Analogietraining
zur Erleichterung der Kommmunikation von Experten und Laien
und als Kreativitätstrainingsmethode
Bei Kommunikationsproblemen zwischen (Gruppen von)
Experten und Laien sucht man nach einem analogen und bekannten Sachverhalt,
von dem man annimmt, dass der Kommunikationspartner ebenso über diesen
Sachverhalt Bescheid weiß. Nun vergleicht man einen
Aspekt dieses Sachverhalts mit einem Aspekt des erklärungsbedürftigen
Sachverhalts. Dieser gemeinsame Aspekt repräsentiert die Analogie beider
Sachverhalte in Form von ähnlichen Eigenschaften, Merkmalen, Prozessen oder
Strukturen.
Z.B. die Analogie zwischen der übermäßigen
Verausgabung von Zuwendung und Geld: die Folgen sind einmal Verwöhnung, im
anderen Fall. Oder die Analogie zwischen einer Maschine und einer
Verwaltung: was der Durchlauf der Rohstoffe und Halbfertigprodukte im einen
Fall, ist der Aktengang im anderen Fall.
Gerade weil man von den stofflichen Eigenschaften der
Elemente und der konkreten Relation der beiden Sachverhalte aus dem
Ausgangs- und Zielbereich abstrahiert, ist es leichter möglich, die Ähnlichkeit
zwischen beiden Sachverhalten zu erkennen. So entsteht die paradoxe
Situation, dass man durch Abstraktion etwas veranschaulichen kann.
In der Rückmeldung des Kommunikationspartners auf
eine verwendete Analogie („so ähnlich kenne ich das auch“) liegt eine
Chance des gegenseitigen Verstehens, denn: der Analogie-Verwender kann durch
Nachfragen an einem bekannten Sachverhalt prüfen, ob der Zuhörer das von
ihm intendierte auch verstanden hat. Nicht durch das einmalige und
„unilaterale“ Verwenden von Analogien werden Verstehensprozesse
besonders initiiert, vielmehr wird durch das Einlassen auf die „analoge
Ebene“ die Entwicklung eines gemeinsamen Verständigungshintergrund und
die Präzisierung von semantischer Bedeutung.
Dass sich Kommunikationspartner auf eine analoge Ebene
einlassen, kann man durch einfache Vergleiche – sog. Metaphern –
vorbereiten, weil diese eine „assoziative Aura“ schaffen, die eine Art
„Vorhof“ für die Verwendung von Analogien bilden. Aus diesem Grund
werden im Analogietraining zum „Aufwärmen“ auch Metaphern eingesetzt.
Literatur:
Vohle, F. (in Druck): Analyse- und Kommunikationswerkzeuge für
heterogene Wissensteams. Hintergrund, Mehrwert, Training. Erscheint 2003 in:
Wirtschaftspsychologie.
letzte Bearbeitung: 22.10.09
|