| Tools (IT) Für die betriebliche bzw. operative Umsetzung des Wissensmanagements sind
informationstechnische Tools oder Werkzeuge immer in Betracht zu ziehen. Denn eine gute
informationstechnische Infrastruktur und die darauf aufbauenden Möglichkeiten des
Informationsmanagements können als Ausgangsbasis für weitergehendes Wissensmanagement
genutzt werden. Umgekehrt kann versucht werden, Erfahrungen beim Wissensmanagement auch
wieder in informationstechnische Strukturen und Vorgänge umzusetzen. Die zu diesen
Zwecken verfügbaren IT-Tools bzw. IT-Konzepte werden wir sukzessive erfassen,
beschreiben und hier vorstellen.
Liste der Tools (IT):
Analytische
Managementsysteme
Business
Intelligence (BI)
Customer Relations Management
(CRM)
Data Mining
Data Repository
Data Warehouse
Hyperbolische Informationsraumdarstellung
Informationslogistik
Informationsplattformen
Intranet
Lotus
Notes (Client) / Lotus Domino (Server)
Knowledge Discovery in
Databases
Knowledge
Mining
Telementoring
Topic Maps
Umantis - Software für Wissensmanagement
Unternehmensportale
verteiltes Wissensmanagement
Web-basierte
Lernplattformen
Wissensaktienmarkt
Workflow Management System
Analytische
Managementsysteme
Mit Hilfe von a.M. ist es möglich, mögliche Folgen
von Managemententscheidungen zu simulieren und zu analysieren, z.B. die
Konsequenzen der Einlastung eines zusätzlichen Großauftrags, der Veränderung
von Devisenkursen oder des Wegfalls eines wichtigen Kunden. Sie werden vor
allem zu Zwecken des Risikomanagements eingesetzt. Häufig bezeichnet man
sie einfach als "Simulationsprogramme".
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Business
Intelligence (BI)
Unter BI versteht man eine Vielzahl
unterschiedlicher Ansätze zur Analyse von Geschäftsprozessen mit
entscheidungsunterstützendem Charakter. Dazu gehören Werkzeuge für das
ad-hoc-Reporting, das analytische CRM, ferner das Online Analytical
Processing (OLAP) und Data- bzw. Text-Mining-Tools. Im engeren Sinne
versteht man unter BI nur die Techniken zur Auswertung multidimensional
organisierter Daten (z.B. OLAP). Keineswegs sind jedoch
Standard-Reporting-Anwendungen gemeint.
BI-Anwendungen setzen einen höchst aktiven Anwender
und die Entwicklung gemeinsamer Definitionen voraus.
Literatur: Uwe Hanning, Knowledge Management und
Business Intelligence, Springer, Berlin usw. 2002.
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Customer Relations Management (CRM)
Customer Relations Management ist ein
Sammelbegriff für alle Aktivitäten in Vertrieb, Service und Marketing,
die der Pflege der Beziehung zum Kunden und vor allem auch der Gewinnung
von verkaufsförderlichen Informationen dienen. Zur Pflege der
Kundenbeziehung werden z.B. spezielle Außendienstunterstützungs- und
Produktkonfigurationssysteme eingesetzt, aber auch automatische
E-mail-Response-Syteme und Call Centers. Dazu kommt der ganze Bereich der
täglichen Business Operations in Vertrieb und Service - so die
auftragsabwicklungsbezogenen Daten und das gesamte Supply
Chain-Management. Darauf bauen nun die eigentlichen
"analytischen" CRM-Anwendungen in Form von Data Warehouse- und
Data Mining-Systemen auf. Mit ihrer Hilfe sollen auf der Grundlage der
durch das operative CRM gewonnen Daten - und oft unter Mitwirkung von
Marketingexperten und Psychologen - präzisere kundenbezogene Strategien
definiert und in "automatische" Kampagnen oder gezielte
individuelle Ansprache umgesetzt werden. Damit ist CRM eines der ersten
praktisch relevanten Einsatzgebiete von Techniken des Wissensmanagement.
Voraussetzung für die analytischen
Anwendungen sind zunächst "saubere" und vergleichbare
Kundendaten. Diese Voraussetzung ist angesichts der Verteilung von
Kundendaten in allen möglichen Unternehmensbereichen heute selten genug
gegeben und muss erst einmal geschaffen werden. Die allermeisten
CRM-Projekte stecken derzeit wohl noch in dieser Bereinigungsphase.
Außerdem ist der Kunde nicht immer glücklich über die
"Umklammerung" durch die CRM-Systeme, die im Zuge seiner
Integration in E-commerce-Systeme weiter voranschreiten wird. Ob sich
CRM-Strategien in kurzfristigem direktem Umsatzzuwachs niederschlagen
werden, ist zweifelhaft. Derzeit basteln etwa 10 % der deutschen
Großunternehmen an derartigen Systemen. Wichtiger erscheint zunächst die
Sicherung der kundenbezogenen Datenqualität, wodurch Fehler in
Produktkonfiguration, Beratung und Kundenansprache minimiert und
aufwendige Rückfragen der Vertriebs- und Servicemitarbeiter in der
Zentrale vermieden bzw. abgekürzt werden können. Hier liegt derzeit
freilich ein Schwerpunkt von IT-Aktivitäten auch im mittelständischen
Bereich.
Für den Investitionsgütersektor wichtig
erscheint vor allem die Fähigkeit, alle möglichen - naturgemäß meist
sehr heterogenen - kundenbezogenen Vorgänge und Dokumente in
verschiedensten Datenformaten abzuspeichern und wieder aufzufinden (Repository
und Retrieval Systeme). Die Automatisierung von Kampagnen spielt hier
keine große Rolle - außer vielleicht in Sektoren wie dem LKW- oder
IT-Vertrieb.
