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Prof. Dr. Hans-Jürgen Weißbach
weissbach@ife-frankfurt.net

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webmaster@wiper.de

 

Tools (IT)

Für die betriebliche bzw. operative Umsetzung des Wissensmanagements sind informationstechnische Tools oder Werkzeuge immer in Betracht zu ziehen. Denn eine gute informationstechnische Infrastruktur und die darauf aufbauenden Möglichkeiten des Informationsmanagements können als Ausgangsbasis für weitergehendes Wissensmanagement genutzt werden. Umgekehrt kann versucht werden, Erfahrungen beim Wissensmanagement auch wieder in informationstechnische Strukturen und Vorgänge umzusetzen. Die zu diesen Zwecken verfügbaren  IT-Tools bzw. IT-Konzepte werden wir sukzessive erfassen, beschreiben und hier vorstellen.

Liste der Tools (IT):

Analytische Managementsysteme
Business Intelligence (BI)
Customer Relations Management (CRM)
Data Mining

Data Repository

Data Warehouse

Hyperbolische Informationsraumdarstellung

Informationslogistik
Informationsplattformen
Intranet
Lotus Notes (Client) / Lotus Domino (Server)
Knowledge Discovery in Databases
Knowledge Mining

Telementoring

Topic Maps
Umantis - Software für Wissensmanagement
Unternehmensportale

verteiltes Wissensmanagement

Web-basierte Lernplattformen

Wissensaktienmarkt

Workflow Management System


Analytische Managementsysteme

Mit Hilfe von a.M. ist es möglich, mögliche Folgen von Managemententscheidungen zu simulieren und zu analysieren, z.B. die Konsequenzen der Einlastung eines zusätzlichen Großauftrags, der Veränderung von Devisenkursen oder des Wegfalls eines wichtigen Kunden. Sie werden vor allem zu Zwecken des Risikomanagements eingesetzt. Häufig bezeichnet man sie einfach als "Simulationsprogramme".

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Business Intelligence (BI)

Unter BI versteht man eine Vielzahl unterschiedlicher Ansätze zur Analyse von Geschäftsprozessen mit entscheidungsunterstützendem Charakter. Dazu gehören Werkzeuge für das ad-hoc-Reporting, das analytische CRM, ferner das Online Analytical Processing (OLAP) und Data- bzw. Text-Mining-Tools. Im engeren Sinne versteht man unter BI nur die Techniken zur Auswertung multidimensional organisierter Daten (z.B. OLAP). Keineswegs sind jedoch Standard-Reporting-Anwendungen gemeint.

BI-Anwendungen setzen einen höchst aktiven Anwender und die Entwicklung gemeinsamer Definitionen voraus.

Literatur: Uwe Hanning, Knowledge Management und Business Intelligence, Springer, Berlin usw. 2002.

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Customer Relations Management (CRM)

Customer Relations Management ist ein Sammelbegriff für alle Aktivitäten in Vertrieb, Service und Marketing, die der Pflege der Beziehung zum Kunden und vor allem auch der Gewinnung von verkaufsförderlichen Informationen dienen. Zur Pflege der Kundenbeziehung werden z.B. spezielle Außendienstunterstützungs- und Produktkonfigurationssysteme eingesetzt, aber auch automatische E-mail-Response-Syteme und Call Centers. Dazu kommt der ganze Bereich der täglichen Business Operations in Vertrieb und Service - so die auftragsabwicklungsbezogenen Daten und das gesamte Supply Chain-Management. Darauf bauen nun die eigentlichen "analytischen" CRM-Anwendungen in Form von Data Warehouse- und Data Mining-Systemen auf. Mit ihrer Hilfe sollen auf der Grundlage der durch das operative CRM gewonnen Daten - und oft unter Mitwirkung von Marketingexperten und Psychologen - präzisere kundenbezogene Strategien definiert und in "automatische" Kampagnen oder gezielte individuelle Ansprache umgesetzt werden. Damit ist CRM eines der ersten praktisch relevanten Einsatzgebiete von Techniken des Wissensmanagement.

Voraussetzung für die analytischen Anwendungen sind zunächst "saubere" und vergleichbare Kundendaten. Diese Voraussetzung ist angesichts der Verteilung von Kundendaten in allen möglichen Unternehmensbereichen heute selten genug gegeben und muss erst einmal geschaffen werden. Die allermeisten CRM-Projekte stecken derzeit wohl noch in dieser Bereinigungsphase. Außerdem ist der Kunde nicht immer glücklich über die "Umklammerung" durch die CRM-Systeme, die im Zuge seiner Integration in E-commerce-Systeme weiter voranschreiten wird. Ob sich CRM-Strategien in kurzfristigem direktem Umsatzzuwachs niederschlagen werden, ist zweifelhaft. Derzeit basteln etwa 10 % der deutschen Großunternehmen an derartigen Systemen. Wichtiger erscheint zunächst die Sicherung der kundenbezogenen Datenqualität, wodurch Fehler in Produktkonfiguration, Beratung und Kundenansprache minimiert und aufwendige Rückfragen der Vertriebs- und Servicemitarbeiter in der Zentrale vermieden bzw. abgekürzt werden können. Hier liegt derzeit freilich ein Schwerpunkt von IT-Aktivitäten auch im mittelständischen Bereich.

Für den Investitionsgütersektor wichtig erscheint vor allem die Fähigkeit, alle möglichen - naturgemäß meist sehr heterogenen - kundenbezogenen Vorgänge und Dokumente in verschiedensten Datenformaten abzuspeichern und wieder aufzufinden (Repository und Retrieval Systeme). Die Automatisierung von Kampagnen spielt hier keine große Rolle - außer vielleicht in Sektoren wie dem LKW- oder IT-Vertrieb.

