränderungen in erster Linie als positiv oder negativ?

Welchen neuen Herausforderungen sieht sich das Unternehmen gegenüber gestellt?

Wie werden in Ihrem Unternehmen Leitungs- und Fachkompetenz kombiniert? Gibt es parallele Karrieremodelle (Fach- und Linienkarriere)?

Wie vermitteln Sie Ihren Mitarbeitern das für komplexe Tätigkeiten erforderliche Kontextwissen?

Wie werden in Ihrem Unternehmen Projekte abgewickelt (z.B. offene Fehlerdiskussion, Erfolgsdokumentation)?

Schätzen Sie Ihr Unternehmen als Vertrauensorganisation ein, in der auch einmal Fehler gemacht werden dürfen?

Sind für eine erfolgreiche Teamarbeit alle Voraussetzungen getroffen worden?

Wie müssen Mitarbeiter im Hinblick auf ihre Teamfähigkeit Ihrer Meinung nach noch weiterqualifiziert werden?

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4. Mögliche Wissensbarrieren

In den meisten angebotenen Dienstleistungen und Produkten ist Wissen in Hülle und Fülle vereinigt. Um diese Konzentration von Wissen zu erhalten, muß Wissen vielfach bereichsübergreifend ausgetauscht oder zusammen entwickelt werden.
Die Personengebundenheit des Wissens unterscheidet diese Ressource von allen anderen Produktionsfaktoren. Sie ist abhängig von der Subjektivität ihres Trägers, seinen Gefühlen und seinen Interessen, Orientierungen, Neigungen, Ansprüchen, Ängsten und Wünschen. Wissenstransfer findet dort nicht statt, wo der Mitarbeiter befürchtet, daß er durch andere Beteiligte daran gehindert wird, seine eigenen Aufgaben so zu erfüllen, wie er es für richtig hält. Und auch dort nicht, wo dem Kollegen Erfolg geneidet wird. Daraus wird ersichtlich, daß die Ressource Wissen nicht nur für funktionale Interessen eingesetzt wird, die der Aufgabenerfüllung dienen, sondern auch für die Verfolgung subjektiver Ziele.

Gehemmt wird der Wissenstransfer überdies durch die allgemein üblichen Gratifikationssysteme. Dabei gilt die Herausstellung der eigenen Leistung als belohnenswert und ermöglicht ein höheres Gehalt und einen Aufstieg in der Hierarchie. Besonders bei wissensintensiven Prozessen ist es schwierig, die einzelnen Herstellungsanteile zuzuordnen. Wissen kann aber auch aus dem Grund zurückgehalten werden, die eigene Arbeit (z.B. Zusammenarbeit mit anderen Abteilungen) nicht zu erschweren. Laut der formalen Ablaufbeschreibung sollen alle Produktmängel vom Kundendienst dem Marketing gemeldet werden. Dieser setzt mit dieser Information dann den Entwicklungsbereich unter Druck. Da der Kundendienst aber in enger Abstimmung mit der Entwicklung arbeitet, wird dieses Wissen um die Mängel zurückgehalten.
Ein weiterer Grund für die Zurückhaltung von Wissen kann in der Furcht liegen, von anderen unter Zugzwang gesetzt zu werden. Bei Informationsweitergabe zu einem frühen Zeitpunkt im Entwicklungsprozess geht man das Risiko ein, daß andere betroffene Gruppen noch Gestaltungswünsche äußern können.
Wissen wird manchmal zurückgehalten, um die eigene Arbeitsbelastung zu verringern. Bei vorzeitiger Weitergabe kann es passieren, daß neue Produktspezifikationen angemeldet werden.

Auf der anderen Seite kann es dazu kommen, daß Wissen offensiv vermarktet wird, um dadurch eigene Ziele zu verfolgen. Man wirft der Interessengruppe "Häppchen" hin, von denen man weiß, daß sie einen Anreiz darstellen werden und bewegt die Gruppe so dazu, bestimmte eigene Interessen zu verfolgen.

Die Barrieren, die eine Zusammenarbeit und den Wissensaustausch erschweren, entspringen entweder einem Mangel an Wollen (kein Anreizsystem), an Können (mangelnde Qualifikation) oder bzw. und Dürfen (formale, hierarchische Strukturen sind hinderlich). Deutlich werden sie durch Informationsfilterung, -zurückhaltung,
-überflutung, und -verzerrung. Dies kann zum Beispiel aus einer derartigen Gestaltung der Informationssysteme resultieren, die nur eine privilegierte Nutzung zuläßt. Welche Gründe diese Barrieren haben können, zeigt die folgende Zusammenstellung, in Anlehnung an die ermittelten Analyseergebnisse von Lullies:

  • Abteilungsdenken,.
  • Zeitmangel,
  • Passivität und das Fehlen eines Anreizsystems,
  • Exklusives Wissen wird für Macht gehalten, und somit unterstützt die Nicht-Weitergabe einen gewissen Status,
  • Verantwortlichkeiten wurden nicht spezifiziert, daher fühlt sich niemand für ein Projekt oder Vorhaben verantwortlich,
  • Überzentralisierung der Wissensressource in einer Person.

Bei diesen beschriebenen Barrieren handelt es sich um Kommunikations- und Abstimmungsprobleme, wenn Ziele den Mitarbeitern nicht bekannt oder nicht klar formuliert sind. Mangelt es an einem ausreichenden Feedback, deutet dies auch auf einen nicht optimalen Kommunikationsfluß hin.
Wird der Informationsfluß zwischen den Ressorts nicht professionell gesteuert, sondern hängt eher von persönlichen Sympathien ab und besteht keine Kopplung zu den Nachbarressorts, dann kommt es zu folgenschweren Abstimmungsproblemen.

