WIPER-HomeZurück ] Nach oben ]


 

Präsentation des WIPER-Projektes auf der Hannover Messe 1999

Carsten Lampe

Vorbemerkung

In dieser Internetfassung werden die einzelnen Folien der Präsentation aufgeführt und jeweils direkt im Anschluß kurz kommentiert. Die Animationen auf den einzelnen Folien werden hier nicht reproduziert.

WIPER präsentiert: Wissenskreisläufe durch Wissenstechnik (Folie 1)
folie01.jpg (28187 Byte)

Das Projekt "WIPER" – Strategisches Wissens- und Personalmanagement – wurde im Mai letzten Jahres (1998) begonnen und wird im November diesen Jahres abgeschlossen sein. Zur Zeit arbeiten eine Germanistin, ein Lehrer und ein Fachhochschullehrer (Projektleitung) für dieses Projekt, das die Erstellung von entsprechenden Lehrmaterialien für KMU auf der Grundlage von betrieblichen Fallstudien zum Ziel hat.

 Wissensmanagement (WM) und Wissenstechnik - reine Mode? (Folie 2)folie02.jpg (34799 Byte)

Wissensmanagement ist keine reine Modeerscheinung, sondern entspricht einem tatsächlichen Bedarf, besonders von "verschlankten" Unternehmen. Diese nämlich bekommen zunehmend Schwierigkeiten, ihr Wissen auf traditionelle Art weiterzugeben bzw. zu erhalten und weiter zu entwickeln. Zudem sind Produktentwicklungen und neue anspruchsvolle Dienstleistungen in steigendem Maße auf die Ressource Wissen angewiesen. Wissen als Unternehmensressource kann mittels Wissensmanagement aktiviert, gepflegt und zugänglich gemacht werden. Auch der Wettbewerb auf den sich vergrößernden Märkten erfordert strategische Planungen und Vorgehensweisen, die ohne Wissensmanagement Gefahr laufen könnten unvollkommen oder unvollständig zu bleiben. So können z.B. viele Produkte nachgebaut werden – die Wissensstrategien zu ihrer schnellen und kundengerechten Entwicklung und Bereitstellung können jedoch nicht so leicht nachgeahmt werden!

"Wissenstechnik" soll nun dazu beitragen, wissensbasierte Strategien zu implementieren und operational umzusetzen. (Damit ist die Entscheidung für den Einsatz einer bestimmten Wissenstechnik selbst gleichzeitig auch immer eine strategische Entscheidung.) Wir verstehen unter Wissenstechnik eine strategisch ausgerichtete Kombination und Integration von vorhandenen informationstechnischen Werkzeugen bzw. "Tools". Einige dieser Werkzeuge sind "intelligenter" als andere - wesentlich ist aber auch ihre zielorientierte Auswahl und Kombination.

In den letzten Jahren ist die Wissenstechnik immer funktionsreicher, komplexer und gleichzeitig integrativer geworden. Dies war und ist auch eine entscheidende Voraussetzung dafür, daß Unternehmungen immer schlanker und schneller werden konnten bzw. können. Um die "Wissenstechnik" bzw. die Schaffung von entsprechenden informationstechnischen Grundlagen kommt man heute also kaum noch herum.

Wissenstechnik zwischen Kreativität und Strukturierung (Folie 3)folie03.jpg (27634 Byte)

Wissenstechnik muß sich auf einem Feld bewähren, daß sich zwischen den beiden Polen Kreativität (spontane Erzeugung) und Strukturierung (systematische Planung) erstreckt. Wissen ist nicht ausschließlich nach System oder Plansoll erzeugbar. Ebenso ist Wissen nicht ausschließlich Produkt rein kreativer Prozesse - zumindest kann zweckgebundenes Wissen nicht dem Zufall überlassen werden, wenn man effektiv arbeiten will. Deshalb müssen Mensch bzw. die Organisation, in der er arbeitet, und Wissenstechnik sinnvoll aufeinander abgestimmt werden. Dabei muß vor allem auch auf Unterstützungsmöglichkeiten für menschliche Potentiale Wert gelegt werden, z.B. auch durch die Verlagerung von Routineaufgaben in IT-Systeme.

Unsere bildhafte Vorstellung sieht auf der einen Seite den Menschen mit seinem Wissen und seinen Kreativpotentialen. Auf der anderen Seite sehen wir die Maschine oder das den Menschen unterstützende informationstechnische System - der Prozessor als Sinnbild für die intelligente oder doch zumindest auf logische Weise Daten prozessierende Maschine. Zu diesem technischen System gehört auch eine Speicherkomponente, sozusagen das Langzeitgedächtnis des technischen Systems.

Die Gedankenwolke des Menschen auf der Präsentationsfolie symbolisiert eben das, eine Idee, einen komplexeren Gedankengang oder auch Sachverhalt. Dieser wird nun in das System eingegeben und vom Prozessor zur Speicherung verarbeitet und an die Wissensbasis abgegeben. Dadurch füllt diese sich und es entsteht nach und nach ein Reservoir an möglicherweise oder hoffentlich relevanten Informationen. Dabei müssen diese so abgelegt werden, daß sie auch wieder in den Arbeitszusammenhang integriert werden können. Das heißt, daß auch Informationskontexte erhalten bleiben oder zukünftig neu abgeleitet werden können müssen.