Hans-Jürgen Weißbach, Jan. 2000

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Data Mining 

Data Mining-Verfahren beinhalten im weiteren Sinne sowohl unterschiedliche Techniken der konventionellen explorativen Datenanalyse (Korrelation, Regression) als auch im engeren Sinne Techniken zur Klassifikation unterschiedlicher Klassen von Objekten aufgrund vorhandener Daten. Zu letzteren Anwendungen gehören z.B. Aufgaben wie:

  • Erstellung von Profilen von Objekten oder Gruppen von Objekten anhand typischer Merkmalsausprägungen (z.B. Lieferanten- oder Kreditkundenklassifikation)

  • Segmentierung oder Clusterung von Objekten (die Objekte sollen innerhalb jedes Segments oder Clusters einander ähnlich, die Cluster selbst möglichst unähnlich sein)

  • Zuordnung von Objekten zu bestehenden Klassen

  • Erkennung von Ähnlichkeiten (z.B. von Texten)

  • Methoden der Datenfilterung spielen u.a. eine Rolle bei Aufgaben wie:
  • Erkennung von Ausreißern und Unterdrückung von „Rauschen“ in den Daten (z.B. in der Bildverarbeitung)

  • Internetsuche (v.a. Text Mining)

  • Prognosen, basierend auf historischen Werten (z.B. Verkehrprognosen auf Autobahnen)

Die Cluster werden teils mit, teils ohne Vorabhypothesen bzw. Vorwissen gebildet (z.B. bildet man kugelförmige oder elliptoide Cluster? Gibt man Entscheidungsbäume vor?). Oft werden dafür Fuzzy-Verfahren verwendet, mit denen Zugehörigkeitsgrade von Objekten zu Klassen definiert und Regeln extrahiert werden.

Die Data Mining-Software wird gelegentlich auf vorhandene Datenbanken aufgesetzt (Schwachpunkte sind oft die nicht für alle Objekte ausgefüllten Datenfelder – aber auch für deren Extrapolation eignen sich Data Mining-Methoden!), teils muss eine eigene Data Mining-Database entwickelt und eingesetzt werden. Dies gilt insbesondere dann wenn heterogene bzw. nicht numerische Daten wie Text, Bild, Multimedia bearbeitet werden.

Text Mining-Verfahren im Internet sind wichtige Bausteine einer Technologie des maschinellen Lernens (è Knowledge Discovery). Das sog. wissensbasierte Text Mining erfordert die Entwicklung eines umfangreichen Hypothesenraums mit Hilfe von Verfahren der künstlichen Intelligenz. 

Literatur: 
Runkler, Thomas: Information Mining. Vieweg, Wiesbaden 2000.
Sullivan, D.: Document Warehousing and Text Mining. Wiley, 2001.
Witten, Ian H. et al.: Managing Gigabytes. Morgan Kaufmann 1999.
Witten, Ian H. und Eibe Frank: Data Mining. Hanser, München 2001 (eher für Datenbankspezialisten).

Hans-J. Weißbach, 2002-10-19

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Data Repository

Ein Informations- und Wissensspeicher, in dem umfangreiche Informationen unterschiedlichster Datenbankformate, so z.B. CAD-, CAE-, sonstige Produkt-, Qualitäts-, Vertrags-, Kunden-, Markt-, Internet- oder Daten aus anderen Anwendungssystemen aufbewahrt werden, insbesondere zur raschen Versorgung informationsintensiver Bereiche wie FuE, Konstruktion, Service, Vertrieb, Marketing. Das Data Repository kann mit Hilfe von mächtigen Abfragewerkzeugen - mit Hilfe der Techniken des Data Mining oder mit Methoden des Knoledge Discovery - durchsucht werden; auf dieser Basis kann rasch kunden- oder produktbezogenes Wissen bereit gestellt werden. Oft wird das Data Repository mit einer --> Wissenslandkarte kombiniert, um die Auffindbarkeit des Wissens zu erhöhen.

Da ein erfolgreiches Data Mining oft umfangreiche Erfahrungen und Qualifikationen voraussetzt, sind einige Unternehmen dazu übergegangen, die Anwender entsprechend ihrer Zuordnung zu unterschiedlichen Nutzertypen - auf Basis eines Nutzermodells - automatisch mit spezifischen Informationen zu versorgen oder auf zu verarbeitende Informationen hinzuweisen, die für die jeweilige Nutzergruppe noch einmal nach Prioritäten sortiert sind (z.B. mittels A-B-C-Analyse: "Wenn Sie noch Zeit haben, lesen Sie auch C..."). Das verbessert die spezifische Informationsbasis der Fachabteilungen, verhindert, dass wichtige Informationen übersehen werden und ermöglicht eine rasche Reaktion der Organisation auf Umweltveränderungen oder Kundenwünsche. Der Anwender ist stark von Informationssuch- und -beschaffungsarbeiten entlastet.

Anwendungsvoraussetzungen: Diese Form des Wissensmanagements setzt eine besonders qualifizierte Stabsstelle voraus, die die Relevanz von Informationen erkennt, die jeweiligen Prioritäten von Informationen für bestimmte Usergruppen definiert und diejenigen Trends, auf die diese trotz der umfassenden Datenversorgung nicht reagieren, mit hoher Priorität selbst bearbeitet. Auch sind die technischen Ingtegrationsprobleme bei unterschiedlichen Datenbankformaten erheblich.

