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Job Rotation
Tradiertes operatives Instrument in der arbeitsteiligen
Organisation, das zunächst vor allem in Bereichen mit nicht hoch qualifizierten
Mitarbeitern (z.B. Fließbandarbeit o. ä. in der Produktion), dann aber auch im
"white-collar"-Bereich angewendet wurde, um eintönige, starre Arbeitsabläufe
aufzubrechen und so längerfristig negative Auswirkungen auf Effizienz und Motivation der
Mitarbeiter durch Gefühle von Unterforderung oder Entfremdung zu vermeiden.
Im leanen Unternehmen erhält job rotation eine neue
Qualität: die knappen verfügbaren Human-Ressourcen müssen den aktuellen Anforderungen
der Geschäftsprozesse entsprechend optimal und somit vielseitig einsetzbar sein. Daher
müssen die Mitarbeiter in der Lage sein, an unterschiedlichen Stellen im Unternehmen
Aufgaben zu erfüllen, was mit Hilfe von job rotation als Form des "training on the
job" trainiert bzw. bereits praktiziert werden kann. Insbesondere in wissensbasierten
Unternehmen werden Rotationssysteme wieder interessant, da es in den hierarchisch flachen
Organisationen meist keine präzisen, vollständig explizierbaren Stellenbeschreibungen
sowie sich wiederholende Prozesse mehr gibt, die Grenzen werden also fließend und die
nunmehr allein relevanten individuellen Kompetenzen der Mitarbeiter müssen in wechselnden
Arbeitszusammenhängen genutzt werden.
Zudem kann eine - zeitlich begrenzte - Rotation auch für
Führungskräfte eine wertvolle Erfahrung darstellen: zum einen als qualifizierende
Maßnahme für Führungsnachwuchs und zum anderen auch für etablierte Führungskräfte,
um die tatsächlichen Unternehmensabläufe (wieder) kennenzulernen, ein neues Feedback zu
erhalten oder einfach einen Rollen- und Perspektivenwechsel vorzunehmen.
Im Hinblick auf die "lernende Organisation"
trägt es zur Etablierung von Netzwerken bei, wenn ein - im wahrsten Sinne des Wortes -
lebendiger abteilungs- oder gar bereichsübergreifender Austausch stattfindet, der auch
die Kommunikationsfähigkeit im Gesamtunternehmen positiv verändert. In einer derartigen
Unternehmenskultur wird sich überdies kaum ein lernhinderliches "Groupthink"
einstellen, d.h. eine Konformität des Gruppendenkens, die eine kritische Distanz sowie
Lösungsansätze und alternative Handlungsmöglichkeiten außerhalb der eigenen
Denkmodelle nicht zuläßt. Informationen werden dann nur gefiltert und in geringem Maße
von außen eingeholt und selektiv ausgewertet (gemäß der spezifischen
Wahrnehmungsfilter), so dass Veränderungen bzw. innovative Prozesse nicht mehr zu
erwarten sind.
Anwendungssituationen: im Bereich des
Personalmanagements als Instrument für eine strategische Personalplanung und als
Maßnahme breiterer Qualifizierung von Mitarbeitern (auch Führungskräften), ermöglicht
ihnen auch das - alternative - Erproben möglicher Karriere- und Entwicklungswege. Kann in
kreativen oder wissensintensiven Arbeitsfeldern auch dazu dienen, die optimale Tätigkeit
für den (neuen) Mitarbeiter zu finden, die sich nicht mehr allein aufgrund formaler
Qualifikationen erschließt. Unterstützt darüber hinaus das organisationale Lernen durch
das bewußte Einnehmen neuer Rollen und die dadurch ausgelöste Reflexion der
Organisationsstrukturen und vergrößert die Reaktionsfähigkeit bzw. Varietät des
Unternehmens.
letzte Bearbeitung: 22.10.09
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