Hans-Jürgen Weißbach, Jan. 2000
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Data
Mining
Data Mining-Verfahren
beinhalten im weiteren Sinne sowohl unterschiedliche Techniken der
konventionellen explorativen Datenanalyse (Korrelation, Regression) als
auch im engeren Sinne Techniken zur Klassifikation unterschiedlicher
Klassen von Objekten aufgrund vorhandener Daten. Zu letzteren Anwendungen
gehören z.B. Aufgaben wie:
-
Erstellung
von Profilen von Objekten oder Gruppen von Objekten anhand typischer
Merkmalsausprägungen (z.B. Lieferanten- oder
Kreditkundenklassifikation)
-
Segmentierung
oder Clusterung von Objekten (die Objekte sollen innerhalb jedes
Segments oder Clusters einander ähnlich, die Cluster selbst möglichst
unähnlich sein)
-
Zuordnung
von Objekten zu bestehenden Klassen
-
Erkennung
von Ähnlichkeiten (z.B. von Texten)
- Methoden der Datenfilterung spielen u.a. eine
Rolle bei Aufgaben wie:
-
Erkennung
von Ausreißern und Unterdrückung von „Rauschen“ in den Daten
(z.B. in der Bildverarbeitung)
-
Internetsuche
(v.a. Text Mining)
-
Prognosen,
basierend auf historischen Werten (z.B. Verkehrprognosen auf
Autobahnen)
Die Cluster werden teils mit, teils ohne
Vorabhypothesen bzw. Vorwissen gebildet (z.B. bildet man kugelförmige
oder elliptoide Cluster? Gibt man Entscheidungsbäume vor?). Oft werden
dafür Fuzzy-Verfahren verwendet, mit denen Zugehörigkeitsgrade von
Objekten zu Klassen definiert und Regeln extrahiert werden.
Die Data Mining-Software wird gelegentlich auf
vorhandene Datenbanken aufgesetzt (Schwachpunkte sind oft die nicht für
alle Objekte ausgefüllten Datenfelder – aber auch für deren
Extrapolation eignen sich Data Mining-Methoden!), teils muss eine eigene
Data Mining-Database entwickelt und eingesetzt werden. Dies gilt
insbesondere dann wenn heterogene bzw. nicht numerische Daten wie Text,
Bild, Multimedia bearbeitet werden.
Text Mining-Verfahren im Internet sind wichtige
Bausteine einer Technologie des maschinellen Lernens (è Knowledge
Discovery). Das sog. wissensbasierte Text Mining erfordert die Entwicklung
eines umfangreichen Hypothesenraums mit Hilfe von Verfahren der künstlichen
Intelligenz.
Literatur:
Runkler, Thomas: Information Mining. Vieweg, Wiesbaden 2000.
Sullivan, D.: Document Warehousing and Text Mining. Wiley, 2001.
Witten, Ian H. et al.: Managing Gigabytes. Morgan Kaufmann 1999.
Witten, Ian H. und Eibe Frank: Data Mining. Hanser, München 2001 (eher für
Datenbankspezialisten).
Hans-J. Weißbach, 2002-10-19
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Data Repository
Ein Informations- und Wissensspeicher, in dem
umfangreiche Informationen unterschiedlichster Datenbankformate, so z.B.
CAD-, CAE-, sonstige Produkt-, Qualitäts-, Vertrags-, Kunden-, Markt-,
Internet- oder Daten aus anderen Anwendungssystemen aufbewahrt werden,
insbesondere zur raschen Versorgung informationsintensiver Bereiche wie
FuE, Konstruktion, Service, Vertrieb, Marketing. Das Data Repository kann
mit Hilfe von mächtigen Abfragewerkzeugen - mit Hilfe der Techniken des
Data Mining oder mit Methoden des Knoledge Discovery - durchsucht werden;
auf dieser Basis kann rasch kunden- oder produktbezogenes Wissen bereit
gestellt werden. Oft wird das Data Repository mit einer -->
Wissenslandkarte kombiniert, um die Auffindbarkeit des Wissens zu
erhöhen.
Da ein erfolgreiches Data Mining oft umfangreiche
Erfahrungen und Qualifikationen voraussetzt, sind einige Unternehmen dazu
übergegangen, die Anwender entsprechend ihrer Zuordnung zu
unterschiedlichen Nutzertypen - auf Basis eines Nutzermodells -
automatisch mit spezifischen Informationen zu versorgen oder auf zu
verarbeitende Informationen hinzuweisen, die für die jeweilige
Nutzergruppe noch einmal nach Prioritäten sortiert sind (z.B. mittels
A-B-C-Analyse: "Wenn Sie noch Zeit haben, lesen Sie auch C...").
Das verbessert die spezifische Informationsbasis der Fachabteilungen,
verhindert, dass wichtige Informationen übersehen werden und ermöglicht
eine rasche Reaktion der Organisation auf Umweltveränderungen oder
Kundenwünsche. Der Anwender ist stark von Informationssuch- und
-beschaffungsarbeiten entlastet.
Anwendungsvoraussetzungen: Diese Form des
Wissensmanagements setzt eine besonders qualifizierte Stabsstelle voraus,
die die Relevanz von Informationen erkennt, die jeweiligen Prioritäten
von Informationen für bestimmte Usergruppen definiert und diejenigen
Trends, auf die diese trotz der umfassenden Datenversorgung nicht
reagieren, mit hoher Priorität selbst bearbeitet. Auch sind die
technischen Ingtegrationsprobleme bei unterschiedlichen Datenbankformaten
erheblich.