Risiken: Erzeugung von Datenmüll, Abstumpfung von Nutzergruppen gegenüber Infos auch von hoher Priorität bei chronischem Zeitmangel, geringere Eigenverantwortlichkeit, hohe Kosten.

Implementationsbeispiel: Ein nach diesen Prinzipien aufgebautes Repository mit zentralem Wissensmangement-Stab ist bei HP implementiert.

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Data Warehouse

Ein leistungsfähiges Datenbanksystem, in dem Daten aus unterschiedlichsten operativen Systemen – eventuell ergänzt durch externe Daten – anwendungsunabhängig und abteilungsübergreifend gespeichert werden. Die Ablage kann nach häufigen Ereignissen vorstrukturiert oder auch teilweise unstrukturiert erfolgen (z.B. werden alle Transaktionen, Vorgänge und Dokumente unterschiedlichster Datenformate, die den Kunden X oder die Y-Anlage oder die Z-Aktie betreffen, fortlaufend verschiedenen Ereignisklassen zugeordnet und abgelegt oder auch nur eigescannt). Diese Daten können dann regional, kunden-, problem- oder anwendungsbezogen und bereichsübergreifend ausgewertet werden.

Die Notwendigkeit zur Einrichtung von Data Warehouses resultiert u.a. aus den zunehmend "lean" gemachten Unternehmensstrukturen, bei denen jedes Profit Center oder jede Business Unit seine bzw. ihre Daten dezentral und eigenständig speichert, sowie aus der gesteigerten Notwendigkeit zur Herstellung einer stabilen Kundenbeziehung unabhängig von der Personalfluktuation in Beratung oder am Point of Sales. Dadurch ist es immer wichtiger, ein kollektives "Unternehmensgedächtnis" zu schaffen.

Anwendungsbereiche: Dokumentenverwaltung, Auswertung von massenhaften Transaktionen (Verkäufe, Buchungen) für Zwecke des Marketing (z.B. Zielgruppenanalysen, Entdecken von "Langsamdrehern") und zur Pflege der Customer Relations, für Kundendienst/Service (z.B. Aufzeichnung von maschinenbezogenen Daten), Vertrieb von Finanzdienstleistungen (Schaffung von Transparenz über Kundenbedürfnisse, Identifizierung wichtiger Veränderungen beim Kunden). Tritt der Kunde dann mit dem Dienstleister in Kontakt – z.B. im Schadensfall, bei Kontoeröffnung oder über ein Call Center - , wird in den verschiedenen Rubriken nach relevanten Vorgängen gesucht.

Risiken: Datenschutzprobleme, möglicherweise Misstrauen beim Kunden, hohe Investitionen (je nach Transaktionshäufigkeit – z.B. bei Einzelhandelsketten), mangelnde Einbindung in die allgemeine Servicestrategie des Unternehmens. Fraglich, ob für mittelständische Kunden geeignet.

Literatur: "Kundeninformationen als Basis für ein erfolgreiches Marketing", FAZ, 01.09.1999

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Hyperbolische Informationsraumdarstellung

Das Poincaré-Modell des hyperbolischen Raums (eine nicht-euklidische Geometrie) erlaubt eine mehr als zweidimensionale Darstellung von hierarchisch und zyklisch vernetzten Informationszusammenhängen (z.B. Verzeichnissen, Datenbankinhalten, Weblinks) auf speziellen 3D-Browsern. Die Darstellung von Verweis- und Filiationszusammenhängen zwischen Informationen mittels gerichteter Graphen im hyperbolischen Raum wirkt bei Existenz von zahlreichen Schleifen – wie z.B. im World Wide Web – weniger verwirrend und ist weitaus eleganter als die hierarchische 2D-Darstellung.

Quelle: Tamara Munzner, Paul Burchard:

www-graphics.stanford.edu/papers/webviz

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Informationslogistik

Im weitesten Sinn alle Verfahren und Methoden, die der Unterstützung von Individuen, Teams und Organisationen bei der Beschaffung, Verwaltung und Auswertung von Informationen dienen. In diesem Sinne sicherlich eine ausufernde und wenig nützliche Definition.

Sinnvoller erscheint die Begrenzung des Begriffs auf technische Verfahren, Plattformen, Portale usw., durch die Individuen und Teams mit aufbereiteten, ggf. invidiualisierten Informationen punktgenau und just-in-time versorgt werden können. Das kann erhebliche Suchzeit sparen, die Suchaktivitäten genauer kanalisieren und erlaubt einen individuellen Einstieg in die Informationsbeschaffung. Ein Problem dabei ist jedoch die ex-ante-Abschätzung des Informationsbedarfs der User. Dieses Problem kann auch durch die automatische Konfiguration der Wissensbasis entsprechend dem Verhalten der Nutzer nicht ganz abgestellt werden. Man läuft hierbei z.B. Gefahr, durch zu starke Vorstrukturierung der Informationsflut wichtige Informationen zu übersehen oder gar zu unterdrücken, die Surfbedürfnisse des Users zu missachten, ihn zu früh auf bestimmte Probleme zu «trichtern» usw.