Durch diese Probleme gelingt es den Unternehmen oft nur bedingt, das für den Entwicklungsprozess auf verschiedene Stellen verteilte Wissen zieladäquat zu mobilisieren und zusammenzuführen. Dabei müssen das Produktwissen, das bereichsübergreifende Wissen und das organisationsbezogene Wissen integriert werden. Dies kann nur erfolgreich realisiert werden, wenn die folgenden Voraussetzungen gegeben sind:

  • Berücksichtigung der Auswirkungen des Wissens auch für andere Abteilungen und Mitarbeiter,
  • Konsens über die Bedeutung des Wissens,
  • Fähigkeit die Perspektive des anderen nachzuvollziehen und teilweise zu übernehmen,
  • dadurch Veränderung der eigenen Perspektive,
  • Aktivierung des verteilten und spezialisierten Wissens,
  • Ausbalancieren von Perspektiven,
  • Integration differenzierten Wissens,
  • Lösung von strukturimmanenten Widersprüchen und Zielkonflikten,
  • Bereitstellung und Verarbeitung von Steuerungswissen,
  • Erfahrungssicherung.

Die Ebenen, auf denen Barrieren auftreten können, sind zu unterscheiden in eine horizontale (personal- und bereichsübergreifender Wissenstransfer), eine prozessübergreifende und eine hierarchieübergreifende (vertikaler Wissenstransfer).

Der Wissensaustausch wird in vielen Fällen auch gestört durch Defizite im Managementverhalten, die im Bereich des vertikalen Wissenstransfers liegen.
Vielen Führungskräften fällt es schwer, ihren Mitarbeitern das Wissen zur Verfügung zu stellen, das sie für ihre Arbeit benötigen. So fehlt beispielsweise Wissen über den Entstehungszusammenhang von Entscheidungen und Zielen, über Hintergründe und ihre Einordnung in den strategischen Gesamtrahmen. Damit fällt es den Mitarbeitern an der Basis schwer, an sie gerichtete Anforderungen richtig einzuschätzen.
Doch nicht nur der Wissenstransfer vom Management zur Basis (top-down) kränkelt, sondern auch der entgegengesetzte Wissensfluß, von der Basis zum Management (bottom-up) kann in den meisten Fällen als dysfunktional bezeichnet werden. Das mangelnde Verständnis der Bringschuld des Wissens bei den Mitarbeitern wird beklagt. Dieses Verhalten beruht auf negativen Erfahrungen, die Mitarbeiter mit dem offenen Umgang mit Wissen gemacht haben.
Das Vorenthalten von Informationen kann auch darin begründet liegen, daß bei negativen Projektverläufen niemand in die Rolle des Überbringers von schlechten Nachrichten schlüpfen möchte, oder daß man sich keinerlei Unterstützung bei der Lösung eines Problems erhofft. In einigen Fällen wird der Zeitpunkt im Entwicklungsprozess verpaßt, zu dem noch Handlungsalternativen verfolgt werden können.
Der wechselseitige Wissensaustausch von oben nach unten und zwischen den Mitarbeitern wird entscheidend von der Art und Weise bestimmt, wie Führungskräfte mit dem eigenen Wissen und mit dem der Mitarbeiter umgehen.

Zusammenfassend lassen sich die nachstehenden Fragen formulieren:

Wie werden Projektgruppen in Ihrem Unternehmen zusammengesetzt?

Wie werden Neuerungen im Unternehmen geplant und durchgesetzt?

Unterstützen die vorhandenen Gratifikationssysteme den Wissenstransfer?

Wie weit weichen formale Prozessgestaltung und informeller Prozessablauf voneinander ab?

Wie wird abteilungsübergreifender Wissenstransfer strategisch gefördert?

Wie werden bestehende Wissensbarrieren identifiziert?

Wie ist der Wissenszugang geregelt?

Wie wird spezialisiertes und verteiltes Wissen integriert?

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5. Das individuelle und das organisationale Lernen

Zunächst sollte man sich bewußt machen, daß Probleme und Konflikte nicht nur alltäglicher, nicht vermeidbarer Bestandteil jeder Organisation sind, sondern vielmehr ihren eigentlichen Motor darstellen: eine Organisation wäre ohne sie nicht überlebensfähig.
Die Lernfähigkeit einer Organisation ist folglich eine ihrer wesentlichen Existenzbedingungen und man sollte ihre Funktionsweise kennen und verstehen, um sie optimal für die Organisationsziele nutzen zu können.

Der Erwerb von Wissen und die Einführung neuer Strategien können einen Wandel der Unternehmenskultur bedingen, wenn dadurch geltende Werte und Verhaltensweisen in der Organisation in Frage gestellt werden. Die Etablierung neuer Denk- und Verhaltensmodelle jedoch ist zwingend von einer Phase der Verunsicherung begleitet. Dabei geht eine Destabilisierung des Gruppenzusammenhaltes notwendigerweise der Etablierung und Akzeptanz neuer Werte und Normen voraus. Während dieses Umbruchprozesses sollten Sie den neuen Denkstil vermitteln, bekräftigen und Handlungsorientierungen liefern, bevor er dank Erfahrung und alltäglicher Bestätigung in der Organisation fest verankert wird. Die Einleitung eines kulturellen Wandels impliziert zudem immer – zusammen mit neuen Leitbildern und Überzeugungen - die Möglichkeit einer Umverteilung von Macht. Ihre Präsenz ist daher nicht nur aufgrund der potentiellen Gefährdung der Gruppenidentität ratsam, sondern auch im Hinblick auf die Behauptung Ihres eigenen Status.
Im Verlauf der Einführungsphase müssen auch Rückfälle, Scheitern und negative Implikationen als durchaus normal hingenommen werden, denn nur wenn sich die neuen Denkmodelle als alltagstauglich erweisen, werden sie von den Organisationsmitgliedern künftig tatsächlich akzeptiert und praktiziert.