Risiken: Erzeugung von Datenmüll, Abstumpfung von
Nutzergruppen gegenüber Infos auch von hoher Priorität bei chronischem
Zeitmangel, geringere Eigenverantwortlichkeit, hohe Kosten.
Implementationsbeispiel: Ein nach diesen Prinzipien
aufgebautes Repository mit zentralem Wissensmangement-Stab ist bei HP
implementiert.
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Data Warehouse
Ein leistungsfähiges Datenbanksystem, in dem Daten aus
unterschiedlichsten operativen Systemen eventuell ergänzt durch externe Daten
anwendungsunabhängig und abteilungsübergreifend gespeichert werden. Die Ablage
kann nach häufigen Ereignissen vorstrukturiert oder auch teilweise unstrukturiert
erfolgen (z.B. werden alle Transaktionen, Vorgänge und Dokumente unterschiedlichster
Datenformate, die den Kunden X oder die Y-Anlage oder die Z-Aktie betreffen, fortlaufend
verschiedenen Ereignisklassen zugeordnet und abgelegt oder auch nur eigescannt). Diese
Daten können dann regional, kunden-, problem- oder anwendungsbezogen und
bereichsübergreifend ausgewertet werden.
Die Notwendigkeit zur Einrichtung von Data Warehouses resultiert
u.a. aus den zunehmend "lean" gemachten Unternehmensstrukturen, bei denen jedes
Profit Center oder jede Business Unit seine bzw. ihre Daten dezentral und eigenständig
speichert, sowie aus der gesteigerten Notwendigkeit zur Herstellung einer stabilen
Kundenbeziehung unabhängig von der Personalfluktuation in Beratung oder am Point of
Sales. Dadurch ist es immer wichtiger, ein kollektives "Unternehmensgedächtnis"
zu schaffen.
Anwendungsbereiche: Dokumentenverwaltung, Auswertung von
massenhaften Transaktionen (Verkäufe, Buchungen) für Zwecke des Marketing (z.B.
Zielgruppenanalysen, Entdecken von "Langsamdrehern") und zur Pflege der Customer
Relations, für Kundendienst/Service (z.B. Aufzeichnung von maschinenbezogenen Daten),
Vertrieb von Finanzdienstleistungen (Schaffung von Transparenz über Kundenbedürfnisse,
Identifizierung wichtiger Veränderungen beim Kunden). Tritt der Kunde dann mit dem
Dienstleister in Kontakt z.B. im Schadensfall, bei Kontoeröffnung oder über ein
Call Center - , wird in den verschiedenen Rubriken nach relevanten Vorgängen gesucht.
Risiken: Datenschutzprobleme, möglicherweise Misstrauen
beim Kunden, hohe Investitionen (je nach Transaktionshäufigkeit z.B. bei
Einzelhandelsketten), mangelnde Einbindung in die allgemeine Servicestrategie des
Unternehmens. Fraglich, ob für mittelständische Kunden geeignet.
Literatur: "Kundeninformationen als Basis für ein
erfolgreiches Marketing", FAZ, 01.09.1999
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Hyperbolische
Informationsraumdarstellung
Das
Poincaré-Modell des hyperbolischen Raums (eine nicht-euklidische
Geometrie) erlaubt eine mehr als zweidimensionale Darstellung von
hierarchisch und zyklisch vernetzten Informationszusammenhängen (z.B.
Verzeichnissen, Datenbankinhalten, Weblinks) auf speziellen 3D-Browsern.
Die Darstellung von Verweis- und Filiationszusammenhängen zwischen
Informationen mittels gerichteter Graphen im hyperbolischen Raum wirkt bei
Existenz von zahlreichen Schleifen – wie z.B. im World Wide Web –
weniger verwirrend und ist weitaus eleganter als die hierarchische
2D-Darstellung.
Quelle:
Tamara Munzner, Paul Burchard:
www-graphics.stanford.edu/papers/webviz
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Informationslogistik
Im weitesten Sinn alle Verfahren und Methoden, die der
Unterstützung von Individuen, Teams und Organisationen bei der
Beschaffung, Verwaltung und Auswertung von Informationen dienen. In diesem
Sinne sicherlich eine ausufernde und wenig nützliche Definition.
Sinnvoller erscheint die Begrenzung des Begriffs auf
technische Verfahren, Plattformen, Portale usw., durch die Individuen und
Teams mit aufbereiteten, ggf. invidiualisierten Informationen punktgenau
und just-in-time versorgt werden können. Das kann erhebliche Suchzeit
sparen, die Suchaktivitäten genauer kanalisieren und erlaubt einen
individuellen Einstieg in die Informationsbeschaffung. Ein Problem dabei
ist jedoch die ex-ante-Abschätzung des Informationsbedarfs der User.
Dieses Problem kann auch durch die automatische Konfiguration der
Wissensbasis entsprechend dem Verhalten der Nutzer nicht ganz abgestellt
werden. Man läuft hierbei z.B. Gefahr, durch zu starke Vorstrukturierung
der Informationsflut wichtige Informationen zu übersehen oder gar zu
unterdrücken, die Surfbedürfnisse des Users zu missachten, ihn zu früh
auf bestimmte Probleme zu «trichtern» usw.
Hans-Jürgen Weißbach, Juli 2000
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Informationsplattformen
Die Eignung moderner Informationsplattformen und Content-Systeme für Anforderungen des Wissensmanagements
bemisst sich an der Verfügbarkeit von drei Funktionen:
- Suche strukturierter und unstrukturierter
Information in verteilten (externen und internen) Informationsquellen
- Indexierung bzw. thematische Klassifikation des Materials anhand von Taxonomien
- Personalisierung von Content (z.B. durch
Vorschlagsysteme - Recommendation Engines - , die den Mitarbeitern das Heranziehen von Quellen zu
geschäftskritischen Inhalten vorschlagen oder durchIdentifizierung der Mitarbeiter mit spezieler Expertise,
die zuletzt mit einem Dokument gearbeitet haben).