Hans-Jürgen Weißbach, Juli 2000

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Informationsplattformen

Die Eignung moderner Informationsplattformen und Content-Systeme für Anforderungen des Wissensmanagements bemisst sich an der Verfügbarkeit von drei Funktionen:

  • Suche strukturierter und unstrukturierter Information in verteilten (externen und internen) Informationsquellen
  • Indexierung bzw. thematische Klassifikation des Materials anhand von Taxonomien
  • Personalisierung von Content (z.B. durch Vorschlagsysteme - Recommendation Engines - , die den Mitarbeitern das Heranziehen von Quellen zu geschäftskritischen Inhalten vorschlagen oder durchIdentifizierung der Mitarbeiter mit spezieler Expertise, die zuletzt mit einem Dokument gearbeitet haben). 

Erst das Zusammenwirken dieser Funktionen erlaubt das Entdecken, Organisieren und Verbinden von Information unter einem Blickwinkel, wie es z.B. für die Arbeitsweise von Unternehmensberatungen, großen IT-Firmen oder Finanzdienstleistern typisch ist.

Ein solches Produkt ist Verity K2 Enterprise. 
Verity (Sunnyvale, CA., USA) ist Spezialist für die 
Bearbeitung heterogener Datenquellen in großen
Unternehmen und Organisationen entwickelt wurden. 

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Intranet

"Das Internet" - in seinen Grundzügen mittlerweile drei Jahrzehnte alt - stellt seit Mitte der 90er Jahre auch über den engen Kreis der Informatiker hinaus einen Focus der Diskussion um Informationstechnik und -verarbeitung dar. Diese Diskussion hat mittlerweile neben der technischen und der sozial- und wirtschaftswissenschatlichen Fachliteratur längst auch die allgemeine Publikumspresse erreicht. Während in der Fachliteratur zunächst die Kommunikationsfähigkeit zwischen verschiedenen, insbesondere UNIX-basierten, Rechnersystemen bzw. lokalen Computernetzen im Vordergrund stand, rückte die Bedeutung des Internet als "Infrastruktur der Informationsgesellschaft" zunehmend in das Zentrum der Diskussion.

"Das Internet" steht mittlerweile für neue Formen der Informationsvermittlung, neue Formen elektronischer Märkte und Kundenanbindung, für Internationalisierung von Kommunikationsbeziehungen und überhaupt für die Globalisierung von Märkten. Damit verknüpft das Internet Datenverarbeitung und Kommunikation auf globaler Ebene und kann als "das" Medium der "globalisierten Welt" stilisiert werden.

1994 wurde ein neuer Begriff geprägt, der seit ca. 2 Jahren die Runde in breiteren Rezipientengruppen macht: das Intranet. Hiermit schlägt sozusagen "das Pendel zurück": Techniken des Internet werden jetzt wieder im organisationsinternen Kontext verwendet.

Intranet-Projekte sind derzeit en vogue. Dabei kann jedoch noch kaum von "typischen" Implementierungsprozessen ausgegangen werden. Das Spektrum der Intranetanwendungen reicht von in JAVA geschriebenen IBM-3270-Hostemulationen über konventionelle Bürokommunikations- und Groupware-Anwendungen bis hin zu komplexen Neustrukturierungen betrieblicher Wissensbasen.

Die Diskussion um das Intranet wurde bisher im wesentlichen in den Kreisen der Akteure, der "Macher", an den wissenschaftlichen Disziplinen vorbei geführt. Die Dynamik der Entwicklung bringt es mit sich, daß umfassende empirische Studien nicht existieren und im Moment ihrer Veröffentlichung eigentlich auch wieder veraltet wären. Aufgrund der Vielfalt der verschiedenen Projekte wären derartige Untersuchungen auch in definitorischen Problemen gefangen und nur begrenzt aussagekräftig. Stattdessen müssen wir auf Fallstudien sowie einzelne Befragungen zurückgreifen. ...

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Knowledge Discovery in Databases (KDD)

Im Deutschen oft als (induktives) maschinelles Lernen bezeichnet. Als das zentrale Teilgebiet des KDD wird oft Data Mining angesehen, bei dem es darum geht, Objekte in mehrdimensionalen Räumen zu Klassen zusammen zu fassen, indem Cluster mit Hilfe von Entscheidungsbäumen oder Klassifizierungsregeln aus Daten extrahiert werden. KDD umfasst aber noch weitere Techniken wie z.B. die Vorverarbeitung und Visualisierung von Daten (z.B. Visualisierung von semantischen Ähnlichkeiten in Dokumenten) oder auch solche aus dem Bereich des Data Warehouse (z.B. automatische Generalisierung).

Literatur: 
Ester, Martin, und Jörg Sander: Knowledge Discovery in Databases. Springer, Heidelberg 2000.

Konferenz:
Principles and Practice of KDD, Helsinki, 19.-23.8.2002, http://ecmlpkdd.cs.helsinki.fi/

MLDM’2003, Leipzig, 5.-7.7.2003, http://www.ibai-research.de

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Knowledge Mining

Tools zur automatischen Generierung von Modellen aus Datenbeständen (z. B. Berechnung einer Regressionsbeziehung zwischen verschiedenen Variablen). Diese Modelle können anschließend zur Prognose oder Simulation (--> Analytische Managementsysteme) verwendet werden.

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Lotus Notes* (Client) / Lotus Domino* (Server)

Lotus Notes/Domino hat wahrscheinlich die längste und auch durchgängiste Entwicklung im cscw-Bereich hinter sich (cscw-computer supported cooperative work, auch "Groupware" genannt): 1976 wurde "Plato Group Notes" ("notes" im Sinne von Mitteilungen bis hin zum Dokument) erstmalig im kommerziellen Bereich eingesetzt (von Price Waterhouse). Vorher liefen die Entwicklungen am CERL (Computer-based Education Research Laboratory) an der Universität in Illinois unter dem Namen "Plato Notes" ab. Grundidee war schon damals der gesicherte Austausch von Informationen der Benutzer über Datenbanken. Man wollte Informationen/Dokumente von verschiedenen Anwendern teilen lassen und benutzte dafür "Notes Storage Files", eMail und online-Diskussionen über Tastatur (analog heutigen "Chats"). 