Lernen darf keinesfalls auf einen eindimensionalen Ablauf reduziert werden, also im traditionellen Verständnis des "Paukens" von Lehrstoff, der dann von außen abgefragt werden kann. Es handelt sich vielmehr um einen Prozess, der mitunter wichtiger sein kann als das Ergebnis. Nachhaltiges und signifikantes Lernen findet statt, wenn der Lehrinhalt vom Lernenden als für seine eigenen Zwecke relevant wahrgenommen wird und wenn sich die eigene Person mit verändert. Außerdem ist wirkliches Lernen oft gleichbedeutend mit exemplarischem Lernen, d.h. der Lernerfolg und die praktische Umsetzung des Lehrstoffes sind direkt "erfahrbar" .
Lehrinhalt wie –methoden aber sollten stets kritisch hinterfragt werden und diskutierbar bleiben, da sie auch beträchtliche Machtpotentiale implizieren und nie neutral sein können. Der Wissensträger muß dabei nicht unbedingt Macht innerhalb der Organisationshierarchie besitzen, sondern er kann allein dank seines - anerkannten - Wissens Einfluß ausüben.
Dies gilt nicht nur für die Interessen der Akteure innerhalb der Organisation, sondern ebenso empfiehlt sich eine kritische Haltung bei der Wahl der angemessenen Lehrmethoden und ihrer Vermittler. Aus der zunehmenden Verunsicherung von Organisationen ergibt sich eine (bedingte) Abhängigkeit von externen Wissensträgern, was einen lukrativen Markt für eine Vielzahl von Anbietern bildet. Diese sollten daher nicht nur eingehend bezüglich ihrer Seriosität, sondern auch auf ihren ideologischen Hintergrund hin überprüft werden, bevor man ihr Eindringen in das Unternehmen gestattet. Zudem eignen sich nicht alle Mitarbeiter bzw. Abteilungen für etwa ein spielerisches Herangehen, Rollenspiele o.ä. (denken Sie beispielsweise an die Mitarbeiter in der Fertigung, die vermutlich weniger "kreative" Methoden vorziehen werden). Gerade in den aktuellen Themenbereichen "Team" und "Kommunikation" verschwimmen die Grenzen zwischen den Disziplinen: die Beratung kann einen betriebswirtschaftlichen, soziologischen, psychologischen, usw. Schwerpunkt aufweisen.
Wichtig ist es deshalb auch, sich nicht auf eine einzige Herangehensweise an bestimmte Probleme zu fixieren.

Die entscheidenden Veränderungen aber können nicht allein durch Training und Weiterbildung der Mitarbeiter durchgesetzt werden, sondern sind vor allem auch Ergebnis einer erfolgreichen Unternehmens- und Führungskultur.

Das individuelle Lernen wird heute in den meisten Unternehmen relativ selbstverständlich systematisch genutzt und (weiter-)entwickelt: Maßnahmen wie berufliche Weiterbildung, Schulungen, Seminare, usw. gehören für eine Vielzahl der Beschäftigten mittlerweile zum Alltag. In jüngster Zeit sind gleichwohl einige neue Verfahren und Instrumente hinzugekommen, die ein Indiz dafür sind, daß die Relevanz von kontinuierlichem Lernen in der professionellen Praxis gestiegen ist. Dabei geht es weniger als früher um eine reine Weiterqualifikation und eine Erweiterung ausschließlich tätigkeitsbezogener Kompetenzen, sondern die Themenpalette reicht von "Kreativitätsentfaltung" bis zu "Kommunikation im Team". Ebenso tritt die klassische "Lehrer-Schüler"-Situation mehr und mehr in den Hintergrund, "learning by doing" und (multimediales) Selbstlernen sind die oftmals sinnvolleren und effizienteren Alternativen, welche überdies die Eigenverantwortlichkeit des einzelnen Mitarbeiters und damit seine Motivation stärken. Vermehrt gelangen Führungskräfte bzw. Geschäftsleitungen zu der Überzeugung, daß es häufig wenig Sinn macht, die Mitarbeiter zu bestimmten Weiterbildungsmaßnahmen zu "verdonnern". Der erlernte Stoff wird leider nur allzu oft nicht in die Praxis umgesetzt, die Mitarbeiter "blocken ab", wenn dieser nicht ihren Interessen entspricht oder sie sich überfordert fühlen.
In jedem Fall stellt das kontinuierliche individuelle Lernen und die Integration auch von Erfahrungswissen der Mitarbeiter oder Teams in jeder Organisation ein bedeutsames Potential dar, das nicht vernachlässigt, sondern vielmehr systematisch ausgebaut und genutzt werden sollte.
Da die hierzu erforderlichen Investitionen auf Unternehmensseite ganz beträchtlich sein können (wenn Sie einmal alle anfallenden Kosten zusammenfassen: Arbeitsausfall, externe Trainer, Reisekosten u.ä.) und der Gewinn nicht unbedingt so unmittelbar auf der Haben-Seite ablesbar wird, sollten Sie gründlich - und vor allem auch längerfristig - planen, welche Mitarbeiter Sie mit welcher Zielsetzung weiter qualifizieren möchten.

