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Teamlernen

Operatives Instrument der "Lernenden Organisation": nicht nur die einzelnen Mitglieder lernen, sondern das Team ist in der Lage, seine Regelsysteme und Kommunikationsstrukturen den aktuellen Anforderungen anzupassen (etwa in Form von erfolgreicher Projektarbeit, Workshops). Diese Lernform erhält auch in strategischer Hinsicht Relevanz, da die Lernerfahrungen des Teams ein Feedback aus der "internen Unternehmensumwelt" liefern, das möglicherweise eine Überprüfung der organisationalen Zielsetzungen erforderlich macht.

Eingesetzt wird Teamlernen vornehmlich in Teams mit geringem hierarchischen Gefälle und einer konkreten Aufgabenstellung; es ist aber generell für sämtliche Lernprozesse auf abteilungs-, bereichs- und organisationsweiter Ebene geeignet. Mitunter wird es sogar organisatiosübergreifend praktiziert (z.B. mit Kunden, Zulieferfirmen etc.)

Ausschlaggebend für den Erfolg gemeinsamen Lernens ist die Fähigkeit, in den Dialog zu treten, offen zu diskutieren und miteinander anstatt gegeneinander zu arbeiten. Konflikte und Probleme können in herausragenden Teams produktiv genutzt werden

In einem gut ausgerichteten Team werden die individuellen Anstrengungen in eine Teamanstrengung verwandelt und damit die Energien in einer Richtung gebündelt, so dass sich Resonanz- oder Synergieeffekte ergeben.

Zunächst muss das Team das gemeinsame Lernen lernen und sich in Übungsfeldern "finden".

Hierbei darf jedoch der einzelne seine Interessen nicht aufgeben, vielmehr sollte die gemeinsame Vision eine Erweiterung der individuellen Vision darstellen, damit der Beitrag jedes Teammitgliedes tatsächlich das Teamergebnis bereichert. Der persönliche Möglichkeitsraum kann in fortgeschrittenen Teams relativ groß sein. Bei Teams mit geringer gemeinsamer Ausrichtung oder bei neu konstitutierten Teams hingegen wird er zugunsten der Produktivität und Managebarkeit des Teams möglicherweise eingeschränkt werden müssen.

Zu Anfang ist in der Regel eine professionelle Begleitung der Lernprozesse erforderlich (entweder ein externer Coach oder eine entsprechend qualifizierte Führungskraft), die moderierend und steuernd Hilfestellung gibt, bis die Gruppe eine gewisse Lernroutine erreicht hat.

Insgesamt wird sich die Leistungs- wie Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens durch sich selbst steuernde Teams steigern, da die Rückkopplung und Verarbeitung von Informationen aus der Umwelt (z.B. Kundenwünsche) rascher vollzogen wird und zudem Lernen in die alltäglichen Arbeitsabläufe eingebunden ist. So kann die Umsetzbarkeit von Konzepten zuverlässig überprüft werden, da der Mensch generell am gründlichsten durch – sinnliche – Erfahrungen lernt (Stichwort: "Anschlußfähigkeit von Wissen"). Gleichzeitig unterstützt Teamlernen die Etablierung eines organisationalen Wissensnetzwerkes, indem es die notwendigen – sozialen – Beziehungsgeflechte schafft und eine kontinuierliche Anreicherung der Wissensbasis gewährleistet. Ein Problem stellt allerdings die Koordination der Lernerfahrungen und Verallgemeinerungen in den verschiedenen Teams dar. Im Konzept des Teamlernens steht diese Koordination allerdings weniger im Vordergrund als etwa beim à (Link) Aktiven Ideenmanagement.

Anwendungssituationen: vor allem in wissensintensiven dezentralisierten Arbeitsbereichen, in denen Teamarbeit praktiziert wird, in der "lernenden Organisation". Eignet sich sowohl für Führungsteams, Produktentwicklungs- wie auch funktionsübergreifende Teams, die eine gewisse temporäre Kontinuität aufweisen, da sich – gemeinsame – Lernprozesse erst allmählich etablieren. Setzt transparente und stimmige Unternehmensstrukturen voraus, die eine mögliche dynamische, nicht reglementierbare Entwicklung von Teams tolerieren können und verlangt nach der klaren Delegation von Verantwortung an die Mitarbeiter.

Literatur: Peter M. Senge: Die fünfte Disziplin, Stuttgart, 1996, S. 284ff.

letzte Bearbeitung: 22.10.09