Erst das Zusammenwirken dieser Funktionen erlaubt das Entdecken, Organisieren und Verbinden von Information
unter einem Blickwinkel, wie es z.B. für die Arbeitsweise von Unternehmensberatungen, großen IT-Firmen oder
Finanzdienstleistern typisch ist.
Ein solches Produkt ist Verity K2 Enterprise.
Verity (Sunnyvale, CA., USA) ist Spezialist für die
Bearbeitung heterogener Datenquellen in großen
Unternehmen und Organisationen entwickelt wurden.
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Intranet
"Das Internet" - in seinen Grundzügen
mittlerweile drei Jahrzehnte alt - stellt seit Mitte der 90er Jahre auch über den engen
Kreis der Informatiker hinaus einen Focus der Diskussion um Informationstechnik und
-verarbeitung dar. Diese Diskussion hat mittlerweile neben der technischen und der sozial-
und wirtschaftswissenschatlichen Fachliteratur längst auch die allgemeine Publikumspresse
erreicht. Während in der Fachliteratur zunächst die Kommunikationsfähigkeit zwischen
verschiedenen, insbesondere UNIX-basierten, Rechnersystemen bzw. lokalen Computernetzen im
Vordergrund stand, rückte die Bedeutung des Internet als "Infrastruktur der
Informationsgesellschaft" zunehmend in das Zentrum der Diskussion.
"Das Internet" steht mittlerweile für neue Formen der
Informationsvermittlung, neue Formen elektronischer Märkte und Kundenanbindung, für
Internationalisierung von Kommunikationsbeziehungen und überhaupt für die Globalisierung
von Märkten. Damit verknüpft das Internet Datenverarbeitung und Kommunikation auf
globaler Ebene und kann als "das" Medium der "globalisierten Welt"
stilisiert werden.
1994 wurde ein neuer Begriff geprägt, der seit ca. 2 Jahren die Runde
in breiteren Rezipientengruppen macht: das Intranet. Hiermit schlägt sozusagen
"das Pendel zurück": Techniken des Internet werden jetzt wieder im
organisationsinternen Kontext verwendet.
Intranet-Projekte sind derzeit en vogue. Dabei kann jedoch noch kaum
von "typischen" Implementierungsprozessen ausgegangen werden. Das Spektrum der
Intranetanwendungen reicht von in JAVA geschriebenen IBM-3270-Hostemulationen über
konventionelle Bürokommunikations- und Groupware-Anwendungen bis hin zu komplexen
Neustrukturierungen betrieblicher Wissensbasen.
Die Diskussion um das Intranet wurde bisher
im wesentlichen in den Kreisen der Akteure, der "Macher", an den
wissenschaftlichen Disziplinen vorbei geführt. Die Dynamik der Entwicklung bringt es mit
sich, daß umfassende empirische Studien nicht existieren und im Moment ihrer
Veröffentlichung eigentlich auch wieder veraltet wären. Aufgrund der Vielfalt der
verschiedenen Projekte wären derartige Untersuchungen auch in definitorischen Problemen
gefangen und nur begrenzt aussagekräftig. Stattdessen müssen wir auf Fallstudien sowie
einzelne Befragungen zurückgreifen. ...
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Knowledge
Discovery in Databases (KDD)
Im Deutschen oft als (induktives) maschinelles Lernen bezeichnet. Als das
zentrale Teilgebiet des KDD wird oft Data Mining angesehen, bei dem es darum geht, Objekte in mehrdimensionalen
Räumen zu Klassen zusammen zu fassen, indem Cluster mit Hilfe von
Entscheidungsbäumen oder Klassifizierungsregeln aus Daten extrahiert
werden. KDD umfasst aber noch weitere Techniken wie z.B. die Vorverarbeitung
und Visualisierung von Daten (z.B. Visualisierung von semantischen Ähnlichkeiten
in Dokumenten) oder auch solche aus dem Bereich des Data Warehouse (z.B.
automatische Generalisierung).
Literatur:
Ester, Martin, und Jörg Sander: Knowledge Discovery in Databases. Springer,
Heidelberg 2000.
Konferenz:
Principles and Practice of KDD, Helsinki, 19.-23.8.2002, http://ecmlpkdd.cs.helsinki.fi/
MLDM’2003, Leipzig, 5.-7.7.2003, http://www.ibai-research.de
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Knowledge
Mining
Tools
zur automatischen Generierung von Modellen aus Datenbeständen (z. B.
Berechnung einer Regressionsbeziehung zwischen verschiedenen Variablen).
Diese Modelle können anschließend zur Prognose oder Simulation (-->
Analytische Managementsysteme) verwendet werden.
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Lotus
Notes* (Client) / Lotus Domino* (Server)
Lotus
Notes/Domino hat wahrscheinlich die längste und auch durchgängiste
Entwicklung im cscw-Bereich hinter sich (cscw-computer supported
cooperative work, auch "Groupware" genannt): 1976 wurde
"Plato Group Notes" ("notes" im Sinne von Mitteilungen
bis hin zum Dokument) erstmalig im kommerziellen Bereich eingesetzt (von
Price Waterhouse). Vorher liefen die Entwicklungen am CERL (Computer-based
Education Research Laboratory) an der Universität in Illinois unter dem
Namen "Plato Notes" ab. Grundidee war schon damals der
gesicherte Austausch von Informationen der Benutzer über Datenbanken. Man
wollte Informationen/Dokumente von verschiedenen Anwendern teilen lassen
und benutzte dafür "Notes Storage Files", eMail und
online-Diskussionen über Tastatur (analog heutigen "Chats").