Heute sollen angeblich über 35 Millionen Menschen Lotus Notes nutzen.

Besondere Eigenschaften und zentrale Komponenten (bis zum aktuellen Release 5): 

  • client-server-System erhältlich für versch. Betriebssysteme (Windows 95/98/2000 und NT, IBM AIX, Sun Solaris, IBM AS 400, OS/390, OS/2, AppleMacIntosh und eventuell bald auch Linux)
  • Lotus Notes kann über Programmierschnittstellen mit LotusScript, JavaScript, Java, C und C++ angepaßt und erweitert werden und ist auch HTML 4.0- und XML-fähig

  • die Dienste des Domino Servers bzw. der verteilten Domino Server (hier besteht Datenkonsistenz durch besondere Replikationsmechanismen über die verteilen Datenbanken hinweg) können nicht nur von dem eigenen Client Lotus Notes genutzt werden, sondern mittlerweile im großen Umfang auch von Internetbrowsern

  • vielfältige Sicherheitsmechanismen über ein hierarchisches Schlüssel- bzw. Zertifizierungssystem, in dem auch "Rollen" (Benutzereigenschaften) mit Rechten festgelegt werden können.

  • ein in die Lotusdatenbanken integriertes email-System, mit dem man auch Workflow- und Archivierungsfunktionen implementieren kann. Mit dem Mailsystem ist auch die Möglichkeit einer gemeinsamen Terminplanung von Gruppen verbunden.

  • die Integration von nur zeitweise angeschlossenen Mitarbeitern (Außendienst etc.) in die gemeinsam genutzten Datenbank(en) mit Hilfe des schon erwähnten Replikationsmechanismus, indem nämlich die Daten auch später noch abgeglichen bzw. synchronisiert werden können, so dass alle auf denselben Datenbestand zugreifen können. Die Replikation dauert natürlich etwas länger, so dass man mit einer z.B. weltweit verteilten Datenbank (Lotus-Domäne) zum Beispiel keine ganz verlässlichen Buchungssysteme implementieren könnte - das wäre nur mit einer absolut synchronen DB möglich.

  • in der Lotus Notes DB werden auch ganze Dokumente abgespeichert, wobei das "Compound Documents" (Dateien mit verschiedenartigen Datenobjekten) einschließt.

Lotus Notes und andere Clients zusammen mit dem Domino-Server stellen sozusagen die Grundausstattung für Groupwareanwendungen zur Verfügung. Zusätzliche Komponenten sind: Extended Search* (für Suche in allen DBs und gemeinsame Nutzung der Suchergebnisse), Domino.doc* (vollwertiges Dokumentenmanagement mit Lebenszyklusverwaltung) und Sametime* (Komponenten zur Echtzeitkooperation, z.B. Anzeige, wer gerade online ist). Darüber hinaus gibt es seit knapp einem Jahr Lotus Raven*, ein Wissensmanagementportal auf Basis von Lotus Notes/Domino.

Lotus Notes dient oft auch als Basis für die Extraktion von Daten über die realen Kommunikationshäufigkeiten zwischen den Mitgliedern von Projektteams.

Carsten Lampe, Nov. 2000

Literatur: Fricke, Roland (1999): LotusNotes/Domino R5. bhv Verlags GmbH, Kaarst, S. 15 - 18.
________________________
*Lotus und Lotus Notes sind eingetragene Marken und Sametime, Domino und Notes sind Marken der Lotus Development Corporation. Alle anderen Marken sind Eigentum des jeweiligen Unternehmens.

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Telementoring

Telementoring ist der Versuch, Mentoring-Prozesse per email oder über das Web abzuwickeln.

Anwendungsvoraussetzungen / Vorteile:
Es können relativ unstrukturierte Probleme einer großen Zahl von (überregional verstreuten) Mentees gesammelt und weitergeleitet werden. Die Probleme dürfen allerdings nicht zu komplex sein, d.h. es darf nicht zu schwer sein, sie in kurzer Form zu beschreiben. Oder es müssen Beschreibungsmöglichkeiten in standardisierter Form bereit gestellt werden, was schwierig ist. Das Medium email erlaubt eine relativ hierarchiefreie Beratung (z.B. bei kollegialer Fallberatung). Das typische Lehrer-Schüler-Verhältnis wird durch Nutzung eines "jungne" Mediums vermieden. Die Mentoren müssen nicht vor Ort anwesend sein, man kann auf ältere erfahrene Kollegen in Rente, ehrenamtliche Mentoren usw. zurückgreifen. Das spart Kosten.

Probleme / Nachteile:
hohe Anonymität. Die Herausbildung des für Mentoring-Prozesse wichtigen Vertrauensverhältnisses leidet möglicherweise. Das email-System / der Chatraum / die Webpage muss permanent gepflegt und ggf. moderiert werden. Es entsteht keine echte Lerngemeinschaft. Die Mentees müssen zunächst dazu gebracht werden, die Fragen in sinnvoller Form zu stellen. Die für das erfolgreiche Mentoring zentralen vertrauensbildenden sozialen Prozesse sind über email oder Web schwer zu initiieren. Das Telefon ist hierfür als "wärmeres" Medium zu bevorzugen, am besten funktioniert natürlich die face-to-face-Kommunikation.

