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Kompensation
von Wissensverlusten durch Ausscheiden von (erfahrenen) MitarbeiterInnen
Ein
Erhebungs- und Planungsinstrument aus dem Projekt PERDUM des IUK-Instituts
Dortmund von Barbara Weißbach
Dieses
Instrument wurde in einem mittleren Maschinenbauunternehmen ca. 6 Monate vor
Ausscheiden des Betriebsleiters mit gutem Erfolg eingesetzt. Aufwand:
Interviews, 5-6 Sitzungen in verschiedenen Teamkonstellationen.
A. Erhebung
1.
Befragung von Vorgesetzten, KollegInnen und MitarbeiterInnen
§
Welche
Fähigkeiten und Fertigkeiten assoziieren sie mit der ausscheidenden Person?
§
Durch
welches Wissen hat die ausscheidende Person besonders zum Erfolg der
Abteilung / des Unternehmens beigetragen?
§
Was
haben sie von ihr gelernt / „abgeschaut“?
§
Was
weiß und kann diese Person, was andere nicht wissen bzw. können? Was macht
ihre Kernkompetenz und den Unterschied zum Wissen anderer aus?
§
Was
– vermuten die befragten Personen – könnte passieren, nachdem die
ausscheidende Person
-
2
Wochen
-
3
Monate
-
1
Jahr das Unternehmen verlassen hat?
2.
Befragung der ausscheidenden Person
§
Erfassung
des Tätigkeitsspektrums
§
Wie
beschreibt die Person ihr Wissen? Wodurch werden die Kompetenzen deutlich?
-
Besonderheiten
der eigenen Berufs- und Bildungsbiographie
-
Wahrnehmung
der eigenen Aktivitäten im Tagesgeschäft des Unternehmens (z.B.:
Auftragsdurchlauf)
-
Wahrnehmung
der eigenen Rolle bei Projektsitzungen, Fehlerbesprechungen
-
Wahrnehmung
der Differenzen zur Vorgehensweise anderer – beispielsweise unterstellter
Mitarbeiter
-
Wahrnehmung
der eigenen Rolle gegenüber Außenkontakten (Kunden, Zulieferern usw.)
§
Was
wurde von diesem Wissen bereits dokumentiert?
§
Was
sind aus Sicht der ausscheidenden Person typische kritische Situationen, in
denen bestimmte Faktoren so zusammenspielen, dass ein Auftrag / Prozess aus
dem Ruder zu laufen droht? Und mit welchen Maßnahmen begegnet die
ausscheidende Person diesen Situationen?
§
Welche
ihrer Erfahrungen / ihres Wissens betrachtet die ausscheidende Person als
besonders erfolgskritisch für das Funktionieren der Prozesse?
§
Wenn
die Person bisher einmal längere Zeit krank oder in Urlaub war: Läuft der
Betrieb relativ normal weiter, oder wird er nur mit Mühe aufrecht erhalten?
In welchen Bereichen? Welches Know-how fehlt dann besonders?
§
Welche
sind die drei wichtigsten Botschaften, die die Person ihren KollegInnen,
Vorgesetzten, MitarbeiterInnen beim Ausscheiden mitgeben möchte?
§
In
welcher Form kann die Person in Ausnahmefällen oder z.B. in Form von
Beraterverträgen für die Erstellung einer Dokumentation der Organisation
erhalten bleiben?
3.
Organisation des Wissenstransfers im Rahmen von Übergabe-Meetings
§
Erstellung
einer Prioritätsliste für schriftlich zu dokumentierendes Wissen
§
Gemeinsame
Diskussion der Informationen und Botschaften aus Punkt 2 durch die
wichtigsten betroffenen Akteure: Deutung, Planung, ggfs. Entscheidungen über
Maßnahmen
§
Gemeinsame
Fallbesprechungen bestimmter antizipierbarer kritischer Situationen des
Arbeitsalltags:
-
Konstruktion
der Fälle
-
Lösungs-Szenario
der verbleibenden Person(en)
-
Lösungs-Szenario
der ausscheidenden Person
-
Gibt
es Unterschiede? Wie werden die Qualitäten der Lösungen bewertet?
4.
Auswertung der Gesamtaktion „Wissenstransfer“
§
Zu
welchen Schlüssen sind die Betroffenen gekommen?
§
Welche
Personalentwicklungsmaßnahmen resultieren daraus?
§
Welche
anderen Maßnahmen?
letzte Bearbeitung: 22.10.09
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