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Wissensarten

Zur Lösung verschiedener Formen von Problemen nutzt der Mensch sehr unterschiedliche Wissensarten, wobei diese noch einmal zu unterschieden sind von den Formen der geistigen Repräsentation des Wissens im Gedächtnis, die quasi die "Formate" des Wissens darstellen (z.B. analoge Repräsentation [Abbildung] von Sinneseindrücken, propositionales Format von Faktenwissen, kognitive Schemata wie z.B. assoziative oder semantische Netze oder kognitive Landkarten; programmähnliche Produktionssysteme usw.).

Folgende Wissensarten können unterschieden werden:

  1. Domänenwissen (bereichsbezogenes Wissen)
  2. strategisches Wissen
  3. metakognitives Wissen

1. Domänenwissen umfasst das menschliche Wissen über bestimmte Teilaspekte der Realität (z.B. allgemeines gesellschaftliches Wissen, professionelles oder Expertenwissen, Praktikerwissen hinsichtlich eines bestimmten Tätigkeitsfeldes). Das Domänenwissen tritt in zwei Formen in Erscheinung:

1.1 als deklaratives Wissen

1.2 als prozedurales Wissen

Deklaratives Wissen umfasst das Wissen einer Person über Begriffe, Objekte, Relationen ("Wissen, dass..."). Es wird in propositionalem Format repräsentiert (z.B. X ist Merkmal von Y) oder als semantisches Netz.

Das deklarative Wissen kann weiterhin nach episodischem (basierend auf individueller Erfahrung) und semantischem (sprachlich verallgemeinertem) Wissen unterschieden werden.

Prozedurales Wissen ("Wissen, wie...") ist handlungsleitendes Wissen; es wird in Form von Algorithmen oder Produktionssystemen repräsentiert ("wenn ... , dann ...."). Solche Produktionssysteme können mehr oder weniger präzise beherrscht werden, sie sind schwer explizit kommunizierbar.

2. Strategisches Wissen umfasst allgemeine Prozeduren, die nicht an bestimmte Wissensdomänen gebunden sind, sondern in unterschiedlichen Situationen eingesetzt werden können. Es kann in seiner Form dem prozeduralen Wissen ("immer wenn ..., dann..." ) gleichen, ist aber allgemeiner einsetzbar. Man kann es je nach der mit seinem Einsatz verbundenen Zielsetzung klassifizieren (Problemlösungs-, Komplexitätsreduzierungs-, Markt-, Machtstrategien usw.). "Weiche", unscharfe Problemlösungsstrategien, die den Erfolg nicht garantieren, bezeichnen wir auch als Heuristiken.

3. Metakognitives Wissen ist das Wissen einer Person über ihr Wissen. Es enthält z.B. die Fähigkeit zur Einschätzung, über welche Domäne man etwas bzw. nichts weiß ("ich weiß, dass ich nichts weiß"). Hierbei wird das eigene deklarative, prozedurale oder strategische Wissen bewertet. Es bringt also die für erfolgreiche Problemlösungen notwendige Fähigkeit zur Selbstreflexion zum Ausdruck.

Literatur: Arbinger, R.: Psychologie des Problemlösens, Darmstadt 1997.
Chi, M.T.H. : Bereichsspezifisches Wissen und Metakognition, in: F.E. Weinert/R.H. Kluwe [Hg.], Metakognition, Motivation und Lernen, Stuttgart./Berlin/Köln/Mainz 1984, S. 211 - 232.


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letzte Bearbeitung: 22.10.09