Auf eine Abfrage hin aktiviert das System oder der Prozessor die Wissensbasis und versorgt nun den Informations- oder Wissenssuchenden mit Wissen oder auch nur mit Informationen. Wenn dieser die ausgegebenen Daten interpretieren kann, dann baut er die Information(en) in sein Wissen ein oder kommt auf neue Gedanken und integriert diese möglicherweise in seinen aktuellen Arbeitszusammenhang. Dadurch wird die ursprüngliche Information verändert und erweitert - zumindest in einen veränderten Kontext gestellt. Es entstehen neue Aspekte, d.h. Informationen, die wieder in die Wissensbasis eingegeben werden können.

Dieser stetige und wiederholte Vorgang des Abspeicherns, Wiederabrufens, Reintegrierens und Wiederabspeicherns von Wissen bzw. Inforationen kann als Kreislauf aufgefaßt werden. Bei diesem Kreislauf sind die Vorteile beider Seiten zu nutzen. Beim Mensch liegen diese eher im beobachtenden Handeln, im sammeln von Erfahrungen, in seiner spezifischen Lernfähigkeit, in seiner Kreativität und Intuition. Bei der Maschine liegen diese eher in der Datenverarbeitung mit intelligenten Analyse-Algorithmen, der Geschwindigkeit, der Speicherkapazität und in der Strukturierung bzw. Indizierung großer Datenmengen.

Die Wissenstechnik zwischen Kreativität und Strukturierung muß in der Lage sein, die unterschiedlichsten Dinge bzw. Objekte aufzunehmen und abzubilden. Es gilt Äbläufe und zusammenhängende Informationen, also das Wissen einer Organisation, abzubilden. Darüber hinaus geht es darum, auch neues Wissen zu erzeugen oder zu entwickeln. Dazu braucht es, wie gezeigt, einen Rücklauf bzw. dauerhaften Kreislauf. "Aber wie???" kann dies im Einzelnen passieren?

Wissensaustausch durch systemgestützte Kommunikation (Folie 4)folie04.jpg (31199 Byte)

Da eine Person nicht alles Wissen kann, wird die Wissensnutzung immer auch durch eine Kommunikations- oder Austauschkomponente (technisch: Netzwerk) unterstützt. Außerdem entwickelt sich Wissen meist besser und schneller durch Kommunikation. Und diese findet eben zunächst nicht oder nicht nur mit dem System oder der Wissensbasis allein statt, sondern mit anderen Menschen. Insofern ist auch die Vernetzung ein wichtiger Baustein für die Wissenstechnik.

Der hier gezeigte Ablauf richtet sich nach der Kreislaufmetapher. Ein Wissensaustausch muß aber nicht sequentiell von statten gehen. Er kann auch jede andere Reihenfolge oder Parallelität annehmen. Darüber hinaus können in einem nächsten Schritt auch gemeinsame Datenbestände oder Bearbeitungsmöglichkeiten eingesetzt werden. Wichtig ist dabei, daß die Kommunikation nachvollziehbar bleibt, so daß sie von neuen Teilnehmern oder auch zu einem späteren Zeitpunkt möglichst schnell nachvollzogen werden kann.

Wissen speichern (Folie 5)
folie05.jpg (27221 Byte)

Auf dieser Folie geht es um die Frage der Speicherung von Wissen. So können beispielsweise Kommunikationsprozesse bzw. der Austausch von Informationen (symbolisiert durch Kugeln, die von Mensch zu Mensch weitergegeben werden) gefiltert und unter verschiedenen Aspekten in der Wissensbasis festgehalten werden. Weiterhin können für die Wissensbasis gezielte Eingaben durch die Personen vorgesehen werden. Es können auch sog. Software-Agenten an verschiedenen Stellen im Kommunikationskreislauf bestimmte Abfragen machen und die Ergebnisse an die Wissensbasis weiterleiten.

Die Wissensbasis selbst kann auf unterschiedliche Art und Weise strukturiert werden - mehr als Netzwerk von untereinander verknüpften Informations- bzw. Wissenseinheiten oder mehr als bereits nach bestimmten inhaltlichen Kriterien vorstrukturiertes Data Warehouse. Für die jeweilige Auslegung der Wissensbasis kommt es auf die Art der Informationen und auf den Aufwand an, der z.B. für den Aufbau einer strukturierten Ablage zu betreiben ist. Eine weniger vorstrukturierte Ablage erfordert weniger Vorarbeiten, aber dafür um so mächtigere Suchwerkzeuge bzw. Suchmaschinen.

