|
Innovations-Potential-Analyse
(IPA)
IPA dient als strategisches Instrument zur Identifizierung und
Lokalisierung der Innovationskompetenz innerhalb einer Organisation. Man kann davon
ausgehen, dass die Bewältigung unstrukturierter Problemsituationen, für die nicht die
Lösung bzw. das richtige Verhalten existiert, besonders in wissensverarbeitenden
Unternehmen zum betrieblichen Alltag gehören wird.
Die Organisationsmitglieder agieren in einem komplexen, sich rasch
verändernden Umfeld, sehen sich mit äußerst heterogenen Anforderungen konfrontiert und
müssen häufig eigenständig und schnell handeln bzw. reagieren, um ihre Aufgaben
erfüllen zu können. Dies setzt vielfältige Kompetenzen, wie etwa gute
Kommunikationsfähigkeit, hohen Wissensstand und ausgeprägte Lernbereitschaft voraus.
Untersucht werden daher in der IPA zunächst die individuellen
Kompetenzen in fachlicher, persönlicher, konstruktiver, sozialer, methodischer sowie
partizipativer Hinsicht, wobei selbstverständlich wechselseitige Einflußnahme und
eventuelle Überschneidungen zu konstatieren sind. Diese sechs Faktoren bilden die
Innovationskompetenz und definieren folglich die Fähigkeit eines Menschen, mit
Veränderungen oder Neuerungen konstruktiv umzugehen.
Anschließend werden die genannten Kompetenzbereiche
jeweils auf den drei Bedingungsebenen soziales Umfeld, organisatorischer Rahmen und
Innovationssystem betrachtet, auf die das Individuum in der Regel nur wenig Einfluß
besitzt. Man erhält eine zweidimensionale Matrix, die als eine Art "Checkliste"
von Stärken bzw. Defiziten eines Mitarbeiters verstanden werden kann. Sie eignet sich
nicht nur zur Diagnose der Erfolgswahrscheinlichkeit von geplanten Veränderungen, sondern
kann ebenso für die Beurteilung von Mitarbeiterpotentialen (z.B. für die Bildung von
Projektteams, Zielvereinbarungen oder Auswahl von Führungskräften) verwendet werden.
Anwendungssituationen: auf strategischer Ebene als
Instrument zur Analyse der Ist-Situation des Unternehmens und Planung seiner künftigen
strategischen Ausrichtung, wichtig für Unternehmensleitung, Führungskräfte und
Personalverantwortliche (vor allem Personalbeschaffung und Weiterbildungskonzeption); auf
operativer Ebene eine hilfreiche Checkliste für die Leistungs- und Potentialbeurteilung
von Mitarbeitern.
Literatur: H. Dreesmann: Innovationsprozesse -
Systematik des Erfolgs; in: H. Dreesmann/S. Kraemer-Fieger [Hrsg.]: Moving, Wiesbaden 1994
letzte Bearbeitung: 22.10.09
|