Anwendungsbereiche:
für Schule und Ausbildung z.T. geeignet, wenn Mentor und Mentee sich vorher kennen, sinnvoll vor allem dann wenn über Bildvorlagen kommuniziert werden kann und kein langer Text zur Erklärung des Problems geschrieben werden muss (z.B. in der Ausbildung von Designern, Fotografen, Künstlern). Möglicherweise auch in der Existenzgründerberatung (wenn ein Business-Plan vorliegt), als Hotlineersatz in der IT- oder Unternehmensberatung usw. Denkbar auch in internationalen Projekten und multinationalen Unternehmen, um Reisekosten zu sparen. Der Einsatz ist innerhalb von Betrieben nur begrenzt sinnvoll.

Anwendungsbeispiel:
Wird derzeit in NRW als Instrument der Beratung von Jungendlichen mit Beufszugangsproblemen erprobt (www.telementoring.de); Jugendliche erhalten hier Zugang zu den Erfahrungen ehrenamtlicher Mentoren.

Insgesamt ein eher problematisches Tool mit engen Grenzen, als billige second-best-Lösung vertretbar.

Hans-Jürgen Weißbach, Juli 2000

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Topic Maps

Die Entwicklung von T.M. als Knowledge-Mining-Verfahren ist eine Konsequenz aus den Unzulänglichkeiten der Stichwort- bzw. Volltextsuche: erstere liefert oft völlig unterschiedliche Ergebnisse schon bei minimaler Veränderung der Suchkriterien, letztere oft zu wenig oder zu viel Daten und erfordert eine langwierige Optimierung des Suchstrings. Mit dem ISO-Standard 13250 „Topic Maps“ von 1999 wurde ein Verfahren für die Erschließung von Informationen auch aus unstrukturierten Texten festgelegt. Das Austauschformat für Topic Maps bilden die SGML bzw. XML, zwei Sprachen, die im Unterschied zu HTML eine kontextorientierte Suche ermöglichen. Mittels SGML und XML können die spezifischen Eigenschaften elektronischer Medien zum Publizieren von Dokumenten und Suchen von Texten nutzbar gemacht werden (z.B. Erweiterung durch Visualisierungsmöglichkeiten, Tonsequenzen usw.).

Mittels T.M. ist eine Inhaltserschließung auch sehr komplexer Texte bzw. Dokumente möglich. Notwendig ist dafür die Definition von Konstrukten, d.h. Modellen der verwalteten Objekte, Relationen und ihrer Verknüpfungen, die als semantisches Netz beschrieben werden. (Relationen werden z.B. als Kanten eines Graphen dargestellt, Themen als Knoten). Personen können nach Rollen und Funktionen oder entsprechend ihrer Gruppenzugehörigkeit eingeordnet werden.

Texte können nach verschiedenen Kriterien erschlossen werden: Verfassser oder Adressat, Texttypus, Entstehungszeit, Vorkommen bestimmter Textbestandteile mit Varianten usw.

Mittels T.M. können Fragen beantwortet werden wie z.B.:

  • Wer hat im Jahr 2001 Anfragen betr. Dokument/Vorgang xy an Person Z und an alle ihre Mitarbeiter gestellt?

  • Welches Thema/Produkt ist in den letzten 3 Monaten von A-Kunden am häufigsten angefragt worden?

  • In welchem Dokument aus dem Schriftwechsel zwischen B und C kommt das Projekt z vor?

Wie schon die Beispiele zeigen, sind T.M. sehr gut auf eine Dokumentenverwaltung unter Lotus Notes aufsetzbar.

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Umantis - Software für Wissensmanagement

BrainsToVentures AG / Umantis, eine Ausgründung der Universität St. Gallen (2000), stellt eine leicht bedienbare Software zur Unterstützung des betrieblichen Wissens- und Kompetenzmanagements her, die bei namhaften Referenzkunden (u.a. PWC) eingesetzt ist. Wir halten die Software für besonders geeignet für größere Konzerne und netzwerkartige Unternehmen, z.B. Partnerorganisationen in der Unternehmensberatung. 
Die Software unterstützt folgende Funktionen:

- Dynamische Abbildung von Fachkompetenzen

Mit umantis erfassen Ihre Mitarbeiter die Fachkompetenzen mit objektivierten „Verhaltensankern“ (fachübergreifende Kompetenzen) oder mittels Freitexteingabe (fachspezifische Kompetenzen). Die Freitextfelder sind als Drop-down-Menü einsehbar und jederzeit anpassbar. Gerade fachspezifische Kompetenzen verändern sich regelmäßig und müssen daher in ihrer Verwaltung dynamisch sein. umantis unterstützt die strukturierte und flexible Erfassung von sich rasch verändernden Kompetenzen, wobei auch seltene Nutzer wenig Probleme mit dem Menü haben.

- Identifikation von Experten innerhalb des Unternehmens

Das System identifiziert Schlüsselpersonen innerhalb der Organisation, die zugleich engmaschig personell vernetzt sind und hohe Kompetenz bündeln. Mit umantis kann Expertenwissen effektiv aufgedeckt und das vorhandene Know-how einfach abgebildet werden.

- Verknüpfung mit Dokumenten und Wissensdatenbanken

In umantis lassen sich problemlos Dokumente abspeichern. Die Mitarbeiter können entsprechende Dokumente an ihre Profile anhängen. In fachspezifischen Diskussionsforen lassen sich einfache Verknüpfungen zu diesen Wissensdokumenten erstellen. Ebenso sind Verknüpfungen zu bereits bestehenden Wissensdatenbanken möglich.

