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Feedback

Dient als operatives Instrument der offenen Rückmeldung an einen Menschen darüber, wie er auf andere wirkt bzw. wie sein Verhalten von anderen wahrgenommen wird. Umfasst im hier gemeinten Sinn breitere Anwendungsbereiche und Zielsetzungen als das Mitarbeitergespräch, das es nicht ersetzen, sondern lediglich ergänzen kann. Thematisiert wird im Feedback nicht nur oder primär die Aufgabenerfüllung, sondern auch die Persönlichkeitsentwicklung des einzelnen – insbesondere die Entwicklung der Sozialkompetenz - und der Teamentwicklung. Damit kann es auch zu einer wichtigen Rückmeldung für Führungsverantwortliche werden, da die übliche Tabuisierung ihres Verhaltens ihnen eine Chance nimmt, ihre immer bedeutsamer werdende Sozialkompetenz weiter zu entwickeln. Gelingt es im Unternehmen, offenes Feedback in einer strukturierten Form zu institutionalisieren und allmählich zu einem natürlich Bestandteil der Organisation zu machen, können Individuen wie auch Teams sich besser selbst steuern und organisieren, d.h. effizienter arbeiten. Ebenso wird sich der Umgang mit Problemen und Fehlern positiv verändern, da man mit Kritik umzugehen lernt (sowohl hinsichtlich einer angemessenen Formulierung wie auch der Nutzbarmachung).

Dies ist vor allem für wissensbasierte Unternehmen bedeutsam, da sie bei der erfolgskritischen Herstellung der "Ware Wissen" in hohem Maße auf eine fortgeschrittene Reflexions- und Lernfähigkeit ihrer Wissensarbeiter sowie der Organisation selbst angewiesen sind.

Darüber hinaus werden verstärkt Meetings und Konferenzen genutzt, um nicht nur auf Zahlen und Trends zu reagieren, sondern auch um q u a l i t a t i v e Feedbacks zu geben: Was waren die besten bzw. begeisternden Ideen? Wer hat den Fehler gefunden, aus dem alle am meisten lernen konnten? Qualitative Feedbacks liefern folglich wichtige Impulse für wissens- und ideenproduzierende Organisationen.

Von einem derartigen Gespräch ausgenommen bleibt selbstverständlich der Bereich der persönlichen Intimsphäre und eine Bewertung von Verhalten ("Abqualifizierung").

Dennoch müssen alle Beteiligten eine grundsätzliche wechselseitige Akzeptanz mitbringen, darüber hinaus sollte eine ruhige Arbeitsatmosphäre herrschen, genügend Zeit zur Verfügung stehen, zumindest eingangs eine neutrale Moderation zur Verfügung stehen und einige wichtige Spielregeln sollten beachtet werden (eine externe Durchführung ist daher ratsam).

Das Feedback durchläuft die folgenden vier Phasen:

  1. Alle Teammitglieder äußern sich zu den positiven Eigenschaften und Stärken der Person
  2. Alle Teammitglieder nennen negative, störende Eigenschaften und Schwächen der Person
  3. Alle Teammitglieder formulieren Entwicklung- und Veränderungsvorschläge
  4. Die behandelte Person äußert sich zu den gegebenen Rückmeldungen, indem sie zusammenfasst, was bei ihr angekommen ist, dies kommentiert und für sich Schlussfolgerungen zieht.

Anwendungssituationen: Unterstützt die Entwicklung von Teams und fördert eine kommunikative, offene Unternehmenskultur, setzt jedoch bereits eine entsprechende Organisationsstruktur voraus (also eher für die "fortgeschrittene" Organisation). Eignet sich ausdrücklich nicht für ganz neue bzw. temporäre oder stark instabile Teams, Teams mit Konflikten und für Organisationen mit statusbedingten Machtstrukturen.
Dauer: 1 ½ bis 2 Tage (je nach Gruppengröße)

Literatur: Klaus Doppler/Christoph Lauterburg: Change Management. Den Unternehmenswandel gestalten. Frankfurt/M./ New York; 1999, S. 255ff.

letzte Bearbeitung: 22.10.09