Als Organisationslernen bezeichnet man im allgemeinen den Prozess, durch den eine Organisation neues Wissen, neue Werkzeuge, Verhaltensweisen und Wertmaßstäbe erhält und gebraucht, und zwar auf allen Stufen: der des Individuums, der Gruppe und des Systems.
Das organisationale Lernen setzt bestimmte neue Kompetenzen voraus, die Organisation bzw. ihre Mitglieder müssen fähig sein,

  • Unsicherheiten anzuerkennen und mitzuteilen,
  • Irrtümer und Fehler anzugeben, statt zu verstecken,
  • auf die Zukunft zu reagieren,
  • zwischenmenschlich kompetent zu werden,
  • zunehmendes Wissen über sich selbst aufzubauen.

Sowohl für das individuelle als auch für das organisationale Lernen lassen sich verschiedene Formen oder Stile unterschieden, die von grundlegender Bedeutung für den Lernprozess sind. Dieser basiert auf den vier Elementen:
Erfahrung – Beobachtung – Konzeptualisierung – Experimentieren,
welche die Grundlage für das abgebildete Lernmodell bilden (nach Kolb in: Fatzer 1995):

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Analog zu den oben genannten Elementen lassen sich vier Lerntypen benennen, deren Stärken jeweils in den verschiedenen Lernphasen dominieren.

Der Spezialist (Converger):Die dominanten Lernfähigkeiten sind abstrakte Konzeptualisierung und aktives Experimentieren. Die großen Stärken des Convergers liegen in der praktischen Anwendung von Ideen. Diese Person ist dort am besten, wo es eine eindeutige Antwort auf eine Frage oder ein Problem gibt. Es sind meist relativ unemotionale Menschen, die es vorziehen, mit Dingen statt mit Personen zu tun zu haben. Sie tendieren dazu, enge technische Interessen zu haben und spezialisieren sich meist auf technische Wissenschaften (Beispiel: Ingenieure).

Der Initiator :Die dominanten Lernfähigkeiten sind abstrakte Konzeptualisierung und aktives Experimentieren. Die großen Stärken des Convergers liegen in der praktischen Anwendung von Ideen. Diese Person ist dort am besten, wo es eine eindeutige Antwort auf eine Frage oder ein Problem gibt. Es sind meist relativ unemotionale Menschen, die es vorziehen, mit Dingen statt mit Personen zu tun zu haben. Sie tendieren dazu, enge technische Interessen zu haben und spezialisieren sich meist auf technische Wissenschaften (Beispiel: Ingenieure).

Der Initiator

Der Initiator (Diverger):
Besitzt die gegenteiligen Lernstärken des Convergers. Diese Person beherrscht den Bereich der konkreten Erfahrung und der reflektiven Beobachtung am besten und verfügt zudem über spezielle Fähigkeiten, konkrete Situationen aus vielen Perspektiven zu betrachten (Ideengenerator). Es handelt sich typischerweise um an Menschen interessierte Personen, die imaginative und emotionale Kompetenzen, breite kulturelle Interessen und eine Tendenz zu Kunst aufweisen (Beispiele: Geistes-, Gesellschaftswissenschaftler, Berater, Personalverantwortliche).

Der Theoretiker (

Der Theoretiker ( Besitzt die gegenteiligen Lernstärken des Convergers. Diese Person beherrscht den Bereich der konkreten Erfahrung und der reflektiven Beobachtung am besten und verfügt zudem über spezielle Fähigkeiten, konkrete Situationen aus vielen Perspektiven zu betrachten (Ideengenerator). Es handelt sich typischerweise um an Menschen interessierte Personen, die imaginative und emotionale Kompetenzen, breite kulturelle Interessen und eine Tendenz zu Kunst aufweisen (Beispiele: Geistes-, Gesellschaftswissenschaftler, Berater, Personalverantwortliche).

Der Theoretiker (

Der Theoretiker (

Der Theoretiker (Seine dominanten Lernfähigkeiten sind abstrakte Konzeptualisierung und reflektive Beobachtung. Die große Stärke einer solchen Person liegt im Erarbeiten von theoretischen Modellen. Sie kann verstreute Beobachtungen in eine integrierte Erklärung einbringen. Ebenso wie der Converger zeigt er wenig Interesse an Menschen, sondern vor allem an abstrakten Konzepten, nicht aber an der praktischen Anwendung von Theorien. (Beispiele: Mathematiker, Naturwissenschaftler, Forschungs- und Planungsmitarbeiter).

Der Macher (

Der Macher (

Der Macher (Zeigt die gegenteiligen Lernstärken des Assimilators. Diese Person ist am besten im Bereich der konkreten Erfahrung und des aktiven Experimentierens. Sie kann am besten Dinge ausführen, Pläne oder Experimente, und sich in neue Erfahrungen hineinbegeben (größere Risikobereitschaft als die drei anderen Typen). Die Problemlösung wird durch intuitives "trial-and-error" durchgeführt und darüber hinaus ist die Bereitschaft groß, sich auf von anderen gelieferte Informationen zu stützen. Oftmals ist dieser Typus sehr ungeduldig. Sein professioneller Hintergrund ist meistens praktisch oder technisch, in Richtung "business" (Beispiele: Marketing, Verkauf).

