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"Brainstorming + Brainwriting"

Methoden und Spielregeln für Problemlösungsgruppen

Brainstorming

1. Im Brainstorming (Ideensammlung für Problemlösungen) geht Quantität vor Qualität! 

Zielsetzung ist, möglichst viele Ideen zu finden, nicht auf Anhieb möglichst neuartige, originelle usw.! Je mehr Ideen gefunden werden, desto größer ist die Chance, dass eine wertvolle Anregung darunter ist.

2. Alles ist erlaubt!

Auch noch so abenteuerliche, unlogische, unmoralische oder vermeintlich verrückte Ideen enthalten oft wertvolle Lösungskerne. Deshalb: Keine Bewertung während der Ideensammlung!

3. Es gibt kein geistiges Eigentum!

Interessante Aspekte aus fremden Ideen aufzugreifen, ist erwünscht! Die Ideen anderer provozieren oft eigene Einfälle. Problemlösung baut immer auf Vorhandenem auf!

4. Ideensuche und Ideenkritik trennen!

Das heißt: Keine "Killerphrasen"! Andernfalls droht eine Ideenblockade. Bewertungsphasen sollten extra im Anschluss an die Ideensammlung eingeplant werden!

5. Ideen nicht zerreden!

Das heißt: Hohes Tempo! Kurze knappe Formulierungen! Alles anhören! Das "Auswalzen" von Ideen stoppt den Ideenfluss!

6. Den formalen Rahmen einhalten!

Auch wenn es zunächst widersinnig klingt: Die Orientierung am formalen Rahmen erhöht die Chance für ungewöhnliche Lösungsansätze!

7. Killerphrasen sofort abblocken!

Begründung: Spielregel Nr. 4

Quelle: Vgl. Wacker, Otto Georg u.a.: Kreativ sein kann jeder: Kreativitätstechniken für Leiter von Projektgruppen, Arbeitsteams, Workshops und von Seminaren; Windmühle GmbH - Verlag und Vertrieb von Medien, Hamburg, 1. Auflage 1993, S.12 ff.

 

Brainwriting (6-3-5-Methode)

6     Teilnehmer/innen pro Gruppe
3     Ideen
5     Weitergaben

Teilnehmer/in Ideen (in Stichworten)
1)      
2)      
3)      
4)      
5)      
6)      

Imaginäres Brainstorming

Die Methode

Das imaginäre Brainstorming versucht, den Weg für neue Lösungsmöglichkeiten dadurch frei zu machen, daß die Teilnehmer ein Problem unter geänderten Bedingungen betrachten.

Regeln der Methode

Die Verfahrensweise beim imaginären Brainstorming sieht vor, eine Bedingung, die die Problemfrage entscheidend bestimmt (z.B. knappe Geldmittel), radikal zu verändern (z.B. in reichlich Geldmittel). Unter dieser geänderten Fragestellung wird ein Brainstorming durchgeführt. So steht im Mittelpunkt der ersten Phase die Frage "Wie würde ich das Problem lösen, wenn ...?". Die Verneinung bzw. Aufhebung bestimmter Bedingungen führt zur erforderlichen Entfernung vom Problem und soll die Teilnehmer von festgefahrenen Vorstellungen lösen, um den Blick für bisher nicht erkannte Wege der Problemlösung zu öffnen.

Zeit: ca. 90 Minuten
Material:
Pinwand/ Flipchart/ Tafel/ Moderationsmaterial
Teilnehmer:
auch für Einzelarbeit geeignet

Durchführung

  • Problemstellung
  • Problemklärung
  • Neuformulierung des Problems
  • Sammeln von Spontanlösungen
  • Die Kreativgruppe überlegt gemeinsam, durch welche Bedingung(en) das Problem entscheidend bestimmt wird. Eine Bedingung wird radikal geändert, z.B. in ihr Gegenteil verkehrt. Zu dieser geänderten Fragestellung wird ein Brainstorming durchgeführt.
  • Die diversen Einfälle werden für alle Teilnehmer sichtbar aufgeschrieben.
  • Die gesammelten Ideen werden auf die ursprüngliche Fragestellung zurückgeführt und daraufhin untersucht, welche neuen Perspektiven und Wege sie für eine Problemlösung beinhalten.
  • Bewertung der Lösungsideen und Entwicklung von Lösungsvorschlägen
  • Bewertung der Methode

Das imaginäre Brainstorming führt zu einer erweiterten Betrachtungsweise des Problems und ist gut dazu geeignet, Denkblockaden zu überwinden. Der Zeitrahmen, der dieses Verfahren beansprucht, ist relativ gering. Die Methode kann auch alleine durchgeführt werden mit dem Ziel, sich von festgefahrenen Denkrichtungen zu lösen.
Spektakulär neue Lösungsideen können bei dieser Vorgehensweise kaum erwartet werden. Der Vorteil dieser Methode liegt in der relativ einfachen Handhabung und im geringen Zeitaufwand.

Quelle: Wacker, Otto Georg u.a.: Kreativ sein kann jeder: Kreativitätstechniken für Leiter von Projektgruppen, Arbeitsteams, Workshops und von Seminaren; Windmühle GmbH - Verlag und Vertrieb von Medien, Hamburg, 1. Auflage 1993, S. 39ff.

 

Destruktiv-konstruktives Brainstorming 

Die Methode

Die Besonderheit dieser Methode liegt darin, dass sich die Kreativitätsgruppe zunächst einmal intensiv mit dem "Status quo" zuwendet und im Brainstorming alle Vorbehalte, Kritikpunkte und Unzufriedenheiten loswerden kann.
Die Entfernung vom bzw. die Verneinung des Problems wird bei diesem Verfahren dadurch erreicht, dass die Gruppe sich nicht mit der Lösung des Problems beschäftigt, sondern im Gegenteil zunächst klärt, was die Lösung verhindert. Die Suche nach neuen Lösungswegen wird bestimmt durch den Versuch, diese negativen Statements in positive umzuformulieren.

Regeln der Methode

Das destruktiv-konstruktive Brainstorming wird in zwei streng voneinander getrennten Phasen durchgeführt mit dem Ziel, auf der Grundlage einer Analyse des Problems neue Lösungswege zu entwickeln.
In einem ersten Schritt werden im Brainstorming alle Defizite und Schwächen des Problems bzw. bisheriger Lösungsversuche zusammengetragen. Die Funktion dieser Phase liegt in einer genauen Betrachtungsweise und Analyse der Problemstellung.
Im zweiten Schritt werden für alle genannten Fehler und Schwächen Verbesserungsmöglichkeíten gesucht.

Zeit: 90 Minuten
Material: Pinwand/ Flipchart/ Moderationsmaterial
Teilnehmer: ab 3 Teilnehmer

Quelle: Wacker, Otto Georg u.a.: Kreativ sein kann jeder: Kreativitätstechniken für Leiter von Projektgruppen, Arbeitsteams, Workshops und von Seminaren; Windmühle GmbH - Verlag und Vertrieb von Medien, Hamburg, 1. Auflage 1993, S. 43ff.

Moderationshilfe 1

Problem verursacht durch Lösung? Was spricht evtl. dagegen?
       
       
       
       

Moderationshilfe 2

Lösung für Problem X PRO CONTRA
     
     
     
     

 

letzte Bearbeitung: 20.05.06