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Scientometrie, Bibliometrie, Infometrie, Webometrie

Varianten der Wissensmetrologie. Die Scientometrie (Begründer: Derek John de Solla Price, 1922-83) zielt auf die Evaluation von wissenschaftlichen Programmen und ihren Ergebnissen mit Hilfe geeigneter Indikatoren und versucht Regelmäßigkeiten und Trends in der Entwicklung von Wissenbeständen aufzuzeigen (z.B. Wachstums von Forschungsoutputs zu einem Thema im Zeitablauf, internationaler Vergleich von Forschungsoutputs). Die Bibliometrie (prominente Vertreter: Bruno Latour u.a.) misst den Output von Projekten, Fakultäten oder Individuen an wissenschaftlichen Veröffentlichungen und deren Stellenwert: so etwa die Verbreitung von Begriffen oder Fundstellen innerhalb der wissenschaftlichen Community (z.B. mit Hilfe von Zitationsindizes) oder auch das gemeinsame Auftreten von Begriffen in Zitaten bzw. Zitaten verschiedener Autoren in Texten (mit Hilfe von Co-Zitationsindizes). Sie ist oft Hilfswissenschaft der Scientometrie. Das gilt auch für die Infometrie, die Informationsflüsse und -bestände jeder Art erfasst (z.B. Wanderung von Begriffen oder Nachrichten in Tageszeitungen). Das postmoderne Verständnis von "Texten" hat allerdings gerade in Frankreich die Verbreitung dieser Methoden ohne jede praktische Evaluationsabsicht gefördert. In den USA oder in der Schweiz werden die Methoden eher zur Kontrolle des Outputs von Forscherteams angewandt.

Die im Vergleich dazu recht neue Webometrie misst das Verhalte von Web-Usern und beobachtet die Entstehung von Kommunikations- und Verlinkungszusammenhängen oder thematischen Clustern im Web. Sie stützt sich z.T. auf systemtheoretische Konzepte und das Konzept der Autopoiesis.

Hans-Jürgen Weißbach, 2001

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letzte Bearbeitung: 22.10.09