Wissensbasis nutzen (Folie 6)folie06.jpg (27428 Byte)

Aus den Arbeitszusammenhängen bzw. aus dem Kommunikationskreislauf entstehen Wissens- oder Informationsbedarfe einzelner oder auch von Teams. Diese Informationsbedarfe dürfen sich nicht nur auf einzelne Geschäftsobjekte, sondern können sich z.B. auch auf die personelle Ausgestaltung von Projekten oder auf betriebliche Abläufe und ihren aktuellen Stand beziehen. Mehr noch kann die Wissensbasis auch besonderen Auswertungsläufen unterzogen (OLAP, Berichtswesen) oder als aktives Element im Kommunikationskreislauf zur gezielten Informationsversorgung bestimmter Personenkreise genutzt werden.

Wissen in die Kreisläufe bringen (Folie 7)folie07.jpg (33332 Byte)

Hier wird die Frage behandelt, wie Wissen in den Kreislauf gebracht werden kann. In diesem Zusammenhang ist es wichtig zu beachten, daß unser Wissen viele Dimensionen hat und somit auch nicht nur auf eine Weise beschrieben werden kann. Auf der linken Seite des Schaubilds wird dies angedeutet. Wir lernen und sind dabei womöglich auch noch kreativ. Lernen im weitesten Sinne tun wir z.B. auch in Organisationen mit und an anderen Personen. Wir lernen also in der Auseinandersetzung mit unserer Umwelt. An dieser Stelle ist eine der wichtigen Unterscheidungen die zwischen dem impliziten und dem expliziten Wissen. Explizites Wissen ist durch verschiedene Methoden dokumentierbar. Implizites Wissen, also das in uns verborgene Wissen, läßt sich meist nur schwer beschreiben und auch die Dokumentation von beobachtbaren Handlungen läßt oft nur wenige und indirekte Rückschlüsse auf das Wirken des dahinterliegenden Wissens zu. Erfahrungswissen oder auch Intuition läßt sich eben nicht leicht systematisieren oder in Regeln ausdrücken. Gleichwohl wird damit auch deutlich, daß bei der Dokumentation von Wissen verschiedene Wege gegangen werden müssen. Viele Dateiformate oder andere informationstechnische Darstellungsmöglichkeiten helfen, verschiedene Aspekte abzubilden. Dies wird auf der rechten Seite der Folie dargestellt:

Der animierte Vorgang zeigt einen Gedanken, wie er durch die verschiedenen Darstellungs- oder Erfassungsmöglichkeiten sickert. Bei jedem Schritt nach unten wird ein weiterer Teil des Gedankens abgebildet und für den informationstechnischen Kreislauf aufbereitet. So kann der Gedanke in den Wissenskreislauf eingespeist werden! Insofern ist es möglich, alle uns zugänglichen Beobachtungs- und Beschreibungsweisen auch in bestimmte Formate und Darstellungsformen umzusetzen. Hier ist natürlich auch der Faktor Zeit und Relevanz entscheidend - eine umfassende Dokumentation eines Vorgangs ist noch nicht seine Quintessenz. So ist es sinnvoll, auch immer schon eine möglichst exakte Vorauswahl über die zu Speichernden Daten zu treffen. In der Wissenstechnik ist es jedoch auch relevant, nicht nur die geschäftlichen Kerndaten zu erfassen und einzubringen, sondern auch Beobachtungen, Urteile, Beobachtungen und bewährte Verfahrensweisen - mithin bereits durchdachtes und voraggregiertes Material.

Der ideale Wissenskreislauf (KVP des Wissens) (Folie 8)folie08.jpg (29620 Byte)

Hier noch einmal alle gezeigten Komponenten in der Gesamtschau. Aus ihnen läßt sich ein idealer Wissenskreislauf konstruieren. Wir bezeichnen ihn als einen idealen, da der Kreislauf in der Praxis nicht in der hier suggerierten Regelmäßigkeit ablaufen wird.

Was aber gezeigt werden soll ist, daß es große und kleine Kreisläufe geben kann, die untereinander verbunden werden und gleichzeitig mit der Wissensbasis in Kontakt stehen können. Der integrative Effekt soll dadurch verdeutlicht werden, daß die Personen bzw. Köpfe hier innerhalb der Kreisläufe positioniert wurden. Durch den ständigen Ein- und Ausgabevorgang entwickelt sich die Wissensbasis weiter. Veraltetes Wissen wird gelöscht oder archiviert (s. grauer Pfeil). Auch die Wissenspotentiale der beteiligten Personen wachsen und entwickeln sich in der Auseinandersetzung im und mit dem Kreislaufsystem weiter – die Gedankenwolke wächst und alte, kleinere verblassen.

Da dies auf längere Sicht doch eine gewisse Kontinuität erhalten wird und das Anwachsen sowie die genauere Auswahl der Wissensbestände, z.B. durch wiederholte Nutzungsanalysen, eine verbesserte Nutzung des Wissens im Unternehmen erzeugen werden, sprechen wir auch vom "KVP des Wissens".

Nutzen (Folie 9)
folie09.jpg (20836 Byte)

Was kostet Sie WIPER? (Folie 10)folie10.jpg (19397 Byte)

 

letzte Bearbeitung: 26.03.02