Die einzelnen Lerntypen finden sich entsprechend besonders häufig in bestimmten Organisationsabteilungen und –funktionen, in welchen diese Kompetenzen bedeutsam sind bzw. die Arbeitsprozesse ein solches Verhalten sinnvollerweise voraussetzen.
Gleichzeitig werden damit auch typische Probleme und Konflikte in/zwischen Teams, Abteilungen usw. angesichts solcher "Temperamentunterschiede" evident und durch eine adäquate Abstimmung steuerbar.
Hieraus wird ersichtlich, daß es für den Erfolg Ihrer Maßnahmen ganz entscheidend sein kann, die Teamstruktur wie auch die (Lern-)Charaktere der einzelnen Mitglieder zu kennen, zu berücksichtigen – und auch zu fördern.

Ein wichtiger, aber noch nicht selbstverständlicher Aspekt von Lernen ist das Verlernen, ein überlebensnotwendiger Prozess, der gerade angesichts des explosionsartigen Anwachsens der Wissensbestände in Organisationen aktiv und kontinuierlich betrieben werden muß. Nur die Befreiung von übermäßigem Wissensballast kann ein flexibles Agieren und Reagieren gewährleisten. Mitunter kann weniger Wissen vorteilhafter sein: in unserer westlichen Kultur wird Wissen als Wert und Gut an sich gerne überbewertet und mit Erwartungen überfrachtet - ja geradezu mystifiziert. Wenn man nun innerhalb der Organisation zu einer intensiveren Auseinandersetzung und Aufwertung der Faktoren Lernen und Wissen übergeht, dürfen die Organisationsmitglieder keinesfalls dem Trugschluß unterliegen, allein das "Horten" von Wissen sichere ihre Funktion oder ihren Status. Eine derartige Strategie der Wissensmaximierung führt früher oder später zwangsläufig zur Handlungsunfähigkeit und zum Kollaps des gesamten Systems.

Ein weiteres Kriterium ist die potentielle Fluktuativität von Wissen. Aufgrund des personengebundenen Charakters von Wissen entsteht für die Organisation trotz aller Systematisierung und Dokumentation eine gewisse Abhängigkeit vom individuellen Wissensträger. Dem wünschenswerten gesteuerten Verlust von Wissen, wie oben geschildert, steht nunmehr also der ungesteuerte, zu vermeidende Verlust von Wissen gegenüber. Gerade da Wissen ein zeitlich derart instabiler Wert ist, muß für den relevanten Zeitraum der nutzbringenden Anwendung für die Organisation gewährleistet sein, daß der Wissensträger das Unternehmen nicht verläßt oder daß dieses Wissen gestohlen wird. Die bisher übliche Praxis des zyklischen Rekrutierens von Mitarbeitern kann den kontinuierlichen Wissensbedarf nicht mehr abdecken. Dies gilt vor allem für kleine und mittelständische Unternehmen, da diese insgesamt über relativ knappe Humanressourcen verfügen.

Je rascher sich die Umwelt(-bedingungen) in nicht nachvollziehbaren und wenig beständigen Mustern verändern, desto zentraler wird die Fähigkeit zum Entlernen, zur ständigen Überprüfung von Routinen und prozesshafter Organisationsgestaltung. Der Schlüsselbegriff in diesem Kontext lautet Anschlußfähigkeit des Wissens und das bedeutet auch, daß es in die Lage versetzen sollte, zu Entscheidungen zu finden. Ziel des Lernens in Organisationen ist zusammenfassend also nicht die Akkumulation von (Fach-)Wissen, sondern die Kenntnis verschiedener Methoden und Handlungsmodelle (z.B. alternative Problemlösungsmöglichkeiten, neue Wege der Ideenfindung, existierende Wissensressourcen und der Zugriff auf sie), um eine reflektierte und damit innovative Organisationsstruktur zu erhalten.

Zusammenfassend lassen sich die nachstehenden Fragen formulieren:

Welche Werte, Normen, Verhaltensweisen sind charakteristisch für das Unternehmen?

Welche Probleme bzw. Konflikte existieren in Ihrer Organisation? Reichen die internen Potentiale für diese Zielsetzungen aus oder müssen externe Ressourcen hinzugezogen werden?

Wie stark ist die Kohärenz der Gruppe, wird sie einer Verunsicherung und Neuorientierung standhalten?

Sind Sie in der Lage, die erforderlichen Handlungsorientierungen an Ihre Mitarbeiter zu vermitteln?

Handelt es sich um ganze Abteilungen/Geschäftseinheiten oder lediglich um einzelne Mitarbeiter, die zu einem bestimmten Thema weiter qualifiziert werden sollen?

Wie bindet und schützt man Wissen(-sträger) in bezug auf die Unternehmensziele?

Wie ist die Motivation im Hinblick auf Weiterbildung einzuschätzen und wie läßt diese sich für die Unternehmensziele strategisch nutzen? Welche Rolle können in diesem Kontext persönliche Interessen, Begabungen, Vorlieben usw. von Mitarbeitern spielen, verfügen Sie überhaupt über derartige Informationen?

Gibt es Wissensbestandteile, welche die Organisation zukünftig nicht mehr benötigen wird, welches Wissen belastet oder behindert die aktuellen Arbeitsabläufe? ("Verlernen" oder "Zwischenlagern"?)