- Diskussionsforen für Projektzusammenarbeit

Die Mitarbeiter können sich in speziell eingerichteten Diskussionsforen über wissensintensive Themen austauschen. Kreative und rasch vermittelte Lösungsvorschläge tragen zur optimierten Zusammenarbeit bei.

Schnittstellen zu SAP, PeopleSoft usw. sind vorhanden. Module wie Bewerbermanagement, Nachfolgeplanung, eine Zielvereinbarungssoftware oder auch die Alumni-Verwaltung für Hochschulen ergänzen das Angebot.

Hans-Jürgen Weißbach (2006)

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Unternehmensportale

dienen zur Erschließung von Informationen im Internet sowie als Instrumente der unternehmensinternen Informationslogistik. Sie sollen die interne und externe Informationsvielfalt strukturieren, indem sie auf interne Wissensressourcen (Dokumente, Suchtools usw.) verweisen und dem Mitarbeiter einen zentralen point of access zum Internet sowie eine adäquate Benutzerführung bieten.

Sie sind z.T. personalisierbar, d.h. die Informationen werden nach jeder Nutzung entsprechend den inhaltlichen Interessen des Users neue konfiguriert und beim nächsten Aufruf in entsprechender Form bereit gestellt.

Im Mittelpunkt der Unternehmensportale steht z.T. die Präsentation der internen und externen Informationen, verbunden mit Tools zum Management dieser Informationen, teils die automatische Filterung und Analyse von Daten, die im operativen Bereich anfallen («dynamische Extraktion von Wissen»), teils die Bereitstellung von häufig genutzten Anwendungsprogrammen oder auch die Unterstützung von Teamfunktionen durch Groupware, Diskussionsforen usw.

Hans-Jürgen Weißbach, Juli 2000

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Verteiltes Wissensmanagement

Das Konzept des verteilten Wissensmanagements hat sich aus der Einsicht in die Grenzen des zentralistischen Wissensmanagement-Ansatzes entwickelt (z.B. Portale, zentral gesteuerte Communities, Yellow Pages) und setzt auf die Erschließung und Nutzung vorhandener Ressourcen. Die Techniken des v.W. ermöglichen z.B. eine semantische Analyse von Dokumenten und Websites und erlauben dabei eine automatische Kategorisierung und Relevanzeinschätzung. Struktur und Form werden nicht mehr vorgegeben und darauf aufbauend Dienste zur Verfügung gestellt, sondern das Ziel ist es, vorhandene Wissensquellen gleich welcher Struktur zu nutzen und sich an Kontextbedingungen und Interaktionsformen der Nutzer anzupassen.

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Web-basierte Lernplattformen

Web-basierte Lernplattformen (CourseWare, Course Management Systems, e-Learning Plattformen) sind Softwarewerkzeuge zur Komposition, Distribution und Administration von Web-basierten Lernumgebungen. Sie umfassen die folgenden Funktionsbereiche: 

  • Komposition von Lerninhalten: Textuelle und multimediale Inhalte können über ein einfach zu bedienendes Web-Interface in die Umgebung integriert werden. Das System fügt gemäß der vom Autor vorgegebenen Struktur ständig Navigationshilfen hinzu. Links werden automatisch nachgeführt.

  • Interaktive Komponente: Fragen können online erstellt und verwaltet werden und werden vom System beantwortet. Es stehen mehrere Fragetypen, z.B. Multiple Choice oder Lückentext zur Auswahl.

  • Kommunikationswerkzeuge: Das System stellt zeitlich asynchrone und synchrone Kommunikationswerkzeuge wie z.B. Web-basiertes eMail, Chat, Videoconferencing usw. zur Verfügung.

  • Tutorenwerkzeuge: Tutoren regeln Zugangsberechtigungen für Kurse, bilden Arbeitsgruppen und betreuen die Studierenden, indem Sie ihre Aktivitäten im Kurs verfolgen und eingereichte Arbeiten prüfen. Sie können bei Bedarf mit den Studierenden über die oben genannten Kommunikationswerkzeuge in Kontakt treten.

  • Studierendenwerkzeuge: Studierende können unter anderem auf einfache Weise individuelle Annotationen am Kursmaterial anbringen, Kursmaterial ausdrucken und die Lernumgebung nach eigenem Geschmack einrichten.

  • Benutzeradministration: Die Systeme bieten verschiedene Werkzeuge an, welche die Administration auch großer Benutzerzahlen bei der Kursregistrierung oder der Arbeitsgruppenbildung erleichtern. Daneben gibt es Statistikwerkzeuge zur Analyse des Benutzerverhaltens in den Lernumgebungen (z.B. Zugriffszahlen und -Monitoring, Auswertung der interaktiven Fragen, Notenheft usw.).

Lernplattformen integrieren also verschiedene Dienste des WWW in einem System und ermöglichen dadurch eine Reduktion des Arbeitsaufwands zur Erstellung und Pflege von Web-basierten Lernumgebungen. Die einzige Benutzerschnittstelle für Lehrende und Lernende zur Kommunikation mit diesen Systemen ist ein Web-Browser. Daher muss keine Zusatzsoftware auf den Rechnern von Studierenden oder Dozierenden installiert werden.

Web-basierte Lernplattformen bieten mit Ihrem Funktionsumfang vor allem Unterstützung für Dozierende mit wenig technischem Wissen über das Web und wenig bis keinem HTML Know-How. Allerdings muss festgehalten werden, dass keines der gegenwärtig verfügbaren Produkte die Flexibilität einer individuellen Lösung bieten kann.

