|
Balanced Scorecard (nach
Kaplan/Norton)
Das
Instrument dient der Umsetzung und Überprüfung langfristiger
Organisationsstrategien. Die Strategien werden definiert bzw. die
Zielerreichung wird überprüft auf vier Dimensionen:
-
Kundenperspektive
(welchen Nutzen bringt Strategie dem Kunden?)
-
Ressourcenwirksamkeit
(welche finanziellen Auswirkungen hat die Strategie)
-
Interne
Geschäftsprozesse (werden Prozesse vereinfacht oder kompliziert?)
-
Lern-
und Entwicklungsperspektive (welche individuellen / kollektiven
Potentialentwicklungen werden eingeleitet bzw. sind erforderlich?)
Jede
dieser Dimensionen lässt sich in eine Reihe von Teildimensionen zerlegen.
Diese können durch Indikatoren operationalisiert werden. So werden Stärken
und Schwächen oder Ungleichzeitigkeitkeiten in der
Unternehmensentwicklung sichtbar.
Neue
strategische Ziele – so die Annahme – lassen sich vor allem aus der
Lern- und Entwicklungsperspektive ableiten. Die Entwicklung von
Kernkompetenzen muss einerseits mit der Strategie Schritt halten, ermöglicht
aber andererseits die Entwicklung neuer Strategien. So kann eine Verknüpfung
strategischen und operativen Denkens erfolgen.
Die
B.S. wird oft auch als Instrument zur Evaluation des verfügbaren
Organisationswissens bzw. von Wissensmanagementstrategien betrachtet. Dem
stehen jedoch zahlreiche Operationalisierungs- und Praktikabilitätsprobleme
entgegen:
-
Es
gibt kaum Indikatoren, anhand derer z.B. die finanziellen und sonstigen
Ressourcenwirkungen wissensbasierter Strategien einigermaßen verlässlich
ermittelt werden könnten (z.B.: Bewertung der Patente eines
Unternehmens oder des Humankapitals?).
-
Eigentlich
setzt der Einsatz der Methode im Wissensmanagement etwas voraus, das sie
erst erreichen soll, nämlich eine vergleichende Bewertung des
organisationseigenen Wissens und des Wissens des Umfeldes, also eine
Wissensmetrik. Erst auf dieser Grundlage könnten Entscheidungen über
den alternativen Einsatz von Wissensressourcen (intern/extern, implizit
/ explizit, individuell / kollektiv, digital / analog usw.) getroffen
werden.
Die
u.E. oft überschätzte Methode fördert zwar möglicherweise das
ganzheitliche Denken, gibt aber zur Fundierung von Strategien des
Wissensmanagements kaum mehr her als es eine strategische, dabei
selbstkritische Betrachtung der Kernkompetenzen der Organisation im
Vergleich zum Organisationsumfeld tut. Sie ist als Instrument der
Operationalisierung wissensbasierter Strategien oder gar des „Wissenbenchmarking“
weniger geeignet.
letzte Bearbeitung: 22.10.09
|