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Querdenken als Problemlösungsansatz

Zur Definition und Lösung eines Problems sind folgende Fragen zu klären:

  1. Wer ist der Eigner des Problems?

Wer hat das Problem? Ist es ein Problem einer Einzelperson, eines Rollenträgers, einer Gruppe oder Organisation?

Haben Sie es - oder der andere? Wissen alle, wer das Problem hat?

Ist es wirklich Ihr eigenes – machen Sie es sich wirklich zu eigen? - oder spielen fremde Aufträge eine Rolle?

Kann man es einfach zum Problem eines / einer anderen machen?

Wie werden Sie es wieder los?

Findet sich jemand, der das Problem freiwillig übernimmt?

  1. Welches Ziel wird angestrebt?

Aus welchen Zielen ergibt sich das Problem? („Niemand hat ein Problem, der nirgendwo hin will.“)

Wohin soll es gehen? (Gegebene Mittel und Ziele erfordern analytisches Problemlösen, gegebene Ziele bei flexiblem Mitteleinsatz erfordern synthetisches Problemlösen.)

Woran wird man merken, dass das Problem verschwunden ist (= welche Zielerreichungskriterien gibt es)?

Wer sonst würde überhaupt merken, dass Sie das Ziel erreichen?

  1. Welche Hindernisse sind zu überwinden?

(Wenn die Hindernisse bei der Problemlösung prinzipiell unüberwindlich sind, liegt auch kein Problem vor.)

Was sind die wichtigsten Hindernisse?

Womit müssten Sie fertig werden, wenn diese Hindernisse verschwunden wären?

Gibt es Hindernisse, die Ihnen auch Gewinn bringen? („Schutzwall“, z.B. Arbeitslosigkeit infolge Ablehnung „unzumutbarer“ Tätigkeit è Erhalt der Selbstachtung)

  1. Welche Kosten verursacht das Problem?

 Wer trägt die Kosten des Problems? Merkt es diese Person überhaupt?

  1. Welche verdeckten Gewinne gibt es?

Welche Beiträge liefern Sie zur Erhaltung  des Problems? (Kein Problem kann länger bestehen, wenn das System nichts zu seiner Erhaltung tut.)

Sind Sie der Gewinner? Das System? Ein Subystem?

Sind die Gewinner „Schmarotzer“ (zerstören sie das Wirtssystem?) oder „Symbionten“ (ergänzen / erhalten sie das Wirtssystem?)?

Wenn die Gewinne nicht entdeckt werden: welche Rückfallgefahr besteht?

  1. Ist es sinnvoller / ökonomischer, das Problem bestehen zu lassen als es zu lösen?

Wer zahlt die Kosten der Problemlösung?

  1. Welche ungenutzte Ressourcen haben Sie, die Sie für die Lösung des Problems einsetzen können?

Glauben Sie tatsächlich an Ihre ungenutzten Ressourcen?

(Niemand hat ein Problem, ohne nicht zugleich ungenutzte Ressourcen zu haben; sonst würde er/sie es als Schicksal definieren. Eine Neuformulierung des Problems auf höherer Ebene ist eine solche ungenutzte Ressource bzw. die Fähigkeit dazu basiert auf solchen Ressourcen.)

  1. Welches sind die Folgelasten / Nebenwirkungen der gefundenen Lösung?

Welche weiteren Aufgaben und Folgelasten treten auf?

Was sind die vermutlich als nächstes zu lösenden Folgeprobleme?

Hans-Jürgen Weißbach (2003)


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letzte Bearbeitung: 22.10.09