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Querdenken als Problemlösungsansatz
Zur Definition und Lösung eines Problems sind
folgende Fragen zu klären:
- Wer
ist der Eigner des Problems?
Wer hat das Problem? Ist es ein Problem einer
Einzelperson, eines Rollenträgers, einer Gruppe oder Organisation?
Haben Sie es - oder der andere? Wissen alle, wer das
Problem hat?
Ist es wirklich Ihr eigenes – machen Sie es sich
wirklich zu eigen? - oder spielen fremde Aufträge eine Rolle?
Kann man es einfach zum Problem eines / einer
anderen machen?
Wie werden Sie es wieder los?
Findet sich jemand, der das Problem freiwillig übernimmt?
- Welches
Ziel wird angestrebt?
Aus welchen Zielen ergibt sich das Problem?
(„Niemand hat ein Problem, der nirgendwo hin will.“)
Wohin soll es gehen? (Gegebene Mittel und Ziele
erfordern analytisches Problemlösen, gegebene Ziele bei flexiblem
Mitteleinsatz erfordern synthetisches Problemlösen.)
Woran wird man merken, dass das Problem verschwunden
ist (= welche Zielerreichungskriterien gibt es)?
Wer sonst würde überhaupt merken, dass Sie das
Ziel erreichen?
- Welche Hindernisse sind zu überwinden?
(Wenn die Hindernisse bei der Problemlösung
prinzipiell unüberwindlich sind, liegt auch kein Problem vor.)
Was sind die wichtigsten Hindernisse?
Womit müssten Sie fertig werden, wenn diese
Hindernisse verschwunden wären?
Gibt es Hindernisse, die Ihnen auch Gewinn bringen?
(„Schutzwall“, z.B. Arbeitslosigkeit infolge Ablehnung
„unzumutbarer“ Tätigkeit è Erhalt der Selbstachtung)
- Welche
Kosten verursacht das Problem?
Wer trägt die Kosten des Problems? Merkt es
diese Person überhaupt?
- Welche
verdeckten Gewinne gibt es?
Welche Beiträge liefern Sie zur Erhaltung des
Problems? (Kein Problem kann länger bestehen, wenn das System nichts zu
seiner Erhaltung tut.)
Sind Sie der Gewinner? Das System? Ein Subystem?
Sind die Gewinner „Schmarotzer“ (zerstören sie
das Wirtssystem?) oder „Symbionten“ (ergänzen / erhalten sie das
Wirtssystem?)?
Wenn die Gewinne nicht entdeckt werden: welche Rückfallgefahr
besteht?
- Ist
es sinnvoller / ökonomischer, das Problem bestehen zu lassen als es
zu lösen?
Wer zahlt die Kosten der Problemlösung?
- Welche
ungenutzte Ressourcen haben Sie, die Sie für die Lösung des Problems
einsetzen können?
Glauben Sie tatsächlich an Ihre ungenutzten
Ressourcen?
(Niemand hat ein Problem, ohne nicht zugleich
ungenutzte Ressourcen zu haben; sonst würde er/sie es als Schicksal
definieren. Eine Neuformulierung des Problems auf höherer Ebene ist eine
solche ungenutzte Ressource bzw. die Fähigkeit dazu basiert auf solchen
Ressourcen.)
- Welches
sind die Folgelasten / Nebenwirkungen der gefundenen Lösung?
Welche weiteren Aufgaben und Folgelasten treten auf?
Was sind die vermutlich als nächstes zu lösenden
Folgeprobleme?
Hans-Jürgen Weißbach (2003)
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letzte Bearbeitung: 22.10.09
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