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Kreativität,
exploratorische vs. transformationale
Ein Konzept von M.A.
Boden (The Creative Mind, London 1990) aus der AI-Forschung (Forschung über
künstliche Intelligenz). Die exploratorische K. eröffnet neue Denkräume bzw.
kreiert neuartige Konzepte, ohne jedoch die Regeln des Denkens zu verändern.
Die transformationale K. strukturiert bestehende Denkräume bzw.
konzeptionelle Räume komplett um (wie etwa die Wissenschaft bei einem
Paradigmenwechsel) und generiert dadurch völlig neue Regeln für den
konzeptionellen Raum.
Die Malerei der Renaissance z.B. drang in völlig neue Wirklichkeitsbereiche
vor und entwickelte neue Konzepte des Raumes mit Hilfe der
Zentralperspektive. Es handelte sich somit wohl um eine Form der
exploratorischen Kreativität. Manierismus und Barock gingen hingegen nicht
wesentlich über den Gegenstandsbereich der Renaissancemalerei hinaus, jedoch
wurden die Regeln der Darstellung transformiert (Bildachsen und
-komposition, Behandlung von Licht und Schatten, Farben usw.). Ähnlich
formuliert es Wiggins in Bezug auf Musik der Renaissance und des Barock (der
die vielfältigen Formen der Polyphonie nun mit Hilfe "wohltemperierter"
Instrumente in allen Tonarten ohne Stimmprobleme bewältigte; vgl. C.
Bento/A. Cardoso: Studying Creativity in AI, in: KI H. 1/2004, S. 45 f).
Hans-J. Weißbach (2004)
letzte Bearbeitung:
05.09.10
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