Heute
sollen angeblich über 35 Millionen Menschen Lotus Notes nutzen.
Besondere
Eigenschaften und zentrale Komponenten (bis zum aktuellen Release
5):
- client-server-System
erhältlich für versch. Betriebssysteme (Windows 95/98/2000 und NT,
IBM AIX, Sun Solaris, IBM AS 400, OS/390, OS/2, AppleMacIntosh und
eventuell bald auch Linux)
-
Lotus
Notes kann über Programmierschnittstellen mit LotusScript,
JavaScript, Java, C und C++ angepaßt und erweitert werden und ist
auch HTML 4.0- und XML-fähig
-
die
Dienste des Domino Servers bzw. der verteilten Domino Server (hier
besteht Datenkonsistenz durch besondere Replikationsmechanismen über
die verteilen Datenbanken hinweg) können nicht nur von dem eigenen
Client Lotus Notes genutzt werden, sondern mittlerweile im großen
Umfang auch von Internetbrowsern
-
vielfältige
Sicherheitsmechanismen über ein hierarchisches Schlüssel- bzw.
Zertifizierungssystem, in dem auch "Rollen"
(Benutzereigenschaften) mit Rechten festgelegt werden können.
-
ein
in die Lotusdatenbanken integriertes email-System, mit dem man auch
Workflow- und Archivierungsfunktionen implementieren kann. Mit dem
Mailsystem ist auch die Möglichkeit einer gemeinsamen Terminplanung
von Gruppen verbunden.
-
die
Integration von nur zeitweise angeschlossenen Mitarbeitern (Außendienst
etc.) in die gemeinsam genutzten Datenbank(en) mit Hilfe des schon erwähnten
Replikationsmechanismus, indem nämlich die Daten auch später noch
abgeglichen bzw. synchronisiert werden können, so dass alle auf
denselben Datenbestand zugreifen können. Die Replikation dauert natürlich
etwas länger, so dass man mit einer z.B. weltweit verteilten
Datenbank (Lotus-Domäne) zum Beispiel keine ganz verlässlichen
Buchungssysteme implementieren könnte - das wäre nur mit einer
absolut synchronen DB möglich.
-
in
der Lotus Notes DB werden auch ganze Dokumente abgespeichert, wobei
das "Compound Documents" (Dateien mit verschiedenartigen
Datenobjekten) einschließt.
Lotus
Notes und andere Clients zusammen mit dem Domino-Server stellen sozusagen
die Grundausstattung für Groupwareanwendungen zur Verfügung. Zusätzliche
Komponenten sind: Extended Search* (für Suche in allen DBs und gemeinsame
Nutzung der Suchergebnisse), Domino.doc* (vollwertiges
Dokumentenmanagement mit Lebenszyklusverwaltung) und Sametime*
(Komponenten zur Echtzeitkooperation, z.B. Anzeige, wer gerade online
ist). Darüber hinaus gibt es seit knapp einem Jahr Lotus Raven*, ein
Wissensmanagementportal auf Basis von Lotus Notes/Domino.
Lotus
Notes dient oft auch als Basis für die Extraktion von Daten über die
realen Kommunikationshäufigkeiten zwischen den Mitgliedern von
Projektteams.
Carsten
Lampe, Nov. 2000
Literatur: Fricke, Roland (1999): LotusNotes/Domino
R5. bhv Verlags GmbH, Kaarst, S. 15 - 18.
________________________
*Lotus
und Lotus Notes sind eingetragene Marken und Sametime, Domino und Notes
sind Marken der Lotus Development Corporation. Alle anderen
Marken sind Eigentum des jeweiligen Unternehmens.
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Telementoring
Telementoring ist der Versuch,
Mentoring-Prozesse per email oder über das Web abzuwickeln.
Anwendungsvoraussetzungen /
Vorteile:
Es können relativ unstrukturierte Probleme einer großen Zahl von
(überregional verstreuten) Mentees gesammelt und weitergeleitet werden.
Die Probleme dürfen allerdings nicht zu komplex sein, d.h. es darf nicht
zu schwer sein, sie in kurzer Form zu beschreiben. Oder es müssen
Beschreibungsmöglichkeiten in standardisierter Form bereit gestellt
werden, was schwierig ist. Das Medium email erlaubt eine relativ
hierarchiefreie Beratung (z.B. bei kollegialer Fallberatung). Das typische
Lehrer-Schüler-Verhältnis wird durch Nutzung eines "jungne"
Mediums vermieden. Die Mentoren müssen nicht vor Ort anwesend sein, man
kann auf ältere erfahrene Kollegen in Rente, ehrenamtliche Mentoren usw.
zurückgreifen. Das spart Kosten.
Probleme / Nachteile:
hohe Anonymität. Die Herausbildung des für Mentoring-Prozesse wichtigen
Vertrauensverhältnisses leidet möglicherweise. Das email-System / der
Chatraum / die Webpage muss permanent gepflegt und ggf. moderiert werden.
Es entsteht keine echte Lerngemeinschaft. Die Mentees müssen zunächst
dazu gebracht werden, die Fragen in sinnvoller Form zu stellen. Die für
das erfolgreiche Mentoring zentralen vertrauensbildenden sozialen Prozesse
sind über email oder Web schwer zu initiieren. Das Telefon ist hierfür
als "wärmeres" Medium zu bevorzugen, am besten funktioniert
natürlich die face-to-face-Kommunikation.
