
Wissensmetrologie
(Hans-Jürgen Weißbach,
Juli 2000)
Alle Versuche, Wissen zu messen und zu
quantifizieren, waren bislang problematisch, wenn es dabei um mehr als einfache
Ratings (Einstufungen) von Wissensressourcen auf Ordinal-(Rang-)skalen geht. Ein
ordinales Skalenniveau, das etwa für die Festlegung der Prioritäten von von
Informations- und Wissensressourcen wichtig sein kann, erhält man z.B. durch
paarweisen Vergleich dieser Ressourcen (mehr als..., weniger als ....; wichtiger
als..., unwichtiger als...). Alle Versuche hingegen, Wissensressourcen auf
Intervallskalen zu «messen», d.h. asolute Abstände zwischen verschiedenen
Wissensressourcen numerisch exakt zu erfassen, sind bisher mehr oder weniger
untauglich geblieben – so wie auch ein gleicher Abstand zwischen verschiedenen
IQ-Werten wenig aussagt.
Die Ablehnung solch pseudopräziser
Methoden bedeutet freilich nicht, dass man sich keine Gedanken um die stringente
Operationalisierung von Wissenszielen machen müsste (die z.B. beim
Mitarbeitergespräch im Rahmen von Management by objectives ausgehandelt werden:
eine bestimmte Anzahl von Fachartikeln schreiben, eine bestimmte Zahl von
Schulungen durchführen, und zwar jeweils in einer bestimmten Qualität und mit
bestimmtem Erfolg). Die Beispiele zeigen aber, dass wir es beim Umgang mit
Wissen vor allem mit Qualitäten (nominal klassifizierten Daten) zu tun haben
und kaum mit «höheren» (Intervall-)Skalen. Noch problematischer sind Indizes,
die aus verschiedenen (gewichteten) Indikatoren additiv zusammengesetzt werden
(z.B. Summe der Fachartikel + Vorträge auf einschlägigen Kongressen + ...).
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