|
Hospitation
als Instrument der kooperativen
Wissensentwicklung
H. ist ein zeitlich
begrenzter Austausch von MitarbeiterInnen unterschiedlicher Organisationen
bzw. Unternehmen. Sie eröffnet die Möglichkeit, Anschauungen und
Vorstellungen über ein bisher unbekanntes Praxisfeld zu gewinnen. Obwohl
der Erfolg von H.en immer an Lernaktivitäten einzelner Personen gebunden
ist, wird mit der H. kein vorrangig individuelles Qualifizierungskonzept
verfolgt. Das angestrebte Ergebnis ist die Erhöhung der individuellen
Antizipationsweiten und die Verbesserung der Einblickstiefe in
Organisationen und Unternehmen. Zugleich sind H.en eine Intervention, die
den Hospitationsbereich verändern können. Insbesondere Newcomer bewirken
durch ihre unvoreingenommene Perspektive häufig Abweichungen von der
„Normalsicht“ auf die Organisation.
Die Umsetzung des Konzepts
erfolgt in mehreren Schritten:
1.
Wissensprofile und –bedarfe der hospitierten Bereiche im Dialog mit
deren MitarbeiterInnen, Entwicklung von Leitfäden, Auswahl geeigneter
LernpartnerInnen für die Hospitation
2.
Durchführung: a) Transfer des Wissens des Hospitationsbereichs in
einen anderen Bereich, b) Feedback (Einbringen des Wissens in den
Hospitationsbereich).
Die Methode bringt neben
einem systematischen Know-how-Transfer auch eine Sensibilisierung für
unternehmenskulturelle Besonderheiten. Aus der Konfrontation mit einer
fremden Praxis und den Perspektivwechsel können auch Innovationen
entstehen.
Literatur: T.
Wehner/M. Dick, Die Umbewertung des Wissens in der betrieblichen Lebenswelt,
in: G. Schreyögg (Hg.): Wissen in Unternehmen. Berlin 2001.
Vgl. auch die Homepage des
Projekts www.tu-harburg.de/aw1/
letzte Bearbeitung: 22.10.09
|