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Führen mit Zielvereinbarungen
("management by objectives") in wissensbasierten Organisationen
Dieses Führungsinstrument erfüllt vor allem die folgenden
Funktionen:
- Regelung der Zusammenarbeit durch die Zuordnung von konkreten
Aufgaben auf konkrete Personen sowie die Einbindung dieser Aufgaben in die strategischen
Unternehmensziele;
- Schaffung einer Grundlage zur Beurteilung von Mitarbeitern;
- Verankerung von Verantwortung und Delegation von
Entscheidungskompetenz beim einzelnen Mitarbeiter.
Hierzu finden mindestens ein bis zwei mal jährliche
Mitarbeitergespräche statt, in denen die Erreichung der vereinbarten Arbeits- und
Entwicklungsziele besprochen und neue festgelegt werden. Die Ziele werden in der Regel
zwischen dem direkten Vorgesetzten und dem Mitarbeiter individuell ausgehandelt, ihre
Erfüllung ist meist mit Anreizsystemen, z.B. Prämien, Gehaltshöhe usw. verbunden. Im
Vordergrund steht die Erhöhung der Selbststeuerung des Individuums, um so seine
Motivation und Lernbereitschaft dauerhaft zu stärken, und weniger eine
"Belohnungsspirale". Dieses Verfahren bietet für beide Seiten Vorteile: einen
fairen Umgang und offene Kommunikation vorausgesetzt, erhalten alle Beteiligten im Dialog
ein umfassendes Feedback über die geleistete Arbeit und ihre aktuelle Position in der
Organisation. Mißverständnissen und Fehlentwicklungen kann damit vorgebeugt werden und
trotz aller Subjektivität der Beurteilung erhält die Führungskraft im Vergleich zu
vorher Bezugspunkte und ein formales Gerüst für differenzierte Aussagen für die
Leistungsbeurteilung.
Dem Verlust an hierarchischer Steuerbarkeit und Kontrolle im leanen
bzw. wissensverarbeitenden Unternehmen wird hiermit ein Führungskonzept entgegengesetzt,
das die Position des Führungsverantwortlichen bestätigt, aber gleichzeitig dem
Mitarbeiter eigenverantwortliches Arbeiten ermöglicht.
Nach der gemeinschaftlichen Gestaltung von Rahmenbedingungen
kontrolliert die zu erfüllende Aufgabe den Mitarbeiter und nicht länger der Vorgesetzte.
Die Festlegung der jeweiligen Ziele ist jedoch nicht immer einfach,
da sie gewisse grundlegende Voraussetzungen erfüllen müssen. Damit sie prinzipiell
kontrollierbar sind, müssen sie so formuliert sein, daß sie möglichst meßbar,
zumindest aber vom Vorgesetzten beurteilbar sind. Insbesondere in den für die
Organisation bedeutsamen Bereichen der Wissensarbeit sind Ziele oft nicht quantifizierbar.
Deshalb sollte ihre Erfüllung am besten durch eine klare Zustandsdefinition, eine klare
Terminierung sowie die eindeutige Zuweisung auf eine verantwortliche Person definiert
werden. Darüber hinaus sollte darauf geachtet werden, daß die ausgehandelten Ziele
realistisch sowohl bezüglich ihrer Qualität wie auch Quantität, d.h. erreichbar sind,
gleichzeitig aber den Mitarbeiter fordern und damit zu seiner weiteren Entwicklung in der
Organisation beitragen.
Anwendungssituationen: auf operativer Ebene Leistungsbeurteilung und
Motivation von Mitarbeitern, Steuerungsinstrument für Führungskräfte in mit
traditionellen Mitteln schwer kontrollierbaren Organisationen, vor allem in Bereichen der
"Wissensarbeit"; Grundlage für die strategische Ausrichtung und Entwicklung des
Unternehmens und wichtige Informationen für die Personalabteilung (z.B. Planung des
Weiterbildungsbedarfs).
Zahl der Teilnehmer: 2
Tagungsfrequenz: ca. 1-2x/Jahr
Dauer der Sitzungen: 1-2 Std.
letzte Bearbeitung: 22.10.09
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