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Praktikergemeinschaft
Durch informelle Kommmunikations- und Lernstrukturen
gebildete Gemeinschaften von Praktikern („Communities of Practice“:
Etienne Wenger), die eine ähnliche kultur-, kontext- und situationsabhängige
Kompetenz bei der Lösung praktischer Probleme entwickeln, auch wenn keine
formale Ausbildung stattgefunden hat oder wenn zwischen ihnen keine
formalen Kommunikations- und Wissenstransferkanäle institutionalisiert
sind. Der Akzent des Konzepts, das Ähnlichkeiten mit dem Begriff der
Enkulturation aufweist, liegt auf der praktischen Kompetenz, nicht auf der
Homogenität evtl. vorhandenen theoretischen Wissens.
Bezugsrahmen der Bildung von P.n kann ein Team, aber
auch eine kleine Organisation (z.B. ein Start-Up, das relativ spontan und
unorganisiert beginnt bestimmte Problemlösungstechniken zu entwickeln)
oder auch eine bestimmte Berufsgruppe in einer Organisation oder Region
sein. Wenger führt mexikanische Hebammen als Beispiel für eine
Praktikergemeinschaft an. Je weniger Bedeutung das explizite
berufsfachliche Wissen gewinnt, desto relevanter wird die P.
Ob Unternehmen P.n gezielt „kultivieren“ können
wie Wenger neuerdings proklamiert, erscheint fraglich. Zumindest macht
diese Formalisierung den usprünglichen Sinn des Konzepts zur Beschreibung
emergenter Problemlösungsmethoden fragwürdig.
Prof. Dr. Hans-J. Weißbach, 2003
Literatur:
Wenger, Etienne: Communities of Practice: Learning,
Meaning, and Identity.
Wenger, Etienne u.a.: Cultivating Communities of Practice.
Lave, Jean / Etienne Wenger: Situated Learning.
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letzte Bearbeitung: 22.10.09
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