Anwendungsbereiche:
für Schule und Ausbildung z.T. geeignet, wenn Mentor und Mentee sich
vorher kennen, sinnvoll vor allem dann wenn über Bildvorlagen
kommuniziert werden kann und kein langer Text zur Erklärung des Problems
geschrieben werden muss (z.B. in der Ausbildung von Designern, Fotografen,
Künstlern). Möglicherweise auch in der Existenzgründerberatung (wenn
ein Business-Plan vorliegt), als Hotlineersatz in der IT- oder
Unternehmensberatung usw. Denkbar auch in internationalen Projekten und
multinationalen Unternehmen, um Reisekosten zu sparen. Der Einsatz ist
innerhalb von Betrieben nur begrenzt sinnvoll.
Anwendungsbeispiel:
Wird derzeit in NRW als Instrument der Beratung von Jungendlichen mit
Beufszugangsproblemen erprobt (www.telementoring.de);
Jugendliche erhalten hier Zugang zu den Erfahrungen ehrenamtlicher
Mentoren.
Insgesamt ein eher problematisches
Tool mit engen Grenzen, als billige second-best-Lösung vertretbar.
Hans-Jürgen Weißbach, Juli 2000
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Topic Maps
Die Entwicklung von T.M. als
Knowledge-Mining-Verfahren ist eine Konsequenz aus den Unzulänglichkeiten
der Stichwort- bzw. Volltextsuche: erstere liefert oft völlig
unterschiedliche Ergebnisse schon bei minimaler Veränderung der
Suchkriterien, letztere oft zu wenig oder zu viel Daten und erfordert eine
langwierige Optimierung des Suchstrings. Mit dem ISO-Standard 13250
„Topic Maps“ von 1999 wurde ein Verfahren für die Erschließung von
Informationen auch aus unstrukturierten Texten festgelegt. Das
Austauschformat für Topic Maps bilden die SGML bzw. XML, zwei Sprachen,
die im Unterschied zu HTML eine kontextorientierte Suche ermöglichen.
Mittels SGML und XML können die spezifischen Eigenschaften elektronischer
Medien zum Publizieren von Dokumenten und Suchen von Texten nutzbar
gemacht werden (z.B. Erweiterung durch Visualisierungsmöglichkeiten,
Tonsequenzen usw.).
Mittels T.M. ist eine Inhaltserschließung auch sehr
komplexer Texte bzw. Dokumente möglich. Notwendig ist dafür die
Definition von Konstrukten, d.h. Modellen der verwalteten Objekte,
Relationen und ihrer Verknüpfungen, die als semantisches Netz beschrieben
werden. (Relationen werden z.B. als Kanten eines Graphen dargestellt,
Themen als Knoten). Personen können nach Rollen und Funktionen oder
entsprechend ihrer Gruppenzugehörigkeit eingeordnet werden.
Texte können nach verschiedenen Kriterien
erschlossen werden: Verfassser oder Adressat, Texttypus, Entstehungszeit,
Vorkommen bestimmter Textbestandteile mit Varianten usw.
Mittels T.M. können Fragen beantwortet werden wie
z.B.:
-
Wer
hat im Jahr 2001 Anfragen betr. Dokument/Vorgang xy an Person Z und an
alle ihre Mitarbeiter gestellt?
-
Welches
Thema/Produkt ist in den letzten 3 Monaten von A-Kunden am häufigsten
angefragt worden?
-
In
welchem Dokument aus dem Schriftwechsel zwischen B und C kommt das
Projekt z vor?
Wie schon die Beispiele zeigen, sind T.M. sehr gut auf
eine Dokumentenverwaltung unter Lotus Notes aufsetzbar.
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Umantis - Software für Wissensmanagement
BrainsToVentures AG / Umantis, eine Ausgründung der Universität St.
Gallen (2000), stellt eine leicht bedienbare Software zur Unterstützung des
betrieblichen Wissens- und Kompetenzmanagements her, die bei namhaften Referenzkunden (u.a. PWC) eingesetzt ist. Wir halten die Software für
besonders geeignet für größere Konzerne und netzwerkartige Unternehmen, z.B. Partnerorganisationen in der Unternehmensberatung.
Die Software unterstützt folgende Funktionen:
- Dynamische Abbildung von Fachkompetenzen
Mit umantis erfassen Ihre Mitarbeiter die Fachkompetenzen mit
objektivierten „Verhaltensankern“ (fachübergreifende Kompetenzen) oder mittels
Freitexteingabe (fachspezifische Kompetenzen). Die Freitextfelder sind als Drop-down-Menü einsehbar und jederzeit anpassbar. Gerade
fachspezifische Kompetenzen verändern sich regelmäßig und müssen daher in ihrer Verwaltung dynamisch sein. umantis unterstützt die strukturierte und flexible Erfassung von sich rasch verändernden Kompetenzen, wobei auch seltene Nutzer wenig Probleme mit dem Menü haben.
- Identifikation von Experten innerhalb des Unternehmens
Das System identifiziert Schlüsselpersonen innerhalb der Organisation, die zugleich engmaschig personell vernetzt sind und hohe Kompetenz bündeln. Mit umantis kann Expertenwissen effektiv aufgedeckt und das vorhandene Know-how einfach abgebildet werden.
- Verknüpfung mit Dokumenten und Wissensdatenbanken
In umantis lassen sich problemlos Dokumente abspeichern. Die Mitarbeiter können entsprechende Dokumente an ihre Profile anhängen. In
fachspezifischen Diskussionsforen lassen sich einfache Verknüpfungen zu diesen Wissensdokumenten erstellen. Ebenso sind Verknüpfungen zu bereits
bestehenden Wissensdatenbanken möglich.