Lernplattformen eignen sich zum Einsatz in der Unterstützung traditioneller Lehrveranstaltungen wie zur Durchführung von Web-basiertem, zeit- und ortsunabhängigem Fernunterricht z.B. für berufstätige Studierende. Sie eignen sich auch hervorragend zum Ausprobieren von explorativen Lernformen.

Lernplattformen werden normalerweise als Zusatzsoftware auf handelsüblichen Web-Servern installiert. Einen ständig aktualisierten Überblick über das Angebot bietet www.edutech.ch .

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Wissensaktienmarkt

Ein von der New Economy postuliertes Bewertungs- und Anreizsystem zur Stimulation der Produktion von Wissen in großen Unternehmen, das vermutlich nicht funktioniert: Auf einem unternehmensinternen virtuellen Marktplatz sollen Anteilsscheine an Produktideen der Mitarbeiter gehandelt werden. Die Kurse dieser „Aktien“ sind ein Gradmesser für den möglichen Erfolg der Ideen und können auch als Basis für die Berechnung von Prämien dienen. Allerdings setzt das Verfahren einen Grad von Transparenz voraus, der in der Regel zu Beginn einer Produktinnovation noch gar nicht vorhanden ist. Mit Geheimhaltung der eigenen Projekte ist das Verfahren auch kaum zu vereinbaren.

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Workflow Management System

In der Geschichte der Büroautomatisierung hat sich ein Trend herauskristallisiert, der mit dem Begriff Workflow oder Workflow Management beschrieben werden kann. Gemeint ist eine Anwendungsentwicklung, bei der eine Ausrichtung an den Daten erfolgt: die Daten werden bei jeder zu erfüllenden Aufgabe automatisch bereit gestellt. Von der Datenorientierung führte der Weg zur Aufgabenorientierung, mit der die Anwendungen stärker an die Erfüllung der Aufgaben angepaßt wurden. In der folgenden Stufe des Business Process Reengineering – die integrierte und kundenzentrierte Aufgabenerledigung in der "leanen" Organisation - besann man sich dann auf eine neue Basis des Workflows, den Geschäftsprozess.

Der Workflow kann so als insgesamt oder zum Teil automatisierter Geschäftsprozess beschrieben werden, der von einem Workflow Management System gesteuert wird. Typische Anwendungsbereiche sind im Dienstleistungsbereich zu sehen, besonders im

Bereich hochstandardisierter Prozesse in Telekommunikation, Vertrieb, Finanzdienstleistung und Versicherungswesen. Die Implikation für Strategien des Wissensmanagement besteht in der Bereitstellung des am Arbeitsplatz benötigten Wissens über den Lieferanten oder Kunden und seine History, über Produkt- oder betriebliche Parameter durch das System.

Technische Definitionen des Workflows wurden von der WfMC, Workflow Management Coalition, erarbeitet. Die WfMC ist ein Interessenverband der Hersteller und Anwendern von Workflow Management Systemen. Zu den Aufgaben der WfMC gehört es, Standards für eine gemeinsame Begriffsterminologie zu erarbeiten. Diese Arbeit ist bereits gediehen. So wurde eine einheitliche Terminologie geschaffen und mit ihr auch ein Referenzmodell für Workflow Management Systeme erstellt.

Die WfMC definiert den Begriff Workflow folgendermaßen:

"The automation of a business process, in whole or part, during which documents, information or tasks are passed from one participant to another for action, according to a set of procedural rules."

Streng am Wortlaut orientiert, kann man die Definition wie folgt übersetzen:

"Die Automatisierung eines Geschäftsprozesses, in Teilen oder als Ganzes, in dem Dokumente, Informationen oder Aufgaben von einem Teilnehmer zum nächsten weitergereicht werden und dabei festgelegten Regeln genügen müssen."

Bei den Definitionen der WfMC findet sich keine Definition für den Begriff des Workflow Management. Es wird nur der Begriff des Workflow Management Systems gebraucht. Management bedeutet nach allgemeiner Auffassung Planen, Entscheiden, Steuern, Kontrollieren und Führen. Diese Handlungen werden im Zusammenhang mit dem automatisierten Geschäftsprozeß auch als Workflow Management bezeichnet. Sie werden nach der Implementierung von einem System übernommen, dem Workflow Management System.

Für das Workflow Management System findet sich in den Definitionen der WfMC folgende Definition:

"A system that defines, creates and manages the execution of workflows through the use of software, running on one or more workflow engines, which is able to interpret the process definition, interact with workflow participants and, where required, invoke the use of IT tools and applications."

Oder übersetzt:

"Ein System, das mit Hilfe von Software die Ausführung von Arbeitsabläufen sowohl definiert als auch selbst vornimmt und steuert, dabei auf einer oder mehreren Maschinen läuft und in der Lage ist, die Definitionen der Geschäftsprozesse zu interpretieren, mit den Mitarbeitern zusammenzuarbeiten und dort, wo es erforderlich ist, die Nutzung der IT-Werkzeuge und –Programme vorzuschlagen."

Die Ineinssetzung von Workflow Management System mit Wissensmanagement erscheint jedoch nicht gerechtfertigt, da der Workflow stark standardisiert ist und die Wissensbasis der Mitarbeiter eben nicht einbezieht.

Peter Fritsch, Staffware GmbH, 1998

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letzte Bearbeitung: 21.08.10