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6. Vom Umgang mit dem eigenen Organisationswissen

Wenn man sich nun zu einer strategischen Bewirtschaftung der Ressource Wissen im Unternehmen entschieden hat (das Soll-Konzept erstellt ist), so wird man anschließend die vorhandenen Wissensbestände in der Organisation erfassen, dokumentieren und ein internes Wissensprofil erstellen, um sich einen Überblick über das verfügbare Potential verschaffen zu können. Dazu bietet sich die Durchführung einer sorgfältigen Mitarbeiterbefragung und die Anlage von yellow-pages o.ä. an. Die Ist-Analyse sollte sich jedoch nicht auf die Feststellung des jeweils vorhandenen aktuellen Wissens beschränken, sondern auch die individuellen Wissensziele des Mitarbeiters und die der Abteilung/der Organisation (aus seiner Einschätzung) beinhalten.
Auch im Falle "organisationsferner" Interessen von Mitarbeitern ist zu überlegen, ob diese nicht gefördert werden sollen, selbst wenn dem Unternehmen hieraus kein direkter (Wissens-)Nutzen entstehen wird. Möglicherweise ergibt sich eine neuartige, "unorthodoxe" Perspektive auf die Prozesse und Probleme in der Organisation.
Insbesondere die frühzeitige Partizipation aller Mitarbeiter erweist sich meist als Garant für eine breite Akzeptanz derartiger Projekte und trägt darüber hinaus zu einer frühzeitigen Vermeidung von Mißverständnissen zwischen Führung und Basis bei (vielleicht besteht in ihrer Organisation die Wissenslücke ja gerade an dieser Schnittstelle!?).

In diesem Zusammenhang muß ein weiterer wichtiger Aspekt thematisiert werden: wie soll die Belohnung besonders "wissensdurstiger" Mitarbeiter erfolgen (welche Anreizsysteme werden geschaffen)?
In den meisten Fällen wird auch die Einführung von adäquaten technischen Systemen der Informationstechnik erforderlich und bereits zu diesem Zeitpunkt wird eine "Wissenslücke" zu schließen bzw. eine Entscheidung zu treffen sein: Welche Informationstechnik benötigt die Organisation und welche Personen werden mit ihr arbeiten müssen? Ebenso sollte schon zu diesem Zeitpunkt ein Wissenskoordinator bestimmt werden, der für Erfassung, Pflege, Koordination und Verbreitung des Wissens verantwortlich ist (eine größere Organisation wird eventuell eine neue Organisationseinheit mit mehreren Mitarbeitern, z.B. im Rahmen der Personalabteilung oder des Qualitätsmanagements, gründen). Die beteiligten Akteure müssen nun auch verbindliche Kriterien festlegen, wie und welches betriebliches Potential bzw. welcher Bedarf bestimmt werden soll.
Aus der Vielzahl der unmittelbar entstehenden Fragen wird ersichtlich, daß schon jetzt die Einbeziehung externer Personen in Erwägung gezogen werden sollte: Sind Sie sicher, daß die Organisation all dies aus eigener Kraft zu leisten vermag?

Wenn diese Aspekte geklärt sind und ein Konsens über die unternehmensweite Wissensstrategie einschließlich all ihrer technischen und eventuellen personellen Veränderungen besteht und wenn die Mitarbeiter als Wissensträger identifiziert worden sind, kann ein Konzept zur Schließung der konstatierten Lücken bzw. Ziele erarbeitet werden.

Damit sind die wesentlichen Voraussetzungen für die Knüpfung eines unternehmensweiten Netzwerkes geschaffen, das sich von den tradierten hierarchischen Koordinationsformen lösen muß, um den Anforderungen an Dynamik, Transparenz, usw. gerecht zu werden.

Die Organisationsmitglieder dürfen aber nicht den Eindruck erhalten, die Lieferung ihres Wissens sei eine einmalige - oder eindimensionale - Leistungserbringung, ihr Soll sei damit erfüllt. Gleichzeitig jedoch sollten auch die Grenzen der Verfügbarmachung von individuellem Wissen beispielsweise durch einzurichtende "Wissensnischen" deutlich markiert und respektiert werden. Der Einzelne sollte sich mit seinem Wissen nicht der Organisation ausgeliefert fühlen, deshalb sollte ein Austausch, nicht eine Instrumentalisierung von Wissen auch im Interesse einer dynamischen Organisation liegen.
Nur dann wird die Wissensbasis - freiwillig – auch mit "Querdenken" angereichert, andernfalls wird die Organisation gezwungen sein, ständig neues Wissen (d.h. neue Wissensträger) zu rekrutieren, als langfristige Strategie und im Hinblick auf eine gesunde Unternehmenskultur eignet sich dies gleichwohl kaum.

Zusammenfassend lassen sich die nachstehenden Fragen formulieren:

Welche Informationstechnik benötigt die Organisation und welche Personen werden mit ihr arbeiten? (Investitionsrahmen?)

Welches sind die verbindlichen Kriterien hinsichtlich der betrieblichen Potentiale bzw. des Bedarfes, über welche ein Konsens besteht?

Wer kann/soll das Wissenssystem in der Organisation etablieren, pflegen, entleeren usw.?

Sind alle hierfür erforderlichen technischen, intellektuellen usw. Kompetenzen vorhanden oder müssen sie noch ausgebildet werden?

Verfügt die Organisation über die internen Weiterbildungskapazitäten oder müssen externe Trainer beauftragt werden? (Gleiches gilt für Räume, Ausstattung, usw.)

Soll das Organisationswissen der Nutzung der eigenen Organisation vorbehalten bleiben oder zieht man auch einen Verkauf von Wissen in Betracht?