- Diskussionsforen für Projektzusammenarbeit
Die Mitarbeiter können sich in speziell eingerichteten Diskussionsforen über wissensintensive Themen austauschen. Kreative und rasch vermittelte Lösungsvorschläge tragen zur optimierten Zusammenarbeit bei.
Schnittstellen zu SAP, PeopleSoft usw. sind vorhanden. Module wie
Bewerbermanagement, Nachfolgeplanung, eine Zielvereinbarungssoftware oder auch die Alumni-Verwaltung für Hochschulen ergänzen das Angebot.
Hans-Jürgen Weißbach (2006)
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Unternehmensportale
dienen zur Erschließung von Informationen im Internet
sowie als Instrumente der unternehmensinternen Informationslogistik.
Sie sollen die interne und externe Informationsvielfalt strukturieren,
indem sie auf interne Wissensressourcen (Dokumente, Suchtools usw.)
verweisen und dem Mitarbeiter einen zentralen point of access zum Internet
sowie eine adäquate Benutzerführung bieten.
Sie sind z.T. personalisierbar, d.h. die Informationen
werden nach jeder Nutzung entsprechend den inhaltlichen Interessen des
Users neue konfiguriert und beim nächsten Aufruf in entsprechender Form
bereit gestellt.
Im Mittelpunkt der Unternehmensportale steht z.T. die
Präsentation der internen und externen Informationen, verbunden mit Tools
zum Management dieser Informationen, teils die automatische Filterung und
Analyse von Daten, die im operativen Bereich anfallen («dynamische
Extraktion von Wissen»), teils die Bereitstellung von häufig genutzten
Anwendungsprogrammen oder auch die Unterstützung von Teamfunktionen durch
Groupware, Diskussionsforen usw.
Hans-Jürgen Weißbach, Juli 2000
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Verteiltes Wissensmanagement
Das Konzept des verteilten Wissensmanagements hat sich aus der Einsicht in die Grenzen des zentralistischen Wissensmanagement-Ansatzes entwickelt (z.B. Portale, zentral gesteuerte Communities, Yellow Pages) und setzt auf die Erschließung und Nutzung vorhandener Ressourcen. Die Techniken des v.W. ermöglichen z.B. eine semantische Analyse von Dokumenten und Websites und erlauben dabei eine automatische Kategorisierung und Relevanzeinschätzung. Struktur und Form werden nicht mehr vorgegeben und darauf aufbauend Dienste zur Verfügung gestellt, sondern das Ziel ist es, vorhandene Wissensquellen gleich welcher Struktur zu nutzen und sich an Kontextbedingungen und Interaktionsformen der Nutzer anzupassen.
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Web-basierte Lernplattformen
Web-basierte Lernplattformen (CourseWare, Course
Management Systems, e-Learning Plattformen) sind Softwarewerkzeuge zur
Komposition, Distribution und Administration von Web-basierten
Lernumgebungen. Sie umfassen die folgenden Funktionsbereiche:
-
Komposition
von Lerninhalten: Textuelle und multimediale Inhalte können über ein
einfach zu bedienendes Web-Interface in die Umgebung integriert
werden. Das System fügt gemäß der vom Autor vorgegebenen Struktur
ständig Navigationshilfen hinzu. Links werden automatisch nachgeführt.
-
Interaktive
Komponente: Fragen können online erstellt und verwaltet werden und
werden vom System beantwortet. Es stehen mehrere Fragetypen, z.B.
Multiple Choice oder Lückentext zur Auswahl.
-
Kommunikationswerkzeuge:
Das System stellt zeitlich asynchrone und synchrone
Kommunikationswerkzeuge wie z.B. Web-basiertes eMail, Chat,
Videoconferencing usw. zur Verfügung.
-
Tutorenwerkzeuge:
Tutoren regeln Zugangsberechtigungen für Kurse, bilden Arbeitsgruppen
und betreuen die Studierenden, indem Sie ihre Aktivitäten im Kurs
verfolgen und eingereichte Arbeiten prüfen. Sie können bei Bedarf
mit den Studierenden über die oben genannten Kommunikationswerkzeuge
in Kontakt treten.
-
Studierendenwerkzeuge:
Studierende können unter anderem auf einfache Weise individuelle
Annotationen am Kursmaterial anbringen, Kursmaterial ausdrucken und
die Lernumgebung nach eigenem Geschmack einrichten.
-
Benutzeradministration:
Die Systeme bieten verschiedene Werkzeuge an, welche die
Administration auch großer Benutzerzahlen bei der Kursregistrierung
oder der Arbeitsgruppenbildung erleichtern. Daneben gibt es
Statistikwerkzeuge zur Analyse des Benutzerverhaltens in den
Lernumgebungen (z.B. Zugriffszahlen und -Monitoring, Auswertung der
interaktiven Fragen, Notenheft usw.).
Lernplattformen integrieren also verschiedene
Dienste des WWW in einem System und ermöglichen dadurch eine Reduktion
des Arbeitsaufwands zur Erstellung und Pflege von Web-basierten
Lernumgebungen. Die einzige Benutzerschnittstelle für Lehrende und
Lernende zur Kommunikation mit diesen Systemen ist ein Web-Browser. Daher
muss keine Zusatzsoftware auf den Rechnern von Studierenden oder
Dozierenden installiert werden.
Web-basierte Lernplattformen bieten mit Ihrem
Funktionsumfang vor allem Unterstützung für Dozierende mit wenig
technischem Wissen über das Web und wenig bis keinem HTML Know-How.
