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Kritische-Erfolgsfaktoren-Analyse
(KEF)
Dient als wichtiges strategisches Instrument der Festlegung
von Wissens(beschaffungs-)strategien im Unternehmen. Dieser Analyseansatz läßt sich auf
Daniels (1961) zurückführen, der wenige branchenübergreifende Schlüsselfaktoren
identifizierte, welche maßgeblich über Erfolg oder Mißerfolg entscheiden. Anthony wies
1972 nach, dass solche Kriterien auch für einzelne Unternehmen analysiert werden können.
Für das wissensintensive Unternehmen ist diese Bestimmung außerordentlich wichtig, nicht
nur um eine Stimmigkeit zwischen strategischem und operativen Handeln herzustellen,
sondern auch um ein adäquates Personalmanagement betreiben zu können (Welche Potentiale
sind im Unternehmen vorhanden, welche werden benötigt und wie können sie erworben
werden?)
Zunächst leitet man die für die Organisation erfolgskritischen
Faktoren aus den Strategien und Zielen ab und setzt Prioritäten bezüglich der künftig
erforderlichen Wissensressourcen. Auf dieser Grundlage wird der konkrete Wissensbedarf
ermittelt, der für die Gestaltung der Strukturen und Prozesse benötigt wird. Dieser
Bedarf wird nun mit dem vorhandenen Wissen verglichen und schließlich werden Strategien
zur Deckung des Bedarfs bzw. Wege der Wissensbeschaffung erarbeitet (Wissensmodell).
Bewußt legt man zuerst Ziele und Bedarfe fest (den SOLL-Zustand)
und vergleicht diesen mit der IST-Situation, um nicht Gefahr zu laufen, einfach die
bestehenden, möglicherweise nicht mehr erfolgversprechenden Wissenspfade und damit im
Einklang stehende Strategien weiter fortzuschreiben.
Kritisch anzumerken ist, dass das skizzierte Vorgehen die
Mitarbeiter prinzipiell, oder besser: nicht zwingend, mit einbezieht, sondern im Gegenteil
tendenziell instrumentalisiert (als mehr oder weniger funktionale Wissensträger). Die KEF
wird in der Regel vom Management und/oder der Personalabteilung vorgenommen werden.
Sinnvoll erscheint zur Vermeidung dieses Risikos die Verknüpfung mit anderen
partizipativen Instrumenten wie z.B. Zielvereinbarungen
oder Lernnetzwerke, um auch Bedürfnisse und
Entwicklungsmöglichkeiten der Mitarbeiter berücksichtigen zu können.
Ebenso muss auf den statischen Charakter des beschriebenen Tools
hingewiesen werden, der unserer Meinung nach heute komplexem organisationalem Handeln
nicht mehr gerecht wird, daher sollten rekursive Schleifen bzw. regelmäßige Feedbacks
ergänzend eingebaut werden. Gerade in Zeiten rascher Veränderbarkeit von Umwelt und
Anforderungen sollte man immer wieder kritisch überprüfen, ob die Strategien, ihre
Umsetzung und Konsequenzen nach wie vor wünschenswert sind (z.B. mit Hilfe der Definition
von Zwischenzielen).
Anwendungssituationen: auf strategischer Ebene als Instrument
zur Planung der künftigen strategischen Ausrichtung des Unternehmens sowie der
anschließenden Analyse der IST-Situation, wichtig für Unternehmensleitung,
Führungskräfte und Personalverantwortliche (vor allem Personalbeschaffung und
Weiterbildungskonzeption). Ist vor allem für wissenshaltige Bereiche hilfreich, um
optimal mit dem entscheidenden imateriellen Gut Wissen operieren zu können.
Literatur: Frank Albrecht: Strategisches Management der
Unternehmensressource Wissen, Frankfurt am Main, 1993 (S. 132ff.);
R.D. Daniel: Management information crisis, in: HBR
Sept./Oct. 1961,
S.111ff.
letzte Bearbeitung: 22.10.09
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