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7. Vom Umgang mit Beraterwissen

Der zunehmende Bedarf an Beratungsdienstleistungen läßt sich u. a. durch eine stark gestiegene Komplexität organisationeller Prozesse erklären. Unter dem Druck veränderter, wesentlich komplexerer Rahmenbedingungen reagieren Organisationen mit der Steigerung der Eigenkomplexität. In der Folge werden die traditionellen Hierarchien ersetzt durch teilautonome Subsysteme, Geschäftsführungseinheiten, Profit Centers, usw. Deren Koordination und Integration aber muß als eine zentrale Managementaufgabe bei jedem neu zu bearbeitenden Problem neu bzw. flexibel gestaltet werden. Die Leitentscheidungen der Organisationsspitze werden somit zunehmend zu Ergebnissen von Aushandlungsprozessen. Damit einher geht jedoch auch eine höhere Unkalkulierbarkeit und eine größere Unsicherheit bei Entscheidungsprozessen.

Hier kann der Organisationsberater mit seinem Wissen Hilfestellung geben. Seine Dienstleistung kann sich auf die Lieferung von Know-how beschränken, ebenso aber auch den Transfer von Erfahrung, Wissen und Verfahrenstechniken umfassen, die eine Problemlösung, eine Beseitigung von Schwachstellen, eine Erhöhung der Wirtschaftlichkeit, Produktivität, Rentabilität, usw. ermöglichen.
Eine zweite Möglichkeit der externen Wissensbeschaffung bietet die Bildung von Netzwerken mit Kunden, Lieferanten und anderen Unternehmen oder in der Unternehmenskooperation. Damit lassen sich eigene Schwächen durch externe Stärken kompensieren, um auf diese Art und Weise die Wettbewerbsposition der eigenen Unternehmung zu sichern und langfristig zu verbessern.

Die Dienstleistung eines Beraters ist dank ihrer zeitlichen und meist auch inhaltlichen Begrenzung jedoch besser überschaubar und den konkreten Organisationszielen bzw. -problemen angepaßt. Gleichwohl sollten Sie keine "Patentrezepte" oder "magisches Wissen" erwarten: der Berater kann Sie nur während eines klar definierten Zeitraums begleiten und die Sicht der organisationellen Prozesse um die Perspektive des außenstehenden Beobachters erweitern. Das bietet die Möglichkeit, eingefahrene Denk- und Verhaltensweisen zu erkennen, zu hinterfragen und ggf. alternative Modelle zu entwickeln. Die Entscheidung und konkrete Umsetzung im Arbeitsprozess jedoch verantworten stets Sie!

Allen Beteiligten sollte in diesem Zusammenhang bewußt sein, daß sich der Berater nicht zwingend durch einen Wissensvorsprung als Experte im traditionellen Sinne auszeichnet (er leistet in den meisten Fällen nur das, was die Organisation nicht aus eigenen Ressourcen erbringen kann). Im Gegenteil werden Sie ihm in bezug auf das fachliche Wissen Ihrer Arbeitsabläufe sicherlich überlegen sein, betrachten Sie deshalb seinen Beitrag nicht als Bedrohung, sondern als eine wertvolle Bereicherung für die Organisation und alle ihre Mitglieder.

Dieser interaktive Prozess setzt die Fähigkeit und Bereitschaft der Betroffenen im Unternehmen voraus, die eigenen Arbeitsprozesse transparent zu machen und die Beraterperson bzw. ihr Wissen zu akzeptieren. Denn nur wenn dieses zugekaufte Wissen in den Bestand der Organisationsmitglieder integriert wird, kann die Nutzung der externen Ressource sinnvoll und effizient sein.
Demnach sollte vor der Einführung neuer Akteure bzw. Konzepte in die Organisation diskutiert und dokumentiert werden, welche Bedürfnisse, Lücken, Probleme thematisiert werden sollen und welches Ziel damit verfolgt wird.
Mitunter zeigt es sich bereits jetzt, daß die formulierten Erwartungen der Unternehmenskultur zuwider laufen, daß die verschiedenen Akteure die Situation unterschiedlich bewerten oder daß es nicht die richtige Zeit für gravierende Veränderungen ist (z.B. aufgrund interner Abläufe, personeller Strukturen, Auftragslage, usw.).
Erst wenn derartige Aspekte geklärt sind, sollte die Suche nach einem geeigneten Berater begonnen und die erforderlichen Vorbereitungen in der Organisation getroffen werden.

Vor allem sollten Sie wissen, was Sie erwartet, um eventuelle Hemmnisse und Vorbehalte bei Ihren Mitarbeitern frühzeitig abbauen zu können. Darüber hinaus sollten Sie über das geplante Vorhaben und seine Inhalte ausreichend informiert und selbst von der Sinnhaftigkeit des Projektes überzeugt sein! Andernfalls droht das teuer erstandene Wissen isoliert vom betrieblichen Wissenssystem zu verkümmern: ein unrentables und unbefriedigendes Ergebnis, das künftig zu einer generell negativen Haltung fremden Wissensträgern und -konzepten gegenüber in der Organisation führen dürfte.
Das Resultat mißlungener Managementkonzepte ist hinreichend bekannt: "mißtrauische" Mitarbeiter, die sich und die Arbeitsabläufe (und damit auch die existierende Wissensbasis) verstärkt abschotten und zukünftig jegliche Veränderungen und Entscheidungen "von oben" erst einmal blockieren werden.

Damit das Beraterwissen den oben formulierten Erwartungen entsprechen kann, müssen die nachstehenden Bedingungen erfüllt werden:

  • ausreichende Information der Mitarbeiter hinsichtlich Funktion und Inhalt der Beratertätigkeit,
  • aktive Mitarbeit und Kooperation der Führungskräfte,
  • eindeutige Zieldefinition sowie realistische Erwartungshaltung (in bezug auf Zeit, Ressourcen, Investitionsaufwand, Aktionsradius),
  • Bereitstellung sämtlicher Informationen und Transparenz für alle Beteiligten in jeder Phase (Möglichkeit der Intervention),
  • Berücksichtigung der Unternehmenskultur (bestehende Werte und Denkmodelle).