Allerdings muss festgehalten werden, dass keines der gegenwärtig verfügbaren
Produkte die Flexibilität einer individuellen Lösung bieten kann.
Lernplattformen eignen sich zum Einsatz in der
Unterstützung traditioneller Lehrveranstaltungen wie zur Durchführung
von Web-basiertem, zeit- und ortsunabhängigem Fernunterricht z.B. für
berufstätige Studierende. Sie eignen sich auch hervorragend zum
Ausprobieren von explorativen Lernformen.
Lernplattformen werden normalerweise als
Zusatzsoftware auf handelsüblichen Web-Servern installiert. Einen ständig
aktualisierten Überblick über das Angebot bietet www.edutech.ch
.
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Wissensaktienmarkt
Ein von der New Economy postuliertes Bewertungs- und
Anreizsystem zur Stimulation der Produktion von Wissen in großen
Unternehmen, das vermutlich nicht funktioniert: Auf einem
unternehmensinternen virtuellen Marktplatz sollen Anteilsscheine an
Produktideen der Mitarbeiter gehandelt werden. Die Kurse dieser „Aktien“
sind ein Gradmesser für den möglichen Erfolg der Ideen und können auch
als Basis für die Berechnung von Prämien dienen. Allerdings setzt das
Verfahren einen Grad von Transparenz voraus, der in der Regel zu Beginn
einer Produktinnovation noch gar nicht vorhanden ist. Mit Geheimhaltung der
eigenen Projekte ist das Verfahren auch kaum zu vereinbaren.
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Workflow Management System
In der Geschichte der Büroautomatisierung hat sich ein
Trend herauskristallisiert, der mit dem Begriff Workflow oder Workflow
Management beschrieben werden kann. Gemeint ist eine
Anwendungsentwicklung, bei der eine Ausrichtung an den Daten erfolgt: die
Daten werden bei jeder zu erfüllenden Aufgabe automatisch bereit
gestellt. Von der Datenorientierung führte der Weg zur
Aufgabenorientierung, mit der die Anwendungen stärker an die Erfüllung
der Aufgaben angepaßt wurden. In der folgenden Stufe des Business Process
Reengineering – die integrierte und kundenzentrierte Aufgabenerledigung
in der "leanen" Organisation - besann man sich dann auf eine
neue Basis des Workflows, den Geschäftsprozess.
Der Workflow kann so als insgesamt oder zum Teil
automatisierter Geschäftsprozess beschrieben werden, der von einem
Workflow Management System gesteuert wird. Typische Anwendungsbereiche
sind im Dienstleistungsbereich zu sehen, besonders im
Bereich hochstandardisierter Prozesse in
Telekommunikation, Vertrieb, Finanzdienstleistung und Versicherungswesen.
Die Implikation für Strategien des Wissensmanagement besteht in der
Bereitstellung des am Arbeitsplatz benötigten Wissens über den
Lieferanten oder Kunden und seine History, über Produkt- oder
betriebliche Parameter durch das System.
Technische Definitionen des Workflows wurden von der
WfMC, Workflow Management Coalition, erarbeitet. Die WfMC ist ein
Interessenverband der Hersteller und Anwendern von Workflow Management
Systemen. Zu den Aufgaben der WfMC gehört es, Standards für eine
gemeinsame Begriffsterminologie zu erarbeiten. Diese Arbeit ist bereits
gediehen. So wurde eine einheitliche Terminologie geschaffen und mit ihr
auch ein Referenzmodell für Workflow Management Systeme erstellt.
Die WfMC definiert den Begriff Workflow
folgendermaßen:
"The automation of a business process, in whole or
part, during which documents, information or tasks are passed from one
participant to another for action, according to a set of procedural rules."
Streng am Wortlaut orientiert, kann man die Definition
wie folgt übersetzen:
"Die Automatisierung eines Geschäftsprozesses, in
Teilen oder als Ganzes, in dem Dokumente, Informationen oder Aufgaben von
einem Teilnehmer zum nächsten weitergereicht werden und dabei
festgelegten Regeln genügen müssen."
Bei den Definitionen der WfMC findet sich keine
Definition für den Begriff des Workflow Management. Es wird nur der
Begriff des Workflow Management Systems gebraucht. Management bedeutet
nach allgemeiner Auffassung Planen, Entscheiden, Steuern, Kontrollieren
und Führen. Diese Handlungen werden im Zusammenhang mit dem
automatisierten Geschäftsprozeß auch als Workflow Management bezeichnet.
Sie werden nach der Implementierung von einem System übernommen, dem
Workflow Management System.
Für das Workflow Management System findet sich in den
Definitionen der WfMC folgende Definition:
"A system that defines, creates and manages the
execution of workflows through the use of software, running on one or more
workflow engines, which is able to interpret the process definition,
interact with workflow participants and, where required, invoke the use of
IT tools and applications."
Oder übersetzt:
"Ein System, das mit Hilfe von Software die
Ausführung von Arbeitsabläufen sowohl definiert als auch selbst vornimmt
und steuert, dabei auf einer oder mehreren Maschinen läuft und in der
Lage ist, die Definitionen der Geschäftsprozesse zu interpretieren, mit
den Mitarbeitern zusammenzuarbeiten und dort, wo es erforderlich ist, die
Nutzung der IT-Werkzeuge und –Programme vorzuschlagen."
Die Ineinssetzung von Workflow Management System mit
Wissensmanagement erscheint jedoch nicht gerechtfertigt, da der Workflow
stark standardisiert ist und die Wissensbasis der Mitarbeiter eben nicht
einbezieht.
Peter Fritsch, Staffware GmbH, 1998
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letzte Bearbeitung:
21.08.10
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