Weiterhin muß festgestellt werden, ob das angeforderte Beraterwissen direkt an das vorhandene Potential innerhalb der Organisation anschließt oder ob parallele Weiterbildungsmaßnahmen notwendig sind - denn nur dann ist das Wissen effizient nutzbar zu machen.

Auch die umgebenden und nur sekundär betroffenen Geschäftseinheiten müssen über die geplanten Veränderungen informiert werden (wie evt. auch Kunden, Zulieferer usw.), damit nicht neue (Koordinations-)Probleme entstehen, welche die Mitarbeiter demotivieren und verunsichern können. Möglicherweise müssen auch Akteure bzw. Abteilungen zwecks Abstimmung der Verfahren mit einbezogen werden, auch wenn dies ursprünglich nicht geplant war.

Doch auch der Berater und seine Tätigkeit sind jederzeit angreifbar. Falls Sie im Verlauf der Beratung immer mehr zu der Überzeugung gelangen, daß die Entwicklungen im Rahmen des Projekts negativ sind, zögern Sie nicht, eine derartige unliebsame Wahrheit auszusprechen, bevor der Schaden ein (noch) größeres Ausmass annimmt.

Zusammenfassend lassen sich die nachstehenden Fragen formulieren:

Welche Bedürfnisse, Lücken, Probleme sollen im Hinblick auf eine externe Beratung thematisiert werden und mit welchem Ziel?

Besteht ein Konsens hinsichtlich dieser Erwartungen, stehen sie im Einklang mit der Unternehmenskultur und -zielen?

(Wann) ist der richtige Zeitpunkt für die geplanten Veränderungen?

Welche Kompetenzen und welches Wissen erwarten wir von dem Berater?

Wer muß informiert bzw. einbezogen werden?

Welche Arbeitsabläufe/Leistungen sind unmittelbar, welche mittelbar betroffen?

Welche Weiterbildungsmaßnahmen für welche Mitarbeiter sind erforderlich?

Welche(r) Mitarbeiter ist/sind dazu geeignet, als "Verbündeter" die Projektinhalte in das Team hineinzutragen (wer besitzt eine große soziale Kompetenz bzw. Akzeptanz oder Qualifikation)?

Wie soll das Beraterwissen in der Organisation verteilt werden (auf einzelne Wissensträger oder teamweit)?

Wer pflegt und entwickelt den Wissensbestand nach dem Ende der Beratungszeit weiter?

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8. Abschließende Bemerkungen

Bevor Sie mit vorbereitenden Schritten beginnen bzw. sich für die Durchführung des Projektes engagieren, sollten Sie sich über Ihre eigene Rolle im klaren sein. Auch Sie selbst sind Teil dieser Organisation und ihrer Mechanismen, das bedeutet: alle beschriebenen Prozesse und Abläufe schließen Sie als Organisationsmitglied - potentiell - mit ein. Damit unterliegen Sie ebenso gewissen Normen und Zwängen und sollten - nachdem Sie nun die wesentlichen Prozesse kennen - auch für sich selbst entscheiden, welche Wünsche und Ziele Sie realisieren möchten.
Sehen Sie sich im Zusammenhang mit dem Projekt eher in der Rolle des aktiven Promoters, des kreativen Gestalters und Erneuerers oder mehr als Koordinator, der sich selbst zurücknimmt?
Welche Motivation besitzen Sie hierbei: wollen Sie sich beruflich profilieren, Ihre Karriere vorantreiben, Ihren Funktionsbereich erweitern, Ihre persönliche Wissensbasis erweitern oder ist vor allem die Kooperation mit externen Partnern für Sie interessant?

Viel Erfolg!

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Anhang: Vorlagen für eine Folienpräsentation (8 Folien)

Folie I:
brosch1.jpg (78458 Byte)

Folie II:
brosch2.jpg (39830 Byte)

Folie III:
brosch3.jpg (43475 Byte)

Folie IV:
brosch4.jpg (46828 Byte)

Folie V:
brosch5.jpg (70656 Byte)

Folie VI:
brosch6.jpg (33696 Byte)

Folie VII:
brosch7.jpg (56480 Byte)

Folie VIII:
brosch8.jpg (71820 Byte)

 

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Weiterführende Literatur

Fatzer, Gerhard, Eck, Claus D.(Hrsg.): Supervision und Beratung, Köln 1995

Hofmann, L. M., Regnet, E. (Hrsg.): Innovative Weiterbildungskonzepte, Göttingen 1994

Howaldt, Jürgen: Industriesoziologie und Organisationsberatung. Einführung von Gruppenarbeit in der Automobil- und Chemieindustrie: Zwei Beispiele, Dortmund 1996

Lullies, V., Bollinger, W., Weltz F.: Wissenslogistik, Frankfurt, New York 1993

Sattelberger, Thomas (Hrsg.): Innovative Personalentwicklung, Wiesbaden 1995

Schmitz, C., Zucker, B.: Wissen gewinnt, Düsseldorf, München 1996

Schneider, Ursula (Hrsg.): Wissensmanagement, Frankfurt am Main 1996

Schüppel, Jürgen: Wissensmanagement, Wiesbaden 1997

Warnecke, Hans-Jürgen: Aufbruch zum Fraktalen Unternehmen, Berlin, Heidelberg 1995

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letzte Bearbeitung: 26.03.02